Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 457 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mentioned entities
- Homer 1× ep/1025156
OCR text
Von der Statute eurer Namen. 457 wäre und sie auch ausgesprochen hätte, daß Deutschland sich an meinen Hamen gewöhnen werde ... Warum sollte sich übrigens Deutschland erst 'an meinen Namen gewöhnen müssen, der so leicht auszusprechen uiid so wohlklingend ist und dessen Daktylus ohne Weiteres schon von Homer hätte benutzt werden können und warum sollte ein Verdienst darin liegen, daß ich meinen Namen für Deutschland nicht geändert habe, da doch dieser Name gerade für Deutschland nicht ohne weiteres -als jüdisch erkannt wird. Vielleicht wäre es mir von Vorteil gewesen, für Präg meinen Namen zu ändern, nicht weil er mich, sondern weil er aniere-Leute geniert hat. Ehrlich gestanden, halte ich es für einen Zufall, daß ich kein Pseudonym gewählt habe. Schließlich sei mir noch gestattet zu bemerken, daß mein Name, wenn er auch auf meine jüdische Herkunft deutet, gut deutsch ist, wie ich schon vor dreißig Jahren in meinen linguistischen Plaudereien dargelegt habe. .... Heinrich Teweles.« " Derselbe Herr Teweles schreibt über ein ähnliches Thema im »Prager Tagblatt« -unter dem Titel »Erinnerungen eines Prager Deutschen« folgendes: »Ohne Affektation: Ich weiß nicht, ob es dermalen in Prag noch einen Menschen gibt, der Jeiteles heißt. Der Name hat, wie alle Namen aüf eles einen guten Kfeng ,• es ist ein volltönender Daktylus, der besonn ders für Heldengedichte sehr verwendbar ist. Was speziell jeiteles betrifft, so ist der Text zu Beethovens Liedern »An die Entfernte« von dem Brünner Doktor Jeiteles verfaßt, dessen Enkel der bekannte Direktor der Nordbahn war. In meinem BüdMein »Der. Kampf um die Sprache« habe ich versucht, die Herkunft dieser Namen zu erklären. Es sind der Form nach entschieden deutsche Namen, aus einem Liebkosungs-Diminutivum und dem genitivisefaen sJ entstanden. Auch der- 5tarnm ist fast durchwegs deutsch,- in den meisten Fällen läßt er sich iauf einen <Vor^>Namen zurückführen, Kurz nach meiner Veröffentlichung besuchte midi der Professor des römischen Rechts an der Wiener Universität, Dr. S tanislaus Pin eles, und brachte mir Abdrücke mehrerer Aufsätze^ worin er unter Hinweis auf den sdiwä^ bischen und fränkischen Dialekt nachwies, daß die in Oesterreich als jüdisch geltenden Namen^ durchaus deutsch seien,- er belegte seine Forschung überdies durch die Photon graphie * einer uralten Urkunde, in der ein solcher zweifellos deutscher Name angeführt war, . . . Der Beherrscher der Schätze, im deutschen Altertum Säckelwart, in der nächklassiSjchen Zeit Kassier genannt, war ein Bandhändler aus der Schwefelgasse, namens Wilhelm Ilner, ein braver und gutherziger Mensch, nicht ohne gesellschaftliche Gewandtheit, Sommer und Winter mit einer gelben Rose im Knopfloch, an der er weithin kenntlich war. Trotz der gelben Rose hieß er eigentlich Jeiteles. Er hatte zeitlebens