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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 408

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 408 (sequence 54)
Language
German
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-4.Q8 Erwin Kphn: wird. Jeder Lehrer in Brez Israel muß die entsprechende berufspsycho* logische Schulung besitzen^, die ihn zur individualisierenden Beobachtung jedes einzelnen seiner Schüler vom Sdiulbeginn an befähigt. An "den Schulen Erez Israels werclen keinem Versetzungen« und »Schlußprüfungen« eingeführt, sondern bloß zeitweise »Intelligenz*« oder »Eignungsprüfungen«, die »Zeugnisse« werden durch periodisch neuanzulegende »Beobachtungsbogen« ersetzt. An der Grenze zwischen allgemeinem Volks- und Spezial* sdiulen steht die entscheidende »Begabtenauslese«. Sie hat sich aus vier Komponenten zusammenzusetzen: Vorerst aus den Bedürfnissen der Berufsgliederung des Landes, die den Zqflüß" zu den einzelnen Berufen limitieren und so jedes Berufsproletariat urimöglidi machen. Sodann aus den Resultaten der langjährigen berufspsychologischen Beobachtung, dip in den gesammelten Beobachtungsbogen Vorliegen und einen ziemlich genaüen Schluß auf die Begabung eines jeden zulassen. Aus dem Eindruck, den der hauptamtliche Berufsberater, der dies Amt je nacfr"Frequenz für einen gewissen Sprengel versieht, aus dem Verlaufe der Beratungen mit dem Jugendlieben gewonnen/-hat, und schließlich aus den Wünschen "dieses Jugendlichen selbst, die sich durch den, Einfluß des Lehrers und Berufs* beraters kaum in starker Divergenz zu den der Gesamtheit bewegen wenden. Was wird durch eine Begabtenauslese solcher Art erreicht? Fast scheint es zu kühn gesagt: nicht weniger als die vollständige Lösung des Berufs^ problems, gewisse Bedingungen deS sozialen und beruflichen Lebens vor* ausgesetzt, die aber in einem Gemeinwesen, das s o für seine Jugend sorgt, als selbstverständlich angesehen werden können. Periii die Hauptfehlerquellen der heutigen Notlage des Berufslebens und insonderheit Aet vör der Berufswahl stehenden Jugend sind beseitigt Der Familie ist jeder Einfluß auf die Berufswahl genommen, soweit er weiter geht als Rät und Wünsche. . Dem Jugendlichen ist die quälende Unsicherheit, das Grübeln, der krankhafte Ehrgeiz, die unsoziale Hochmut des »Gebildeten« benommen und so* eine wesentliche Reinigung der Atmosphäreder Jugend* gesellschäft geschaffen. Den einzelnen Berufen werden gerade in dem'Maße, als sie es benötigen, die besten überhaupt vorhandenen Kräfte zugeführt/ eine Qberfüllung einzelner Berufe, mit der Gefolgschaft der Arbeitslosig* k&t und Deklassierung, ist von vornherein unmöglich, aber auch dir Leutenot in. manchen Berufen wird gesteuert und die Folge ist ein stetes Fortschreiten der Volkswirtschaft, die sofern sie nur überhaupt gesund basiert ist, Platz bietet für die wachsende Bevölkerung und den Kräftezufluß in alle Produktionsgebiete. Berufsfreudigkeit kehrt wieder, dadurch, daß «jeder am richtigen Platze steht,- weiß, daß die Gesamtheit in ebenso guter-Weise für seine-Nacbkommenschaft sorgen wird und regiert wird von solchen, die dieses Geschäftes mächtig sind. Und schließlich das Bedeutungsvollste: das Streben nach sozialem" Aufstieg, nach Lebensglück und materieller Sicherheit der Kinder ist voit einem Gebiet abgelenkt,, das der Gesamtheit Schaden brachte, dem der Kapitalsanhäufung utid Rentensucht. IX. Hier ist der Punkt,' wo die Lösutig des Berüfsproblems weit hinaus* reicht über den ih?- bisnun gezogenen Rahmen, und an* das soziale Problem

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