Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 430 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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430 * Erwjn K oh n i Über soziale.Arbeit. * * - .• ■ liehen,- fast ein jeder hat Gelegenheit, beide zu bearbeiten, Die eine Tätigkeit ist, sich vorbereiten, ein tätiges Mitglied einer bestimmten Menschengruppe; in einem bestimmten-Produktionszweig unter bestimmten Produktionsformen zu werden. Das tritt einen jedeni än, bei der Wähl der Schule und des Berufes, der Arbeitsgemeinschaft und der Regelung des persönlichen Arbeitsverhältnisses* Er muß nicht nur dafür ein* steh en, daß <ler jüdische Mensdi reproduktiviert werde, daß der Betrieb keinen Zwedkverbänd von Händen, sondern .ein Ganzes ideell verknüpfter Menschen darstelle ich wende mich? aber scharf gegen die Separations* tenaenz und sentimentale Gemeinsehaftssuche mancher Landarbeiter* gruppen, dereh Schädlichkeit sich bald erweisen wird , sondern er muß das einfach tun. Die neuen Produktionsformen führe er nicht nur dadurch herbei, daß er sich derjenigen politischen Partei anschließt, die ihm diese am richtigsten anzustreben scheint und bei ihr Dienst leistet, sondern vor allem dadurch, daß er sich selbst genau mit «der Theorie genossensdiaft* lieber Arbeit in seinem speziellen^Berufszweige bekannt macht und jede Gelegenheit zu ihrer praktischen Verwirklichung ergreift. Es scheint jetzt klar zu sein, daß soziale* Arbeitin dieser Art nichts anderes als praktischen Sozialismus bedeutet und daß sie im allgemeinen eine Angelegenheit ist, die die Jugend nur zu bestimmten .Zeiten betrifft und deren Ausführung im wesentlichen den Erwachsenen zukommt. Aber die Vorbereitung darauf müßt ihr und Jkönnt ihr nicht frühzeitig genug beginnen und dazu ist, um ein Beispiel zu nennen, jede Schule der ge* eignete Ort oefer kann es zumindest durch unser aller Bemühen werden. Das führt uns zur zweiten Haupttätigkeit auf dem Gebiete der sozialen Arbeit, das bisnun als Fürsorge bezeichnet wird, dessen Rahmen aber vielseitig zu stecken ist. Hier gibt es, was die einzelnen Zweige betrifft, für midi" nichts Neuartiges zu sagen,- nur das eine;'daß wir inimer_ unter dem. Gesichtspunkte der Reprodüktivierung arbeiten müssen, claß daher Dinge, wie Produzenten*; Konsumentenorganisation,, Settlement, Siedlung/ volksbildungswesen, Volksgesundheit, unsere höchste Auf* merksamkeit verdienen. Und dabei gilt, daß es in dieservUnsurrtnfe von Arbeiten für jeden eine angemessene Tätigkeit gibt und daßgar niemand, sei er noch so mit sich und seiner Vervollkommnung be* schäftigt, sich ihr entziehen darf. Eine strenge Verpflichtung und eiii Mindestmaß sozialer- Arbeit muß• für jeden EinzeInen bestehen. Daraus wird zweierlei resultieren: die jüdisch*soziale Erziehung wird auf die einfachste Art erzielt, indem jeder Jugendliche bei jseiner Arbeit den lebenden Volksorganismus -mit seinen Leiden und Bedürfnissen kennen lernt,- diejenigen, die den Dienst am Volke als ihre Lebensaufgabe be* trachten, erkennen, wie dieses aus Büchern und Vorträgen bekannte Volk denn in Wirklichkeit* beschaffet ist, und so die Stätte ihrer künftigen Wirksamkeit findÄi und abgrenzen/ in zweiter Linie wird die Durch* führung intensiver sozialer Arbeit erst dadurch gewährleistet,, daß eine ganz große Zähl von jungen Menschen für alle notwendige Detail* arbeit jede Woche durdi Tage - „oder Stünden hindurch zur Verfügung steht, für Verwaltungsarbeiten im Innern sowohl, als auch für den Außen*