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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-06-13 · 2 (13.6.1919) · p. Seite 13

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
2 (13.6.1919)
Date
1919-06-13
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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.■ra f-fvtr 1 WIBtxQf?W*n*T37rf iJTWP»Wyi?>jp,jCMMUM •* . - .• _. . v.- *'* auch der seltene Beter, sollte zu seiner Zeit aufgerufen werden. So ist es und so falls bleiben. Auf Wiedersehen. Herr Metier! Uou 6er>t und Tal. J Wir bitten die verehrten Kollegen, Rabbiner und Lehrer des Rheintals usw., sowie die anderen Herren Korrespondenten, die sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben, unS möglichst ausgiebig mit Rachrichten aus ihrem Wirkungskreise zu versehen Rur.so kann es gelingen, unserem Blatte diejenige lokale und provinzielle Färbung zu geben,'die cs zu den« »racken kann, was erwerben will, nämlich ein Bindemittel für die Juden unserer Gegend. , - * * Köln. Am Jimj. wurde hier LouisEliel. der langjährige Porüeber der Sunagogengemeinde. mit hohen Ehren zu Grabe perwge>- 'Mir i!,m ist «in ebenst,, kluger j verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Synagogen wie bescheidener M,>m hingeichieden. der es verstanden s - (Gemeinde V?uel wurde einstimmig Herr Iot Gold Mehlem Hier starb im 92. Lebensjahre Frau Julie! Levy. eine allseits beliebte, ob ihrer Rüstigkeit, geistigen i> Frische und Vornehmheit hochverehrte Dame. Sie hat s ihren Mann uyi 20 Jahre überlebt, ihre Kinder und zahl-! reichen Enkel und Urenkel sind in der ganzen Welt zerstreut i und vvr allem, durch den Krieg in der letzten Zeit von der; Mutter ferngehalten worden. Rur ein beschränkter Kreis i ihrer Lieben konnte ihr am vergangenen Sonntag das letzte Geleite geben. "; Beuel. In seltener geistiger und körperlicher Frische be- > ging Herr Albert Kaufmann die Feier seines UO.'Ge-! burtsrages. Der greise Jubilar, der sein reiches jüdisches Wissen und Können stets bereitwilligst in den Dienst un-! serer Gemeind«, stellt, wurde durch eine Festansprache im; Gorteshaujc geehrt und allseits beglückwünscht. Möge dem! in iveitesten.Kreisen beliebten und hochgeschätzten Manne j ein langer, 'heilerer und gesegneter Lebensabend an der! Seite seiner Gattin beschieden sein! — An. Stelle des hat, sich allezeit in a.u:z seltener Wei'e über die Parteien zu stelleit, und ourw sinne m hrbane r bjektivitäl. mit der er selbst seinen Gre?- , v^v-Ih u werden wußte, sich die , hohe Achtung und das oolie Peuraurn aller Kreise. Parteien und Bekenntn^'lf e'wc>r5eu,bat. Er mar lange Jahre Kölner Stadirar,.a!s idicker r-on den'Stadtverordneten in den Provinziallandtig eNt''.U't außerdem in der Führung deb FprtschAtlSxar--! a- M -aiieo der Handelskammer. Vor allein aber b e n . Ä.ngang einen ickn-eren Verlust für das rbrin-'ch'.- --> be'rnde^xn das. Kölner Judentum. Was er für die Ra iiuanülogc. deren. Präsident er v inehrfach war, n>r das .Uraelitiicüe Ainl und all diejüdischen Vereine und Anüalren war, in dören Leitung ersich betätigte, was er m° allem Jabre bindurch als Vorsteher der Großgemeinde Köln geleistet hat. wird unvergeßlich bleiben und sein Bild bestehen als das eines Man-, nes von arcüen Lenni'-.aeu nnd.^was mehr wiegt, von ebenso großer Ve'ckeidenbcit. Köln. Die hiefiac Tatüiud-Lauroh hat sich in den ' letzten Jahren iiuenm> und eriensiv erfreulicherweise ausgedehnt. Rackdem stÄ Vessack 1918 neben unterm Rabbiner Herr Rabbin-'r lw Mows Auerback. trüber.Pessach Tikwoh. seine!är-e - ■ h er begonnen hatte, trat mit voriger Woche Herl Rabbiner Moritz zmcooowus aus Pretzburg un bas Kollegium, ein. Es ist dadurch in Köln Gelegenheit gegeben, daß junge Leule. die der Schule entwachsen sind, sowie insbesondere Studenten dem Thora-Studium obliegen können. Es ist -u wünschen. daß rechl viele Thorabeflissenc von dieser Einrichtung V^ebrauck macken. Anmeldungen wolle inan an Herrn.Rabbiner Or. Wolf, Köln» Hohenstaufenring I-t. ria.ren. Koblenz. Die I u irg - I ü d i t ck e P e r e i n i g u n g veranstaltete amf'U Mai in her Aula des Kaiser Wilhelm- Realgymnasiums em Vortrag,- zu dem an die ganze Gemeinde Einladimoen era maen waren. Der Referent Herr Rechtsanwdlt Or Vrn"a ih a h a n .aus Köln, ein geborener Koblenzer, 'vrack .n 'sneinger W '>ie über „Die Zumnft der deutschen -üben". - Herr venrn Margent h-a u, der lürki'che Gesandte deHVereiniateu Staaten von Nord-Amerika, bau bei seinem nur aus'wenige Tage ,bemesienen Aufenthalt in Koblenz Veranlassung genommen, njit einigen »laMes'eiiden Herren der Svnagoaengemeinds reich gewühlt. Ter Geiauitvorstand sctzl sich nunmehr alis den Herren Mai' Goldreich. Abrabaiil Salomon und l)r. M. Weis zusammen. Tie Vorstand- und Repräsentantenversammlung beschloß eine vollständige Reuanlage von Haupt- und Seitenivcgen. auf dem jüdischen Friedhof. Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen. £)>" iöoiinr! GemruidebaG. Jüdischer Jugendbund. An seinem vergangenen Freitag abend-' hatte der jüdische Jugendbund zu einem Vortrag Fräulein Loeb vom Jugendverein Trier bei sich zu Gaste. In fesselnder und anregender Weise sprach die Vortragende rüber den ..Kvmpf gegen den.ÄntiiemitiSjinis", über seine heutigen Erscheinungsformen. gab wertvolles statistisches Material zu seiner Abwehr und forderte von jedem einzelnen die Aneignung des jüdischen Wis- I.sens. auf dessen Grundlage allein ein solcher Kampf eri folgreich.geführt, werden könnte. In der folgenden, recht I lebhaften'Aussprache betonte Herr Rabbiner Dr. Cohn, daß die beste Abwehr des'Antisemitismus in einem positiven Judentum. bestehe. Tenn nicht die äußere, tonderp die innere Abwehr sei das Wichtige. Ter Antisemitismus elnen Abend zu rnwbrmge^n^ sich irr zwangloser Unter- , reichen Teilnehmer verlief. Haltung über aktuelle nidikche Tagestrage» zu äußern. — | . _— --— Die hiesige E i n Tr a a> r - Loge bat eine iiidriche Krankenschwester angesteilt. deren^Pflege allen Mitglieder der Synagogenaemeinde. den N» damit selten kostenlos, züoirte lommen soll. — Herr S. K e u f a n n hier ist zur großeti und die Unlustgefühle, die er.im Juden auslöse, könne ivahrhaft nur ausgeglichen und bekämpft Mrden, wenn man aus dem Judentum alle Lustgefühle , heraushole, die sich herausholen kasien.' Je voller und glücklicher der Jude als Jude sei, um so-jvürdäger würde er in der Abwehr sejnen Mann stehen. In der Erkenntnis,'daß.die Bindungen zwischen den Pereinsmitgliedern, die im Winter durch allerlei Veranstaltungen geistiger Art-wie Vorttäge Usw. gepflegt werden konnten, sich mit der schönen Jahreszeit naturgemäß lockerten, hat der Jugendbund jetzr inehr Veranstaltungen geselliger Art vorgesehen Er unternimmt jetzt > regelmäßig Wanderungen (vorwiegend Morgenwanderungen an Sonntagen), die' sich steigender Beliebtheit erfreuen. So lvurde am vergangenen Sonntag eine Wanderung durch den Kottenforst unternonnnen. die den Mitgliedern die RaturschönheiteN unserem allernächsten Umaebuna vor Augen führte und zur allgerheinen Zufriedenheit der zahl- Freude der Seinen aus der französischen Gefangenschaft heimgekehrt.^ Siegburg. Sonntag, den 25. Mai, hielt in der Aula des hiesigen Gymnasiums .Herr De. Bruno Nathan einen Vortrag über „Jüdische GegenU'artsfragen", än den sich eine 'lebhafte Diskusiiön schloß. Auf meiner Wanderung kam ich jüngst — es war in der schönen Mazzenzeit — nach C. und trat bei dem alten Ehepaar Moses ein, das kürzlich sri'ch und gelund die diamantene Hochzeit gefeiert-lialte. Die d i a m n n t e n e, ihr Leute! — „Massel low. sag' ick. Massel low, liebe Leutchen! Aber was jeh' ich. Sie weinen. Herr Moses?" — Der fast Neunzigjährige sitzt jämmerlich am Ofen und

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