Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 8-9 (Nov. Dez. 1918)
- Date
- 1918-11-01
- Page
- Seite 307 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Siegfried Bernfeld: Vorbereitung für Palästina. 307 eurer ünyerwirklichten Propheten von gestern. Seht über die Verschiedenheiten das Gleiche sich wölben, den Geist, den ihr verwirklichen wollt. »Bildet Orts-, Alters- und Freundsdiaftsgruppen. Sucht eudi zu helfen und zu fördern. Erst wenn ihr einander sicher seid, dann schreitet zum Tun* . . , Schreibt, redet, denkt, predigt,. . . treibt Aufklärung. Ver^ bessert die Erziehung, damit die Jungen bald die Gemeinschaft des Geistes spüren und seiner Genossenschaft Mittäter werden. . . . Dann komme sein Reich«., »Wie uns jetzt die Schläge des. Bösen weh tun, wie die Erfolglosigkeit der alten Zeit, durch das heutige Elend bewiesen ist!« »Laßt uns yoter anderen Sternen beisammen sein: Den festen, guten, hart leuchtenden der sittlichen Vernunft.« Diese Wprte. Kaysers in »Tätiger Geist!«, der dem Empörertum der Einzelnen nicht, mehr traut, und daher einen Bruderbund fordert, dürfte auch, unsere Jugend beherzigen, auf daß das Reich Gottes komme. . . Auf daß es noch in unseren Zeiten komme. . . Julius Rottersmann. Vorbereitung für Palästina. Eine nidit gehaltene Rede an die Chaluzim. Kameraden! Euer Leben hat ein Zentrumwas Ihr tut und was Ihr denkt ij§t strenge gerichtet. Das Ziel Eurer Zukunft liegt greifbar nahe vor Euch. Ihr wißt, daß Ihr Pioniere sein werdet, Ihr wißt, daß Euer zukünftiges Leben erfüllt sein wird, von der einen großen Aufgabe, Eurem Volke zu dienen und so erfüllt Ihr Euer gegenwärtiges Leben mit der Aufgabe, das künftige vorzubereiten. Arbeiter und Bauern werdet Ihr sein in Erez Israel und so müht Ihr Euch, die Sprache Eures Volkes zu lernen> Euren Körper, der schlaff geworden ist beim Sitzen in den Schuld bänken, zu stahlen, Euren Geist, der eingekreist war in allerhand fremdes Wissen, zu läutern, ihn freizumachen von aller Kümmerlichkeit und ein^ zustellen auf freie Luft und schwere Arbeit. Alle freuen wir uns Eurer. Wir, die wir hoifen, bald nach Euch hinzukommen und Euch in voller fruchtbarer Tätigkeit wieder anzutreffen. Jene, die wissen, daß sie hier bleiben werden, die aber dennoch ein deut^ «dies Gefühl dafür haben, daß von nun ab der Schwerpunkt des jüdischen Lebens, das Zentrum des jüdischen Volkes in Euren Häusern und auf Euren Feldern sein wird. Doch mischt sich ein wenig Sorge in diese Freude. Werdet Ihr zulänglich sein, Freunde, werdet Ihr die jüdische Generation sein, die wir alle ersehnen, werdet Ihr Euch selber halten, was Ihr uns versprecht? Niemand zweifelt, daß Ihr Euer Bestes und gar Euer Mögliches tun werdet, aber jeder muß sich fragen, ob Euer Bestes genug, sein wird. Ob.Jhr mehr als Bauern, Arbeiter und Pioniere sein werdet, das ist die Frage. Es ist unsere beinahe unzerstörbare Hoffnung. Denn das wißt,