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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-06-04 · 1 (4.6.1919) · p. Seite 5

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
1 (4.6.1919)
Date
1919-06-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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*.„* MIer nneryorten Fälschung rückt Prof. Kd u«rd Königiir Bonn in seiner Schrift Da» Ober. Gotteslästerung-Prozeß JJ*t rs ch mit dem ganzen umfangreichen Sachwissen, zuwtbe. da» wir au» den früheren Schriften diese» Gelehrten S" ^testamentarische Fragen kamen. Er zeigt unter Bemfung auf da» einschlägige Quellenmaterial, daß selbstversmndllch die späteren Propheten — womit Kittel nur sogen. Schriftpropheten und nicht die seit frühester Zeit , überhaupt auftretenden Propheten, deren Reden un» itw.! Glicht gesammelt vorliegen/ meint — auf „der schon lange , vorher zu Recht bestehenden Religion Israels auftauen und nur diese selbst ergänzen und vergeistigen. — Borzüg- Nch zeigt sich Königs Stoffbeherrschung in dem nun fol- > genden Abschnitt, in dem er die Argumente Kittels und l Fritschs einzeln einer scharfen Kritik unterzieht und diese : Abwürfe (der Judengott sei «in Nationalgott, ein finnfäl-! ligeS Wesen, ein Wetter- und Feuergott, ia sogar ein unstttliches Wesen) in ihrer ganzen Haltlosigkeit, Flüchtigkeit und Mbelentstellung, beleüchtct. Endlich aber schulden wir König Dank für die Wärme, mit der er der Geistesroheit entgegentritt, die jene Schmutzreden diktiert hat. Er sogt selber: „Wie also im ersten Harchtteilc dieser Nachprüfung mir daS brennende Interesse an der richtigen Entscheidung eine- Hauptproblems der israelitischen ReligionSgeschichte die Feder geführt hat, so im zweiten Haupttrile der sich mir immer von neuem aufdrängende Gedanke, daß den Objekten gegenüber, die Fritsch mit seinen unwahren und rohen Äußerungen angegriffen hat, die Gerechttgkeit verletzt ist." Wir können Königs Schrift unfern Lesern nur bestens empfthlen. ldr. dor letzten Zeit mk As«*litilcha» Krankende,» »rck» mehr. Wir hoffen, dass» bald wieder,eröffnet werdm kann? Us« Lerg und Tal. Stegburg. Frau Wwe. Rosa Levison feinte hier am Sonntag, den 18. Mai, in voller Rüsttgkeit ihren 80. Geburtstag, d« von Verwandten und Freunden zu einem schönen Feste gestaltet wurde. H«nm a. d. Sieg. DaS Ehepaar, Aron Solomon und Frau beging hier am 24. Mai im Kreise seinn Kinder und Verwandten das Fest der silbernen Hochzeit. Linz a. Rh. Vor zwei Monaten wurde hier ein Litteraturverein gegründet, der bezwecken soll, seine Mitglieder in anschaulicher Weise in die jüdische Geschichte und Literatur einzuweihen. Der Verein wurde mit einer nachträglichen Purimfeier eröffnet. ^_der Herr Lehrer Würzburger im Namen des Vorstandes die Festrede hielt, und verschiedene Mitglieder die Zuhörer durch Rezitationen und Klaviervorträge erfreuten. Am 14. Mai hielt Herr Rabbiner vr. Cohn den ersten Vortrag über das Thema „Judentum und Christentum", das er vom geschichtlichen, kulturellen und ästhetischen Standpunkte aus erörterte. Weitere Veranstaltungen sollen folgen. Renumen: Kürzlich feierte hier der verdiente Vorsitzende unserer Remagener Chewre (Verein zur Verbreiades Handwerks unter den Juden), Herr Moritz Faßr,' in voller Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar wurde unter anderem durch eine Adresse des Vorstandes der Chewre geehrt, die seiner Verdienste rühmend Mdachte., Da die Chewre für die Stadt- und Landjuden de» RheintalS stets eine Art Mittelpunkt gewesen ist. Der Duner Gemeiutzrbott Armenverein. Im März v. I. fand die 36. Hauptversammlung de» ArmenvereinS der Synagogengemetnbe Bonn statt: in welcher die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Rabbiner vr. Cohn, Kantor Baum und Frau Emma Stern wiedergewählt wurden. Der Vorstand fetzt sich nunmehr zusammen aus den Herren I. Koopmann. Vorsitzender, Rabbiner vr. Cohn, stellvertretender Vorsitzender. Kantor Baum, Kasiierer, A. Süßkind, Schrift führer, S. Steinfeld. L.'- Feldmann und Frau Emma Stern. Im Jahre 1918 betrugen die Einnahmen 7822.68 Mark, die Ausgaben 6184.40 M., so daß sich am 1. Januar 1919 ein Kassenbestand von 1638.28 M. ergab. Die Zahl der Mitglieder Betragt zur Zeit 105. Leider stehen Noch viele Gemeindemitglieder unsern Besttebungen ftrn und doch sollte ein jeder es als Ehrenpflicht betrachten, drm Verein, der stets und vor allem in den .Kriegsjahren so überaus segensreich wirkte, mit einem Jahresbeittag al» Mitglied beizutreten. Das dem ArmeNverein angeschlossene Kriegshilfekomitee hat seit Februar 1919 seine Tätigkeit eingestellt. , An Familien, deren Ernährer im Felde stand oder die sonst unter der Kriegsnot litten, wurden monatliche Beihilfen gezahlt und dafür im ganzen zirka 15 000 M. verwandt. Allen, die uns in der edlem Sache unterstützt haben, sagen wir herzlichen Dank und bitten .sie, uns nicht nur ihr offenes Herz zu bewahren, sondern auch fleißig neue Mitglieder zu werben Der Vorstand des ArmenvereinS, gez. Koopmann. » K Die Synagoge hat eine neue Orgel bekommen Der Vorstand der Gemeinde beschloß, den vorhandenen Orgelbaufonds für den Ansauf eines großen Konzertharmoniums von 27 Registern zu verwenden. Das Instrument steht bereits an Ort und Stelle. Kürzlich starb hier die ehrwürdige Frau Gibtzlla David, Mutter unseres Gemeindevorstehers. Banker Louis David', im 98. Lebensjahre. Sie war die älteste Bürgerin der Stadt Bonn. Geboren in, Hcimerzheim. beiratete-ste-nach Attenkirchen, und verlor vor nahezu 60~ Jahren ihren Mann, indem sie mit fünf Kindem zurückblieb. Darauf siedelte sie nach Mnn über und vereinigte ihren Haushalt mit dem ihrer Brüder. Seitdem bliebBonn ihre dauernde Heimat. Ihr Leben war durch Leid und Freude gleich gesegnet. Sie hat all ihre .Kinder, bis auf einen, begraben, erfreute sich aber bis fast zum letzten Tage ihres Lebens einer körperlich und geistig gleich staunenswerten Rüsttgkeit. Wer die fast hundertjährige alte Dame gekannt hat, wird ihre Regsamkeit, ihr Interesse, und ihr ehrwürdiges Aussehen nicht vergesien. Die Beerdigung fand am Sonntag, den 18. Mai, unter regster Anteilnahme nicht nur der Gemeinde, sondern auch der ganzen Stadt und Gegend statt. Rätsel. -bisher infolge des Krieges in den letzten Jahren nicht mehr ' stattfinden konnten, bald Wiederaufleben mögen. Einzig. Herr Lehrer Weingarten/ der Jahre law ‘ ines Amtes gewaltet hat, wurde als Lehrer na . Die- Gemeinde hat die Inhausen bei Hanau berufen. e neu ausgeschrieben. Neuenahr. An Stelle des im Kampfe fürs Vaterland gefallenen Lehrers Vohs hat die Gemeinde Neuenahr- Ahrweiler Herrn Lehrer Moritz Hirsch au» Polch gewählt und damit endlich Ersatz gefunden. Leider hört man in Aar überm Himmel auSgespannt: Da kam sie schnell herbeigeflogen Und trug den Frieden über- Land. Doch waS an jedes Ohr gedrungen Damals im Schein des neuen Lichts, Ihm ganz allein hat'» nicht geklungen, E r stand dabei und hört« nicht». lAuflösung in nächster Nummer.) -

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