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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-06-04 · 1 (4.6.1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
1 (4.6.1919)
Date
1919-06-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Erlaubnis brftißchen MiliÜirbehörderl { Der »gflMMc v»tr vom Rh,in- | «xschetnt jeden Freltog r lBuu^pret«: dv Ps. monatlich! l i Rchakttvnsfchlust: Moniag abrnd; »»»»»»»,,»»»»»»« vom Rhein i An-et-rnpret»: Sb Pf. dt« vier» i { grlpalt. Pettt-etle - Bet Dieder»! « X! holnngen rmsprech. Rabatt «n» Mycher ryochendratt für die Rbeinifchen Lande, Bonner öeimindeblatt für das Rbeintal, N - Siegtal, Hbrtal ufw. HachisDßgeb«« vön Rabbiner Or. E>il Evh», Bonn. Schriftleitung und Versand: Bonn, Tempelstraße \2. * P»««rr 1 Monn, 4. Auni 1919 — Mochenfest 5679 1. Iahrgrng. \ dtsch« Der Inhalt: Aum Geleit. — Zum Offenbarunqdkrfte. — Wochenschau. — Binat. — Der Rrbbe von Xemno«. — «uS der Boten» saLev. — tzitchrrschau. — Von Berg und Dal. — Der Bonner Gemrtndebote. — Riltsel. — Tn unsere Leser. — Briefkasten. — rtndhote. — Ikalrnder der Woche. — Gotreddirost in Bonn. — tzahrzruen. ' , •V ' Z»m DeleU. Der „Jüdische Bot« vom Rhein" schneidet, sich vom pfingstlichen Strauch der schönen Gottesnatur Äneu gehörigen Wanderstab, steckt sich einen grünen Busch an den Hut, tut den.Ranzen auf de« Rücken und tritt mit fröhlichem Mut seinen Botengang an. Tr wandert durch Stadt und Land, an den Burgen des Rheins vorbei, schaut ins Ahrtal hinein und ins Tal der Sieg, Pilgert über die Berge der Eifel und des Westerwaldes und noch viel weiter, »vo die Mosel und die Saar sich ergießen, die ganzen -schönen rheinischen Lande auf und ab, bis dorthin, wo^ie .Hochöfen glühen und die Schlote rauchen, ja, bis ins Westfalenland hofft er zu kommen und schließlich, wenn ihm das Glück hold ist. bis ins Herz des Reiches. Und wo er jüdische Häuser fiüdet, da klopft er an, und wo man sich nicht an seine staubigen Füße kehrt, da tritt er ein und grüßkchie Leute mit jüdischem Gruß. Der „Jüdische Bote" will ein Volksmann sein. Der alte Wandsbeckpr Bote hat's ihm angetan, der weiland in der Hamburger Gegend herumhinkte. In einer "armen und elenden Zeit, wo den Leuten die Not bis an die Kehle geht und sie nicht wissen, was der kommende Tag ihnen bringen wird^meint er, daß man dem, der frohen Mut,, «in« tüchtige Portion Humor und rechte Volkstümlichkeit sein eigen nennt, nicht so leicht die Türe weisen wird. „Pack deinen Ranzen aus, Bote, und zieig dein ' Päckel! Was hast du zu bieten?"' O, nicht viel.liebe Juden in Stadt und Land, aber doch etwas, was wenige -haben: ^Fröhliches-Judenturn^ ihr Leute s Jeden Freitag» abend das Neueste der Woche, jeden Freitagabend ein echtes religiöse- oder gefinnungstüchtiges Wort, jeden Frei» , tagabend etwas Belehrendes vom Judentum, jeden Frei- -—tagcchetAmrch «ine Erzählung, «ine Sage, eine Märe nus - DLtertagen oder, was weiß ich, und wenn noch zuletzt «iy netter Scherz aus der Botentasche fällt, so wird auch der nicht verachtet werden. find zunächst die Leute seiner engeren Heimat, das, was sie am nächsten apgeht, ihr eigenes tägliches Erleben, ihr kleines und lleinstes Judentum, das Neuste^ ihrer Gemeinde, ihres engen Kreises, für den sie sich erwärmen und der ihnen besonders ans Herz gewachsen ist. Nicht Klatsch- und Kleinkram will er herumbpingen — Gott schütze uns vor solchem Boten — aber er meint, daß ein fröhliches Judentum nicht gedeihen kann, wenn immer nur die ganz großen und ganz erhabenen Gedanken gedacht und ausgesprochen werden. In der kommenden Zeit wird ja alles Glück und aller Frohsinn für die Leute hierzulande nur .in den vier PLänden ihres Hauses liegen. Darum will der jüdische Bote auch ein heimatlicher Haus- und Gemeinde» bote sein und die Botschaft nicht nur des großen, sondern auch des kleinen Judentums bringen, "4>enn auch im Kleinen liegt das Große. O, er weiß sehr Wohl, ^aß^s Parteien überall und also auch im Judentum gibt und sogar geben muß, er achtet ihre Überzeugungen um so mehr, als er selbst seine eigene und wohlbekannte Überzeugung hat, die ihn in der Wende dieses'furchtbaren Krieges Israels Zeitenwende ' ' ahnen läßt. Aber, fragt der Bote, ist denn, kann dMy _ Partei das erste und das letzte Wort im Judentum sein? Und in dem Aber liegt das — Nein! , In einer Zeit, wo die Parteimänner glauben, daß Partei allons schon Überzeügungstreue, Weltbild und, Lebensanschammg in eitern sei, in einer Zeit aber auch, wo der träge um^bekenntnisschwache, der gleichgültige und oberflächliche Jud^fich nur zu oft hinter dem bequemen Worte Neutralität Erkriecht, als sei Neutralität eine Straßenecke, hinter die man treten kann und nicht vielmehr der offene Markt, >vo alle sich treffen, — will der neutral und doch grsinnungsvoll sein kann, wie ein volles und unverkümmertes Judentum selbst den Parteimann noch höher stellen kann als auf die Zinne der Partei. Er wiederholt , es: Ein Volksmann, kein Parteimann will er sein. * " Sodann aber für die Leute des wunderschönen Rhein-, Ihr- und SiegtalS. und der sie umgrenzenden Berge, da» LEO BAECK INSTITUTE NEW YORK

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