Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 462 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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462 Mos che Hakofien; *» ^es nennen, was in der Tiefe ihrer einsamen Herzen wohnt, wäs Sehn* sucht ist uqd Erfüllung zugleich, Förderung und Vollendung? Wie könnten sie es zeigen, däs/fl( was verschämt in ihnen ist/ sie ganz erfüllt und bindet? Und die anderen, die Volljuden sind, wie sollten sie es nennen? Unterhalb der Grenze des Bewußtseins liegt das, was zu tiefst das Ich ist.. Nur Außenstehende können es betrachten. Kein eigener Blick ist so nach Innen gekehrt, daß er selbst sich durchschaut. Hier ist klar unsere Entartung, unsere Assimilation, wenn maus will, daß wir das Judentum suchen. Es nicht in uns tragen, gleich einem ' köstlichen Schatz, sondern es suchen und juhs aneignen müssen. Ein Jude .schreibt über jüdischen Geist, ein Jude über jüdische Bewegung. Nein, wenn er Jude wäre, so~*wäre erganz jüdischer Geist, ganz jüdische Bewegung. Aber wir sind nicht Juden, wir sind Europäer, * ~~ Und die Abwendung vom Europäismus, zu dem, rwäs wir . als Nicht^Seiend erkennen. Die Hinwendung, Zurückwendung zu dem, was wir als seiend ahnen und zu erfassen suchen — das ist Zionismus. Das Rätsel und das Unbegreifliche dieser Bewegung ist eben dies, daß sie an nichts Reales gebunden ist. Völlig in der Sphäre der Idee liegt ihr Ziel und völlig in dieser Sphäre sind ihre Trägef. Anders ist es mit der Palästinabewegung. Alle heutigen Nationaljuden sind nichts anderes als Palästinophilen, nimmer Zionisten. Die nationaljüdische Palästinabewegung ist eine durchaus reale, \nan könnte fast sagen, materialistische Bewegung. Ihr Ziel ist das Glück des jüdischen »Volkes« im* eigenen Land, freie Entwicklungsmöglichkeiten, menschenwürdiges Dasein und so weiter: alle Forderungen, die der heutige Zionismus stellt. Sie rechnet lediglich mit der Tatsächlichkeit des jüdischen Volkes, nicht mit seiner Idee,** sie. betrachtet das materielle <soziäle> Unglück unseres Volßes, nicht die Idee des Galuth an sich.-Sie fordert von ihren Trägern nur <äie Hingabe ihres Daseins an, die Bewegung, nicht' die restlose Erfülltheit des Menschen von der Idee. Nur die Arbeit seiner Hände, nicht das Blut seines Herzens. Nur das Werk seiner Gedanken, nicht sie selbst. * . " " Dieser Bewegung anzugehören somit ako dem offiziellen Zionismus —- kostet nicht allzuviel; einige Qpfer an Gut und Behaglichkeit im höchsten Fall. Sonst genügt bald wohlwollen für sechs Mark Schenkel. Daher gehören auch so yiele Juden ihr an. Esv ist ja schon fast modern Zionist £u sein und es gehört schon fast zum guten Ton in tden Salons. 'Man kann die Theoretik des Palästinensjsmus <und des Muskelzionis^ imis> durchaus nicht etwa widerlegen. Sie ist völlig richtig und/ jeder Rechtdenkende wird sie einsehen. Nur eins: Man "kann sie über* winden. Dieser Zionismus kann überwunden werden durch die Lossagung von Europa. Der wahre Zionismus aber ist eine letzte Sache, die nicht mehr überwunden werden kann; Das Leben -des .europäischen Menschen <der nicht nur in Europa wohnt, sondern in jedem Kulturland mit Notwendigkeit auftritt) vollzieht sich in