Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 7 (11.7.1919) - Fragment S. 67-70 fehlen
- Date
- 1919-07-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- *r~— iskzü»- ■* ’l!■»«*»■ jr< ■■ - Braeheint mit'Brlaubnia der britischen Militärbehörden. | Der ^Bote* erscheint jebrn Freitag j f Bezugspreis: 60 Pf. monatlich j Rrb^tionsschluh: Montag abend »! Postscheckkonto SSln Re. 74747. g vom Rhein | Anzeigenpreis: 86 Pf. dir vier. I l gesp.Petittrtlr »l.Anzci,.60Pf. | DOllSblatt! r"g-°°nn°hm. biSMontag mittag j —+9 •«•*••••••••••«•••«••••«•••«••••••«#« für die Rbeimrcben Lande, Bonner 6emeindeblatt für das Rbetntal, Stegtal, Hbrtal ufw. herauogezeben von Rabbiner Dr. L>ll Esh», Bonn. Schriftleitung und Versand: Bonn, Ternpelstratze s-. K»«mer 7 Wonn, 18. Auli ISIS — SO Tammus S67S 1.: JatzrgiMß. Inhalt: Wochenabschnitt. — Wochenschau. — Jüdisch» Antisemiten von Georg Landauer. — Kriegerisches Propheten tu» von Satl Co In. — Bon Berg und Tal. — Der Bonner Grmrtndrbol». — Der Bore erzählt: Dir Antipoden. — Der vrreinsdotr. — Freie Lrhrrrstrllrn. — Kalender der Woche. — Gottesdienst in Bonn und Beuel. — Johr»riirn. Freunde der Voten, werbt dem Voten neue Freunde! Bille Unregelmäßigkeiten in der Lieferung liegen an der Post. Dorthin allein find alle Beschwerden, alle Anträge auf Nachlieferung von Nummern oder Zustellung an eine neue Adresie zu richten. Man wende fich bei Unpünktlichkeiten geradeSwegS ans zustL»dige Postamt, so wird bir Abhilfe am schnellsten kommen. r Der Jüdische Kote vom Rhein. UMWIHu An unsere Krjieher und Inserenten, j Bei allen Einzahlungen bitten wir, fich unserej Postschrckkonlos «öln »r. 74747 j , .Votrnvrrlag -Vonn, Or. Emil Cohn * Jüdischer Bote vom Lhrin" zu bedienen. Bei den schwierigen Postverhältuissen ist der Bezug deS „Boten* am sichersten durch Bestellung direkt beim Postamt gewährleistet. sollte, was.möglich ist, da- Blatt drppeU zetirfert werden, so bitten wir um ssfsrtigr Nachricht. ] Dßochrnadschuttt^vn:',. Eiferer. \ Und es sprach Gott zu Mose wie folgt: Piachas, ._d«r Sohn Glechars, des Sohnes Aarons, des tzohenvriesters, hat meinen -Grimm abgewandt von - den Kindern Israel, da er für «ich eifert» in ihrer Mitte, sodah ich in meinem Eifer me Kinder Israel nicht vernichtet habe. Darum sprich: Sieb«, ich derlrih« ihm meinen Friedensbund. Er soll ihm und seinen »um Rund» »min*" fotW pertumb sein, weil er für seinen Gott geeifert hat und so di« Kinder Israel entsühnte. «.!*•(< WaS hatte Pinchas getan? Alt in Schittim, am Wüstenrande, Israel in die wilde, trunkene Erotik des Baal-Peor-Dienstes htneintaumelte, und Simri, der <5i< meonite, ein Stammeshaupt, ttotz Moses' Befehl einem midianitifchen Weibe ins Zelt folgte, ergriff PinchaS einen Speer, stürzte ihnen nach und rannte ihnen beiden in heiligem Zorn den Speer durch den Leib, daß sie starben. Ein« ungeheure und schreckliche Tat, aber eine Tat, die, wie man oben fleht, gewissermaßen heilig gesprochen wurde und noch dazu heilig gesprochen durch einen Bund des ewigen Friedens und Priestertums, um allen Geschlechtern zu zeigen, daß der heilige Eifer für Gott den Eiferer leibst zur Stille segnet, zur Klarheit und zum ewigen Frieden. Nur als Augenblickstat ist Pinchas' Verdienst zu werten, zum Grundsatz täglichen Wirkens darf fk nicht erhoben werden. Man yat versucht/Pinchas zum Vater aller Fanatiker zu stempeln. Das ist Unrecht. Was er getan hat, da» geschieht eben nur einmal in Menschengeschlechtern, und daß es auch so bewertet wurde, beweist die ganze Art der Erzählung. Jede Zeile ruft uns zu: Werst alle Maß. ftäbe fort, denn über alle Maßstäbe hinausgewachsen find diese Tat und dieser Mann. Der Fanatiker ist ein PinchaS, der aufdes, Gotteslohn des ewigen Friedensbundes ein für alle Mal verachtet hat und aus der Unbedingtheit, die im alltäglichen Leben immer nur ein Kind des Augenblickesein kann, ein Gewerbe macht. D» ist nun freilich kein Mann, der noch niemals einen Auaenolick letzter Leidenschaft erlebte. Aber den PinchaS zum Grundsatz zu machen, ist ebenso schändliche wie dumm, und höchstens em Vorrecht der über die Stränge schlagenden Jugend. Warum dex Jugend? ftagen die Väter und beginnen über die Söhne und Töchter zu klagen and über die Eier, die klüger sein wollen als die Hennen. Klagt nicht über