Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 435 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus einer anderen Jugendbewegung. 435 bestehenden Gesetze,- 2. darauf zu aditen, daß die bestehenden gesetzt liehen Schutzvorschriften auch wirklich eingehalten werden / 3. ein Reformpfpgramm aufzustellen und den Kampf für die Verwirklichung desselben zu fuhren, Audf dieses Programm wurde bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und für jede der Forderungen, die aus demselben resultierten, wurde ein energischer tind zäher Kampf geführt. Pie Meister und Chefs lachten^ in der ersten Zeit, als sie von den Resolutionen und Forderungen ihrer Lehrlinge erführen, in der Folge jedoch verging vielen von ihnen die Lust dazu, denn die Lehrlingsschutzkomitees der Vereine gaben ihnen keine Ruhe, sie kontrollierten immer wieder, wie lange die Arbeitszeit und welcher Art die Behandlung der Lehrlinge sei und zwangen durch ihr energisches Auftreten die Behörden, darauf ziiachten, daß die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Der Kampf um die Einhaltung der gesetzlichen odiutzvorschriften war für die arbeitende Jugend von eindt ganz außerordentlichen Bedeutung. Denn die überaus lange Arbeits^ zeit in den dumpfen, schmutzigen und unhygienischen Werkstätten unterfrühen die Gesundheit und Entwicklung der Lehrlinge und nur dem Linsetzen der Jugendbewegung ist es zu verdanken, daß sich die Lehr^ linge, wenn auch nur wenige Stunden freie Zeit zur Erholung erzwingen konnten. Ja, der An den letzten Jahren erzwungene Erholungsurlaub für Handelspraktikanten wäre trotz der* gesetzlichen Vorschrift ohne Intern vention der Lehrlingsschutzkomitees ganz undenkbar gewesen. Auch die An den letzten Jahren im Westerr einsetzende Spork* und Wanderbewegung der Jugend wurde von den jugendlichen Arbeitervereinen in Galizien aufgenommen und trug, viel zur Gesundung der arbeitenden Jugend bei. Aus dem gleichen Drange nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit, aus dern die Jugend einen Kampf gegen die Arbeiterbewegung führte, schuf sie "sich auch aus eigenen Mitteln und mit eigenen Kräften ihre eigene Presse: »Die jüdische Arbeiter-Jugend«, deren erste Nummer bereits im Jahre 1906 , in Lemberg erschienen ist. Sie ist wohl die erste und älteste Zeitschrift derarbeitenden Jugend in jiddischer Sprache gewesen. Der Mangel an Geld, Verfolgungen seitens der. Behörden und verschiedene andere Umstände haben ihr Erscheinen oft unterbrochen, doch die ün^ ermüdlidie Energie einer begeisterten Jugend überwand immer wieder alle^ Hinderfiisse und die »Jüdische Arbeiterjugend« ■ erschien in den letzten Jahren vor dem Kriege regelmäßig jeden Monat. Seit dem Jahre 1908 Var sie das offizielle Organ des Verbandes »Jugend« und das eigentliche zusammenhaltende Band der gesamten Bewegung. Die Jugend fühlte und verstand, wie nötwendig eine eigene Zeitschrift für sie sei, und hing an derselben mit einer fanatischen Liebe. Von Monat zu Monat wartete man in den kleinen Städten Galiziens sehnsüchtig auf das Er^ scheinen der »Arbeiterjugend« und wenn sie verspätet oder überhaupt nicht eintraf, was oft genug vorkam, so herrschte Trauer und Nieder> gesdilagenheit in den vereinen. Die Mitglieder, und ganz besonders die reitenden, schämten sich, in der Annahme, nicht genug getan zu haben, um das Erscheinen der Zeitschrift zu sicfaern> Immer nadh einem solchen Ereignis wenrf die »Arbeiterjugend« nicht erscheinen^ konnte —