Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 467 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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/ Otto F e n ich e 1: Esoterik. 467 sie zu streiten, obwohl ihrer viele sind. Denn Jahveh wird ihre Mauern niederreißen und sie werden fallen, wie einst Jerichos Mauern. Und sie werden erzittern vor dem Heere des Ewigen. Vor dem jüdischen Heere. Mos che Ha hohen. *~ v - . Esoterik. \ Keinen Nebel von "Worten und her-, kömmliefien Gefühlen um sich dulden. Fest und scharf auf die Tatsachen Micken. Vas einen solchen Bli(k nicht aushält, * an dem ist?5 schon irgend etwas Schwindel. * * Georg Stammler. Es gibt Passivisten* und Projektoren. Passivisten sind jene, die den Genuß des »Geschehenlassens« lehren und des »Empfindens«. Sind jene, . die »glücklich« waren, wenn sie »im Regen standen ohne Dach«35, die alle Realität nur »prosaischen Alltag« nennen und die alle Tätigen verachten als solche, die vor sich selbst davonlaufen müssen in eine '»•Wirklichkeit«. Projektoren aber sind jene, die nichts an sich merken können, sie glaubten denn, es sei' außer ihnen. Sind jene,*die einen Aufsatz beginnen »Es gibt Passivisten und Projektoren«^ Die die Menschheit in zwei jKlassen einteilen, entsprechend ihren eigenen gegensätzlichen Trieben. Die "alles aus sich hinäusversetzen und dann nichts mehr in sich haben, daher nichts mehr vom Ich verlangen als die Überwindung des Ich. Die nur mehr ' die Welt, nicht aber sich ändern wollen. " Es gäbe allerdings noch einen Weg: Der Welt zu lassen, was der -Welt, und dem Ich, was des Ich ist, — den Weg der Redlichkeit. . Den gibt es" aber nur theoretisch. , Und doch ist es unser Weg. Wen kümmert die Unerfüllbarkeit seiner Aufgabe! Sie ist gestellt;, Wird das Ziel nie erreicht, so sei es die Kurve, zu der .wir Asymptote, Und so oft wir sehen, wir haben Äußeres ver^ ' innerlicht oder Inneres veräußerlicht, wollen wir es bereuend erkennen, und - den einzig sinnvollen Weg der Reue gehen: Es besser machen. Gegen das passivistische Extrem ist schon so. viel gesagt worden, daß wir schön alle, so sehr davor zittern, daß wir in* das gegensätzliche Extrem verfallen. Aber hüten wir uns vor der Projektion! Hüten wir uns davor, »Politiker« zu werden, um unsere Person nicht mehr zu sehen, wozu die Weltsituation so sirenerihaft verleitet. Achten wir darauf, daß die Politik für die Menschen da ist uad nicht die Menschen für die Politik. Daß der politische Gegner zwar politischer Gegner ist, aber nichts dafür kann, daß seine Absichten mit denen unseres Unbewußten übereinstimmen. Kaitferaden und Kameradinnen! Im Jahre 1913 wurde am hohen Meißner . eine Formel aufgestellt, die Unendliches verhieß: Selbstgestaltung des Lebens Jugendlicher und innere Wahrhaftigkeit! Ja, das ist leicht, sich der Verpflichtung ihrer Erfüllung zu entziehen, indem man sagt, bevor geistige Forderungen gestellt werden,' müsse erst jeder Mensch zu essen * Rilke, Stündenbudi. Als Symbol des Passivismus herausgegriffen vort Kurt Hiller.