Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 14 (Ausgabe A) (1938)
- Issue
- 20 (15.10.1938)
- Date
- 1938-10-15
- Page
- Seite 306 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. ' . . ' ) '-'• "■ : ] ' : ■ " ' ■ " . ■'■ 306 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern (_ Nr. 20 Wegen Geschäftsaufgabe verkaufe ich meine gesamten Herren- und Damenstoffe :\ Futterstoffe usw. zu ganz besonders billigen Preisen. Besuchen Sie mich unverbindlich! FRITZ BACH, Göthestraße 72, parterre. gefeit gegen ein Los. das nur Jene betroffen hat? Die Institutionen, die imsere Väter «©schaffen, gefördert, uns als Vermächtnis und Verpflichtung überantwortet haben, die die Not lindern, Verzweiflung verhüten sollten, sollen sie an uns scheitern, durch uns ein unrühmliches, der" Väter unwürdiges Ende finden, jetzt, da man mehr denn je ihrer, 'unser bedarf? Von alten Seiten, die sich der Wohlfahrtspflege in ihren vielfältigen Sparten widmen, wird Tag und. Nacht das Problem erörtert. Wie soll auch nur einigermaßen ein' Ausgleich gefunden .werden zwischen der zunehmenden'Not uiii ihrer Steuerung} * ',: Wage es niemand, der geben kann — und ein. Jeder kann geben — auch nebeii dem Ärmsten gibt es noch Ärmere — wage es niemand, sich des Gebens, des Gebens bis zum Äußersten, zu entziehen! Groß ist der LWlin dies Gebens, größer noch Schuld und Verantwortung des Versagens! Albert NewöuTger. Aus der Gemeinde München Trauerfeier für Emanuel Kirschner Zur Beerdigung von Prof. Emanuel Kirschner hatte sich eine ungewöhnlich große Anzahl von Trauernden in der Halle des alten israelitischen Friedhofs an der Tha'lkirchnerstnaße eingefunden. Die Trauerfeier wurde mit dem Gesang des 16. Psalms durch Kantor Hohenemser eingeleitet. Dann hielt Rabb. Dr. Baerwald die Trauerrede. Vor den Versammelten entstand noch einmal ein lebendiges Bild des Verstorbenen, der über ein halbes Jahrhundert lang als Kantor und Lehrer an der Hauptsynagoge und in der Gemeinde gelebt und gewirkt hatte. In Oberschlesien geboren, als Kantor und Komponist ein Schüler des klassischen Meisters der Synagjogenmusik. Lewandowski. war er in jungen Jahren nach München gekommen und teilte von da an — es war im Jahr 1881 — bis zu seinem Tai das Geschick der Münchener Gemeinde in einer so inHigen Weise, daß er vielen wie eine Verkörperung des guten Gewissens der Gemeinde erschien. Er war als schaffender und' ausübender Künstler von strengster Selbstzucht und reinster Hingabe, als" Chassan empfand er die hohe Verantwortung, als sclreliach zibbur. Fürsprech der Gemeinde zu seih. Sein Familienleben war durch die treue Sorge seiner Frau, durch die Verehrung, die ihm Kinder und. Enkelkinder entgegenbrachten,, allezeit ein vorbildlich ungetrübtes und wie eine erweiterte Familie empfand er den Kreis seiner Schüler, die alle, als! sie heranwuchsen, seine Freunde wurden. Der Erißt seiner pädagogischen Bemühung, seine jugendliche Begeisterungsfähigkeit und die feine Höflichkeit seines Herzens eroberten ihm die Gemüter der Kinder und bewahrten ihm die Dankbarkeit der Erwachsenen. So war er ein glücklicher Mensch, wenn ihm auch in den letzten Monaten seines Lebens die bittere Enttäuschung nicht erspart blieb, die Stätte versinken zu sehen, an derer so lange gewirkt hatte. Es sprachen weiterhin: der Vorsitzende' der Kultusgemeinde. 0!g.-Rat" Dr. Neumeyer, der die hohe Wertschätzung erwähnte, in welcher der junge Kirsohner bei dem führende Musiker der damaligen Zeit, Hermann Levi, ^tand und der auf den von dem Vetstorbenen stets empfundenen ~ünd zum - Ausdruck-gebrachten ZusammenlKang mit dem Leben der Gemeinde. hinwies; Kantor MülJer für die Kantoren. Oberlehrer Rosenfeld für die Lehrer. Reiolisbahnrat a. D. Dr. Kron- ^_-.--- MAGISTER KIRSCH dar gute Likör, Magister München VII Stadtflliale HochbrUckenstr. 14, Ecke Herrnstr. heimer für alle ehemaligen Schüler und Oberkantor Kornifzer, dem der Verstorbene noch in den letzten Wochen seinen Briefwechsel mit Idelsohn zur wissenschaftlichen Auswertung überlassen hatte, für den Kantorenverband. Kantor Lachmann spracti in feierlicher Weise das Totengebet. So war Emanuel Kirschner auf seinem letzten Gang von der Liebe umgeben, idüe er sefcst, in Jahrzehnten in reichem Maß ausgeteilt hatte. Werner Cahnmann. Jüdischer Frauenbund Der vor den Feiertagen begonnene Nähkurs wird fortgesetzt am Mittwoch, den 19. Oktober, nachmittags 3.30 Uhr, Klenzestraße 4. Es können noch. Neuanmeldungen in beschränkter Zahl entgegengenommen werden. Tel. 410 80. - i ' . „Erinnerung und Hoffnung" Zwei Gästen — Dr. Josef Weiß (Berlin) und Rabbiner Dr. Max Nußbaum (Berlin) — verdankte die Gemeinde München weit über den zionistischen Kreis hinaus eilten Überblick übers die ernste gesamtjüdische Lage, ans .der es kein Entrinnen für den' Einzelnen gibt^. und einen nachhaltigen Impuls für unsere gute und aufrechte Haltung. Am Sonntag, den 2. Oktober, hörten wir nach Begrüßungsansprachen von R.Ä. Dr. Perlmutter und OLGR. Dr. Neumeyer einen ausgezeichneten Bericht über die nächsten Fragen der Palästina-Politik und den bevorstehenden: Abschnitt' neuer Aufbau- und ErsoMießungsarbeiten ifn Heiligen Land nach Bereinigung der' politischen Auseinandersetzungen. Wenige Tage später, am 8. Oktober, konnte Dr. Nußbaum nach den furchtbaren Taigen in Kirjath Scbmuel bei Tiberias noch deutlicher als Dr. Weiß de sich abhebenden Umrisse einer künftigen Regelung der palästinensischen Fragen zeichnen. Die Gedankengänge der beiden Redner führten ohne Umwege zu dem Werk des Keren Kaaemeth Lejisrael und *u seiner neuen Aktion des „Sefer Sikaron" sowie des. „Tel Sikarön". In dem Gedenkbuch der Juden in Deutschland, das Dr. Neumsyer mit den alten „Memor-Büchern". 'den Jiskor- und Maskir-Büchern unserer Gemeinden verglich, sollen sich alle jüdischen, Männer und Frauen mit ihren Kindern eintragen, die Rosch Haschana 5699 noch, in Deutschland lebten. Die einzelnen Gemeinde-Gedenkbücher, die auch eine ^kurzgefaßte Lokalgeschddhte enthalten sollen, werden dann zum großen Sefer-Sikaron vereinigt, das auf dem Skopusberg in Jerusalem aufbewahrt werden wird. Der Gesamterlös der Eimzeichnungen dient denn Bodenerwerb des KKL für den „Hügel des Gedenkens", Tel Sikaron, für eine „Siedelung des Gedenkens" an die Juden in Deutschland. Dr. Weiß in seiner sachlich berichtenden Art und Dr. Nußbaum in seiner anfeuerroden, auch rhetorisch' brillanten Ansprache, verstanden es ausgezeichnet die Zuhörer zu packen. Dem Appell der Gemeinde und des Keren Kajemerh Lejisrael darf sich kein Gemeindemitglied in der heutigen Zeit verschließen. Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten — Ortsverband München e.V. Der Reichsbuwdi Jüdischer Frontsoldatem Ortsveröand München, nahm in der zweiten Hälfte- September seine monatlichen Kaimeradschaftsabende in der Gaststätte Lehmann wieder auf. Es sprach das Mitglied1 des Bundesvorstands und' Leiter' der Kriegsopferabteilung OLGR. a. D. Dr. Rosenthal. Berlin, über: „Die Tätigkeit des Reichsbunds Jüdischer Frontsoldaten, insbesondere in Kriegsopfer- und Auswanderungsfragen:" — Am Sonntag, den 25. September 1938, vormittags, fand auf dem neuen Friedhof vor dem Gefallenendenkmal eine schlichte Ehrüng der gefallenen Münchener Kameraden statt. Nach einer kurzen, eindrucksvollen Ansprache des Vorstandsmitglieds Studienrat a. D. Schaaltnami wurde ein Blumengebinde mit Schleife am Denkmal niedergelegt und das Kaddisch gesprochen. Lichtbild-Vorschrift für Kennkarten Gewöhnliche Paßbilder sind bei der polizeilichen Anmeldung zur Ausstellung der Kennkarten nicht genügend. Zur Ersparung unnötiger Gänge und Kosten wind die pok-goilifilir Vonrhrift wiederholt. WcfrtWlgl lliussen 5 Bilder, Größe 52X74 mm. Kopfgröße 30X35 mm, vorlegen. Das Lichtbild darf 'nicht retouchiert sein und muß die dargestellte Person ohne Kopfbedeckung im Halbprofil nach rechts zeigen, so daß das linke Ohr mit seinen Er- Ifennungs-Merkmalen gut sichtbar ist. Wir verweisen auf die Bekanntmachungen der Kultusgemeinde über Pässe und Kennkarten in dieser Nummer.-