Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 7 (10.1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 284 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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284 Menschen — Bücher —- Bewegungen. Männer werden viel gewinnen, für sich und die anderen, wenn sie versuchen, diese reine Athmosphäre von Gerechtig^ keit, Wissenschaftlichkeit und Kinder^ aditung zu atmen. Dann die Schriften Berthold Ottos. Hier ist es schwer, eine Auslese zu treffen und eine den andern vorzuziehen. Von der politischen Gesinnung dieses Denkers abgesehen, die zweifellos das Kopfschütteln so manches erregen wird, ist kein Wort in seinen Schriften, das nicht aus einem Empfinden gegenüber der Kindheit flöße, das wir, gemessen an der heute üblichen Art des Verkehres mit Jugendlichen, ein revolutionäres nennen müssen/ nicht ein Gedanke, der nicht wert wäre, nachgedacht zu werden. Aber wenn schon eine Auswahl empfohlen werden soll, so sei die Aufmerke samkeit insbesondere gelenkt auf die Schriften: »Volksorganische Einrichtung gen der Zukunftsschule«, »Die Fami^ lienreform«, »Vom königlichen Amt der Eltern«, »Beiträge zur Psychologie des Unterrichtes«, »Das Buch von der Helga«. (Sämtliche erschienen im Hauslehrer^ Verlag, Groß * Lichterfelde, Berlin.) In der Zeitschrift »Der Hauslehrer« sind zahllose Berichte aus dem Leben der von Berthold Otto geleiteten Hauslehrerschule in Groß^Lichterfelde bei Berlin, einer Schule, die radikal ge^ brochen hat mit allem pädagogischen Aberglauben an die Heilkraft von Prü^ fangen, Lehrplänen, Aufgaben, Schuld stunden, geschlossenen Klassen und Adressen der Mitarbeiter: Dr. Siegfried Bernfeld Wien, XIII. Titlgasse 13. Eugen Hoeflich Wien, XVI. Festgasse 17. Dr. Abraham Schwadron Wien, IX. Seegasse 25/15. Franz Mayer Breslau, V. Zimmerstraße 18. Cheskel Zwi Klötzel durdi die Redaktion. Bänken, Klassenbüchern, Strafen und dergleichen. Hier ist Wahrheit geworden und zeigt fruchtbarste Erfolge, was der ganzen pädagogischen Welt in Europa und ihren Verehrern im Judentum als unfruchtbare Utopie, als verbrecherischer Anschlag auf den Bestand der Kultur erscheinen mag. Und zuletzt Gustav Wyneken, der für die Jugend das viel schwerere und dankenswertere Werk vollbracht hat, das wir in den beiden anderen, gegenüber den Kindern vollbrachten, ehrfürchtig bewundern. Seine Anschauungen vom Wesen der Jugend, von der Funktion der Schule in der Gesellschaft, von der Rolle der Kunst, der Philosophie und des Gemeinschaftslebens in der Erziehung, seine unvergleichliche Tat, die Freie Schulgemeinde Wickersdorf <bei Saalfelde a. d. Saale in Thüringen), sind im Be^ griffe, selbstverständliche Grundlage für alles Denken und Tun der deutschen Jugend zu werden. Im Falle Wyneken kann idi nicht unparteiisch sein, darum enthalte ich mich jeder bezeichnenden Äußerung. Ich vertraue restlos der selbstverständlichen Wirkung seiner Werke. Man lese die Wickersdorfer Jahresberichte, die Programmschriften aus der Gründungszeit Wickersdorfs, die Jahrgänge der Freien Schulgemeinde <Verlag Diederich in Jena) insbesondere bis zum Kriegsausbruch und man wird vom Hauch neuer Jugend und Geistes^ weit berührt werden. B er n f e 1 d. Alfred Kupferberg durch die Redaktion. Heinrich Süßkind Leipzig, Promenadenstraße 26, bei Sali Hübner. Albert Baer Berlin*Wilmersdorf, Albrecht Schillerstraße 58, Ernst Müller Wien, II Fetdinandstraße 34. Hede Bloch München, Rheinstraße 24. Paul Zucker Berlin-Charlottenburg, Carmenstraße 6. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Mayer Präger, Wien, I. Fleischmarkt Nr. i. Für Deutschland. Dr. Max Mayer, Berlin, W. i5, Düsseldorferstraße 23. — Verlag von R. Löwit, Berlin und Wien. Druck der Österreichischen Zeitungs» und Druckerei-Aktien»Gesellschaft, Wien, III. Bezirk, Rüdengasse 11.