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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-08-15 · 12 (15.8.1919) · p. Seite 130

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
12 (15.8.1919)
Date
1919-08-15
Page
Seite 130 (sequence 8)
Language
German
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David Brod hatte sein Haupt gesenkt; schwere Tränen rollten über seine Wangen: er suchte sie nicht mehr zu verbergen. > „BaS willst du vor mir noch beweisen. Feiwelmann". sagte er. ..was nicht mehr bewiesen zu werden braucht?" Dann rief er das Kind zu sich. , ..Komm her", sagte er. „ich will dich heute schon denichen . .. denn morgen gehen wir zum Grafen ... und da gehörst du nicht mehr mir!" Uber das Haupt des Kindes, der künftigen Künstlerin, flössen die uralten, heiligen Segensworte: „Ter Engel, der mich erlöst hat aus allem Übel, er segne dieses Kind, und genannt werde an ihm mein Name und der Name meiner Mütter Sara. Rebekka, Lea und Rachel."- \ * » O „David Brod". hatte der Graf gesagt, „ich wiederhole euch und eurem Kinde gegenüber mein Versprechen, für Ella zu sorgen, insolange sie sich durch Gehorsam dcsien würdig zeigt." Seltsam! dem Kinde schenkte er nicht die geringste Aufmerksamkeit; er hatte die letzten Worte mit einer Bestimmtheit in Ton und Geberde zugesichert, daß sie sogar dem an leidende Demut gewohnten Vorbeter auffallen mußten. „Und wie wird es mit der Religion stehen?" wagte er schließlich noch die Frage, „wie wird es damit stehen, gestrenger Herr Graf?" „Die Kunst selbst ist eine Religion", sagte der Graf kurz. Als die beiden aus den» Schlüffe kämen, erwartete sie draußen vor dem Gitter Feiwelmann, der Baß. „Ist alles gut?" ftagte er, „hat er sic angenommen?" David Brod konnte nur mit dem Kopfe nicken. Sein Antlitz zeigte keine freudige Erregtheit. Tann erzählte er ihm. während Ella voranging, ii» flüsternden Worten, als ob er-einen Lauscher hinter sich vernmtete. wie merkwürdig verändert ihm der Graf entgegengetreten sei; da sei keine Spür von jener Herablasiung zu finden gelvesen. die er an jenem Abende in der Laubhütte zur Schau getragen; es sei ihm gewesen, als ob der Graf von heute ein ganz anderer geworden, als hätten „böse Geister" an ihm gearbeitet, um ihn gegen sich und das Kind einzunehmen. , „David Brod". sagte Feiwelmann. der Baß, während sich über sein breites Gesicht wieder jener traumhaft verlorene Zug legte, „du wirst doch nicht nieinen, er hat durch seine Leute erfahren, daß wir mit unserem neuen Gesang durchgefallen sind?" „Feiwelmann, l>karr!" schrie der Porbeter erbost. „So weiß ich nur eines", sagte der Baß. ohne sich an den Grimm seines .Herrn und Vorgesetzten zu kehren. „Er hat dem Kinde schon jetzt den Meister zu erkennen gegeben: denn Ella wird einen Meister nötig haben!" Wahrscheinlich hätte Feiwelmann. der Baß. und wäre er selbst vor einem peinlichen Gerichte gestanden, nicht anzugeben gewußt, wanim er das sprach! — * * <IV»tt(nun| («Igl.i V Weda. Auf Jordans grünen Borden Da weilt« Jakob» Samens . Ta feierten die Horden, Die von Mizraim kamen. . Ta lagerten die Scharen, Da hielt der Heerzug Raft, Seit langen, langen Jahren Ter sandigen Wüste Gast. Ta legten ihre Stecken Die Wandrer aus den Händen. Und spreizten weiche Decken.' Entgurtrnd ihre Lenden. z •' Und auf den Decken reinlich, Da lagen bunt geschart. Die Männer schlank und bräunlich, 'i f ' Mit schwarzgelocktem Bart. Da wäre» ihre Hütten von Leinen ausgestellt. Und in der Zette Mittek Hob sich de» Stifte« Zelt. Ta schützten grillte Sträuche , Sie vor der Glut der Sonnen, Da füllten sie die Schläuche . Am kühlen Wasserbronnen. Ta freuten sich die Müden Und hoben fromm die Hände. Daß ihnen bald beschiede» Der langen Wallfahrt Ende; Da schärfteb sie die Schneide De» Schwert» mit kräftaer Hand, Zu kämpfen um a In ihrer Väter L> rüoe Weid« Land, ä DaS ihrer schien zu warte« * Am andern Bord de- Flusse«, Ein. lachender GotteSaarten. Ein Land d«S Überflüsse«. Auf ihren Wüstenzügen Saht» sie e« oft im Geist — Jetzt sehn sie'» vor sich'liegen. DaS Land, wo Milch und Honig fleußt. In» Tal ruhn die Nomaden nd jauchzen: Kanaan! — jr Haupt auf steilen Pfaden immt da» Gebirg' hinan. Schneeweiße Locken fließen ‘ Auf seine Schultern dicht! Zwei goldne Strahlen schießen Au» Mosis Haupte licht. Und wie er nun di« Höhe, V Die schauende, erreicht» Und. daß er alle» sehr. Sich zitternd Vorwort» beug«: Da glänzen ihm die Auen. Bon tausend Freuden voll. Die er nur sehnend schauen. Doch nicht betreten soll. ' Da dehnen sich die Flächen. Wo Korn und Traube reift, ■ . Da ist mit weißen Bäche» Taö grün« Land gestresste Da schwärmen Bienenkorb«. Ta wiehert Pfluggespann. Ta funkelt Juda» Erbe Bon Berseba gen Tan. „Ich habe dich gesehen! Jetzt ist der Tod mir recht! SÄlftiud. mit leisem Wehen. Hetr, hole deinen Knecht!" Da naht auf lichter Wolke Der Herr de» BergeS Rücken. Dem müden Pilgervolke Den Führer zu entrücken. — Auf einem Berge sterben Wqhl muß das köstlich sein! Wo sich die Wolken färben Im Morgensonnenschein. , Ties unten der Welt Gewimmels e, Flur und StromeSlauf. oben tut der Himmel Die gold'nen Pforten auf. Freiligrath. An» -er Aaleutasche gefalle«. > Scherzfrage. Warum tragen hie Rabbiner ein Bäffchen? — Antwort: Damit sie sich nicht bepredigen.- » . » «»fläfuug »«» Preisrätsel» an» Rr. 11. ... " u. au. Sau, Esau. Unter den Einsendern der richtigen Lösung wurde gelost. Da» go» fiel aus Erwin I u h l in Meckenheim. . Schettz»<tfr,. Ferne» meerbefahr'ne» Land Wichtger Stoffe. Laß dich necken: Einen Laut davor genoitint, Gleich wirst du die Lippen lecke». , ,l-

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