Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 3 (20.6.1919)
- Date
- 1919-06-20
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Familie zu sorgen. Mädchen, welche in der Frauenklinik Aufnahme sanärn. haben nur mit Rat und Tat beigestanden und so wett es nötig war. für sie und ihre Linder j Unterkunft beschafft. Jedes Jahr wurden zwei Kinder in j Erholungsheime und eine kranke Frau in «in Bad geschickt. | Aus den verschiedensten Anlässen gingen dem Verein zahli reiche Spenden zu. Den gütigen Gedern sei auch an dieser > Steile der herzlichste Dank ausgesprochen. Infolge des Krieges wurde auch unsere Arbeit in ganz andere Bahnen geleitet. Wir traten mehr in die Osftntlichkeit und schlossen uns anderen Vereinen zur gemeinsamen Arbeit <rik Damen des Vorstandes- und Damen ans dem Kreise der Mitglieder waren im Soldatenheim tätig, andere arbeiteten in den Kriegsküchen, halfen bei Verwundetentransporten und Pflegten in Lazaretten. Jetzt haben diese verschiedenen Tätigkeiten ja qufgehört. jedoch hat der jüdische Frauenverein seine Vertreterinnen noch im Bonner Stadtverband der Frauenvereine, ini vaterländischen Frauenverein, im Hausfrauenbund und im Säuglingsheim. Koblenzer Straße. Außerdem nahm der jüdische Frauenverein tvährend des Krieges auch am nationalen Opfertag der Frauen tejl. an der Propaganda für die Goldankaufstelle, für die weiße Woche und andere vaterländische Veranstaltungen. Der Verein übernahm außerdem «ine Kriegspatenschaft. Vor allem aber wurde der jüdische Franenverein auch von der Behörde zur Mitarbeit bei der städtischen >kriegsfürsorge und Armenpflege herangezogen. Die Zukunft wird uns vor viel größere Aufgaben stellenals bisi-cr. Wir lveiscn nur auf die soziale Tätigkeit hin, die unbedingt eriuettert iverdcn muß. wenn wir niit und neben den übrigen Frauenmreinen als gleichberechtigt unscrenPlatz ausfiillen wollen Allen An-- forderüngen können >mr al»er nur dann gerecht lverden. nrenn sämtliche Mitglieder bereit sind, mitznarbciten, zum Besten des Vereins, unseres Judentums und unseres Vaterlandes. Diejenigen jüdisll)en Frauen und Mädchen, di« noch nicht Mitglieder sind, bitten wir dringend, dem jüdischen Frauenverein beizutreten. Anmeldungen werden erbeten an die erste Schatzmeisterin Frau Emma Lion. Bonner Tallveg 80. Ter Vorstand. Gez.: Frau Emma Ster n. * * * Ortsgruppe Bonn der Rheinlandloge: Unsere hiesigen Logenbrüder fanden sich in altgewohnter Weise von Zeit zu Lstit im Bürgcrverein zusammen, uin Berichte von Kölner Logensitzungcn entgegenznNehmen. lokale Inter-, esstn zu besprechen und vor allem der. Satzung des Ordens getreu die Bande brüderlicher Freundschaft anch ain Orte selbst zu pflegen. Eine bedeutsame Änderung trat in unserer Ortsgruppe dadurch ein, daß unser langjähriger, verdienter Vorsitzender. Prüder Justizrat Ernanuel. seinen Vorsitz am 5. März niederlegte, nnd eine Woche später, am 12. März, Bruder Salo Simon einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. In denselben Sitzungen und auch noch in der Sitzung vonr 9. April wurde die vielbehandelte Frage des jüdischen Kongresses in Deutschland lebhaft besprochen, am 2. Februar hatte Bruder Rabbiner Cohn über den Bonner jüdischen Religionsunterricht und die Bedeutung des Hebräischen im Religionsunterricht ein längeres Referat gehalten? ‘ Hei«, fonfctni für ihr« geselligen Zusammenkünfte o» Degslttag nnd Sonntag abend zwei Säle in eine« Hotel zur B«rfÜI»«g. zel>t hat sie mit BorkaufSrecht ein Haugemietet, besten Mstte und Einrichtung, abgesehen van besonderen Stiftungen so wurde z, B. von einer Seite ein . ganze- Zhnmer gestiftet —- io. der Ha»g»tsache durch Ausgabe von verzjn-barea Anteilscheinen aufgebracht wurde. . Und zwar lauten di« Anteilscheioe^über 25Ö SR.; wobei jedei so Viels Schein« übernehmen kann, »je. er wUl und vermag. In bestimmten Zeitabschnitte» werbe», die Scheine Msgelost, so daß schließlich jeder wieder zu sei»«» Ä/ldr kommt. Mit der eigentlichen Einrichtung de- Hausewurde eine Äoounistion von Damen betraut, die augenblicklich daran ist, daschon« Werk fertig zu stellen. ES dürfte nicht schwer sein, in Bonn etwas Ähnliches zustande zu bringen, nur müßt» sich das Hauin günstiger/von .allen Wohngegenden her Stadt gleich erreichbarer Lage befinden. Zst«t i» »er Herst«»,»-. Vater: Reutle mir, Gattin, was du gerettet, Als uns der Feind vertrieb Vom Herde, vom Lande der Väter? Mult er: Feine Leinwand, «»eichen Teppich, Und einen goldnen Nasenring. ~ iL Vater: Traure tiefe Trauer! Wirf Tevvick und Leinwand - Ule Flammen und das Geschmeide . Tief, tief tn den Strom Pherat. Nenne, nur Tochter, was du gerettet, - Als wir vom Karmel flohen. Vom Berge des Heiligen Landes? ' " •' __ Tochter: Weiße Lilien verwahrt' ich sorgsam Zum Angedenken des Heimatlandes. Vater: Deine Blumen welken — Ach! Fremdlinge in Babel! Nur die Erde, die sie geboren, Judäa erhält sie. Rede, inein Sohn, was hast du gerettet, Als unser Väter Dach „r Die wilde Flamme verzehrte? Sohn: Sichel und Spaten nahm ich mir; Zu»» Schtvert die Sichel, zum Grab d?n Spaten. Vater: Auch das Eisen mag verrosten! Ihr Flüchtlinge in Babel. Tand imd Torheit habt ihr gerettet, Der Moder verzehrt es! Schauet, ihr Kinder, das Wort des Lebens, ... Dies verbarg ich im Busen, Als wir entfloh'«: verwahrt es! Driefst»ße». ®. ®„ Bo». Sie fragen an, warum eS bei »nS in Bo»:' , ._.. . . .... ~ noA «ein iüdilcke« »Iiib. und «ereinSbauS aebe. und ob »S denn tttch tut. tUtCll ^etchemdttLIU» tllt, so schwer sei, ein solch^^MrLude^uür^^^ Vorsteher läge kitizurichlens- 'Statt einer Antwort will ick ^bnen erräblen. -K» »er H»1e,t»sche |ff»Ut». Einige alte hebräische Sprüchwbrter. Vier Dinge erträgt der Verstand nicht: Eigen Armen der reich tut. einen Reichen, der arm Litt. einen Greis^de /««-- tJZ.----- " — - - läge kiüzurichiens- Statt einer Antwort will ich Ihnen erzählen, wie die bedeutend kleinere Gemeinde Mülheim-Ruhr dasselbe ohne MÜhe fertig gebracht hat. Die dortige jüdische „Gesellschaft Bereinigung".' wie sie kurz genannt wird, hatte bijetzt kein eigene» Iß schnell, trink schnell, denn schnell wie eine Hochzri geht die Welt vorbei.