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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-07-04 · 5 (4.7.1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
5 (4.7.1919)
Date
1919-07-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IMWMI I Der„fUtt* «schont iektn Freitag i Bezugspreis: 60 Pf. monatlich j NrdakttonSfchluh: Montag abend rr Anzeigenpreis: 86 Pf. dir vier-! r { gesp.Petttzrtle «l. «nzelg. 60Pf. 3 «edaktionSschluh: Montag abend : « *t k f # |J^r f i a? Bei Wiederhol, entspr. Rah. - An-; Postscheckkonto «Sin Rr. V4747. r \||V||(Dv$ J'OllSOIilll | »eigen annahme bis Montag mittag litt*-............ -... für die Rbeinificben Lande, Bonner Gemeindeblatt für das Rheintal, Siegtal, Hbrtal ufw. cherausgegeben^ von Rabbiner Dr. E»ff Cvh», Bonn. Schristleitung und Versand: Bonn, Tempelstratz« s2. ItauRtr 5 ffowtt, 4. Juki 1919 — 6 Hpmmus 5679 1. Jatzrgkmg Inhalt: Fried« I — FrühlingSglanbe. — Wochrttabschnitt. — Wochenschau. — Dt, Sprachensrag« »er Juden II Don Georg Landauer. — «in Vtudentrnbrtrf von Fritz Saling. — «rtegrrtfcheS Propheten Mm von Smil Lohn. — «ou Sera und Dal. — Der Bonner «emeindebotr. — Der Bote erzählt: Der «abvaj. — AuS der votrntasche gefallen. — Psalm 114. — Briefkasten. — Der BerrtnSbote. — gamtltennachrichten. — Freie Lehverstellen. — Kalender der Woche. — Gottesdienst in Bonn. — Jahrzetten. An unsere Ke^leher und Inserenten, j Bei allen Einzahlungen bitten wir, fich unseres r Postscheckkontos Köln Vr. 74747 j .»rotenverlag-Vonn, Dr. Gmil Cohn! | Jüdischer Bote voqi Rhein" t , zu bedivien. l r Bei den schwierigen Postverhältnissen ist der S I Bezug d«S „Boten" an» sichersten durch Bestellung | I direkt beim Postamt -gewährleistet. J Ml WIMIIM Mit—M«H«— schon, denn es find Prophetenaugen, die unter seiner Stirne^ glttbn. Es.find die Augen des Propheten, der dereinst das Lied der Hoffnung seinem gebrochenen Volke sang, ein ewiges Lied allen Völkern, die zerbrochen werden, und so auch Deutschland ein Lied: Also spricht der Herr: Eine Stimme wird gehört zu Rama, Wehklagen und bitterlich Weinen: Rahe! weint um ihre Kinder, sie will sich nicht trösten kaffen, denn ihre Kinder find dahin! — Hemme deine Stimme vom Weinen, nnd deine Augen von der Träne: Denn es gibt einen Löhn für all dein Tun, spricht der Herr: Sie kehren heim aus Feindesland. Ja, es gibt eine Hoffnung -fiir deine Zukunft, spricht der Herr: Die Kinder kehren heim in ihr Gebiet. Jeremia 31, 15—17, frteftf! Groß, eisern, furchtbar, mit dem zitternden Nachklang dröhnenden Erzes hallt das Wort über die Welt, und die Welt, soweit Pe nicht dem Taumelkelch trunkenen Sieges erlegen, soweit fie noch ein Recht kennt, das höher, dauernder und unverbrüchlicher ist als irgend ein Recht aus Menschenmund, verhüllt schaudernd ihr Haupt: O Deutschland! O Vaterlatidl Der Jude fiehts und siehts mit alten Augen. Dieelben Augen haben des heiligen Tempels Trümmer ge» ehen, haben an Babels Strömen Tränen geweint auf die remde Erde, zum zweiten Mal hineingestarrt in die Glut >eS brennenden Heiligtums,? haben Barkochbas Stern teigen und sinken sehen, haben fich geschloffen vor dem zehrenden Rauche der Holzstöße, auf denen fie starben, ehnsüchtig zurückgeschaut auf Spaniens sonnige Fluren, die ic lassen mußten, und verglasten Blickes ruhten sie aus in »er stillen Tiefe des Rheins, und der ewige Strom rauschte über ihnen. Und nun sehen die'uralten Augen wieder einmal das Weltgericht, unbes stellt sich-ihnen^dar als-ein Gericht des Krieges, das gem ein Gencht des Friedens sein möchte. Die Augen Israels sind tief, still und ruhig in dieser Stunde. Tief und still find sie, weil sich in ihrer Einsamkeit die spi-gpln nnb htff uralt*. rtniy^frira. mcET Sie fin^ still und nchig, weil sie sehen, waS fie immer «nhfn. ichn, gftiinhm» imh nfoi» tnrlt sN, nws,' Augen alles schon einmal dagewesen, und ein göttliches Wissen, eine.ewige Hoffnung ihnen Schmelz und Schimkner gibt, und eine große Zuversicht. . Ändere Zeiten Herden kommen. Völkeraugen werden brechen^ Israels Augen werden sie sehen, sehen fie heute Frühlingrglaobe. Es wandett eine schöne Sage Wie Veilchenduft auf Erden um. Me sehnend eine Liebesklage Geht fie bei Tag und Nacht herum. Das ist das Lied vom Völkerfrieden Und von der Menschheit letztem Glück. Von goldner Zeit, die einst hienieden, J Der Traum als Wahrheit, kehtt zurück. Wo einig alle Völker beten Zu einem,König, Gott und Hitt: Bon jenem Tag, wo dön Propheten Ihr leuchtend Recht gesprochen wird. Dann wird's nur eine Ähmach noöh geben. Nur eine Sünde in her Welt: ~ Des Eigen-Neides Widerstreben, Der es für Trauin und Wahnsinn hält. Wer jeoe-Hosfnung Mb verloren, Und böslich sie verloren, aab. , Der wäre besser ungeboren: Denn lebend wohnt er schon im Grab. Gottfriev Keller. )

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