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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-06-13 · 2 (13.6.1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
2 (13.6.1919)
Date
1919-06-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ürsciieint mit Erlaubnia der britischen Milit&rbehörd en. D»r „55üb.jdj</äuu u>iii Siljcui" : erlchetm jcdrn g'eitjfl S BrzugSpielS: .,0 4-f, monatlich RrdakilonSschluh. Moni an abend : vom ^yem; «i,-e,».e>w>e33 Pi t>ic v-rr r f« pnlt. Pkwjetlr Lei ilrii&fT hülungen tnlfpr.-ch. Rabatt 9ln-; zriftknannähme 6>s Mamag mittag Wischer Wochenblatt für die Rbeuufcben Lande, Bonner Gemeindeblatt für das Rbetntai, Siegtal, Hbrtal ufw* v herausgegeben von Rabbiner Dr. E»ft E-h», Bonn, öchriftleitung und Versand: Bonn, Tempelstraße'^2. Kummer 2 Bonn. 18. Auni 1919 — 15 Siwan 5Q79 1. Jahrgang. Inhalt: Bescheidenheit. - Wachen,chaü. - 'Wie unser Gebetbuch entstand. - ^iegetpr^er l-M»we^ «°n ««a und Tal. — Der Bonner Gemeindebote. — Auder Boientasche gefallen.-- Biblische- Rätsel.-Der BeretnSbote. 9 t Gotte-dlenst in Bonn. — Jahrzetie». An unsere Leser! . ' _ Mir erlauben uns, den geehrten Lesern unser Blatt den ganzen Monat Juni zunächst per Streifband ins Haus zu senden. ' Wer die Zeitung bestellen will, dein empfehlen wir, sich schon heute des beiliegenden Bestellzettels zu bedienen, der' ausgefüllt und unterschrieben dem, zuständigen Postamt zu übergebew ist. Doch ist auch der Bviefträge^ der ms Haus kommt, verpflichtet, Bestellzettel nebst Geld entgegen-' zunehmeiu Wir' buten aber auch, die beiliegende Postkarte unterschrieben all uns -gehen zu lasten, damit wir eitlen Überblick'über unseren Leserkreis.gewinnen. Die ungestörte Sicherheit der Lieferung unseres Blattes ist bei der Postbestellung am besten gewährleistet; doch nimnit auch .der Unterzeichnete Perlag Bestellung?'.! gerir -mtgrgfn^-Jhm find auch alle Stockungen zu melden, tie^ä bei.'den. heurigeir Transport wrrhältnisseii vorkockmen können.-' G * Botenverlag-Bon», Tempclftr^ 12. Wocheggdschnlit VesMelöenKett. Der Mann Moseaber war sehr bescheiden, mehr als irgend ein anderer Mensch auf Erden. IV. Moses. 12, 3. „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter-komnu man ohne ihr", spotten die Leute. Laßt sie spotten! Schließlich kommt man „ohne ihr" doch nicht richtig weiter. Aaron und Miriam jedenfalls kamen nickt weiter, wie »nft an dir, sein Saboath die Thora erzählt. Sie redeten aueinem nichtigen Grunde gegen Moses und sprachen: „Hat Gott denn nur mit Moses geredet? Redete er denn nicht auch -mit „ns?" Do hobt ihr die Unbescheidenheit, wie sie leibt und lebt. Und.ihr gegenüber steht Moses, der einzige, nnvergleichliche Mann, alte überragend und doch — „sehr bescheiden, mehr als irgend ein anderer Mensch auf Erden." Bescheidenheit kommt non „Sich bescheiden", wer sich also bescheidet, der allein ist bescheiden. Sich bescheiden aber heißt Nichts anderes als seine Grenzen kennen, heißt Wiste», daß alles menschliche Zusammenleben nur möglich ist, wenn jeder auch die G r e n z.e n a n c r k'e n n l. die das Leben oym Leben und,denMen.'chen.voM'Menjchen trennen. Jede llnbeicheidenheit ist nur ein Übergriff aus eigener in fremde Grenze hinein.' Wenn der kleine Mar bei Tische das große Worr iübren will, io ist das unbescheiden, weil der nasewejie Burich aus seinem kleinen, kindlichen Kreise die Hand hinaussr'reckr m .'iretie, dir nickt sein sinh, darum er sich nicht wundern darf, wenn er was auf eben diese Hand bekommt. Wenn aber.die kleine Lilli hübsch wartet, bis sie gefragt wird, io bleibr sie, wie sich's gehört. im Kreise ihrer Kindlichkeit, Das ist eben bas, tUflg roatt- Erziehung nennt. Alle Erziehung geht darauf chinuüs, dem Kinde seine Grenzen fühlbar zu inachen, und damit die Ärenzen des Lebens überhaupt. iUnd die feinste Kunst der, Erziehung ist es, mit dem.Wachstum des Kindes auch seine Grenzen wachsen zu lassen, ihm die Möglichkeit zu geben, seine jungen Kräfte spielen und sich dehnen zu lassen. Es ist falsch, dem siebzehnjährigen Jungen immer noch dasselbe Taschengeld zu geben, das ermii zwölf Jahren hatte, das gibt sein Lebtag keinen freien Mann. Es ist ebenso falsch, als wenn man den Zwölfjährigen über blaue Lappen per fügen ließe, was einen Verschwender gibt. Vor allem aber

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