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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-09-15 · 18 (15.9.1938) · p. Seite 277

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
18 (15.9.1938)
Date
1938-09-15
Page
Seite 277 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 18 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 277 Handels- und Kaufmännische Kurse der Gemeinde Wenn auch die heutige Entwicklung des Wirtschaftslebens in erster Linie die Erlernung fremder Sprachen erfordert,^ dürfte es ebenso unerläßlich erscheinen, auch Handelsfächer zu erlernen oder das vorhandene Wissen darin zu vertiefen, da jedes Unternehmen, ob groß oder klein, auf kaufmännischer Grundlage aufgebaut sein muß. Neben einem gründlichen Wissen in Buchführung kommen als ebenso wichtige Fächer Stenographie und Maschinenschreiben in Betracht, da die Beherrschung derselben auch zu einer Existenzmöglichkeit führen kann. — Die Kurse finden Montag von 19—21 Uhr und Donnerstag von 19—22 Uhr Herzog-Rudolf-Straße in der Fortbildungsschule unter Leitung der Handelslehrerin Fr. Elsetlunz statt, die daselbst und auch telefonisch Unter Nr. 60 4 37 Auskunft erteilt. — Es wird zuversichtlich erwartet, daß im Winterhalbjahr von dieser günstigen Gelegenheit, in Anbetracht des mäßigen Honorars ein ausgiebiger Gebrauch in weiteren Kreisen gemacht wird. Zum Hinscheiden von Josef Schülein Mit Geheimrat Josef Schülein ist eine der geprägtesten Persönlichkeiten der alten Generation den Blicken der Mitlebenden entschwunden.- Er selbst war stolz darauf, daß er mit nichts als seinem hellen Verstand als Mitgift einst von Thalmässing nach Freising und dann nach München gekommen und daß er dort aus eigener Kraft groß geworden ist. Sein Glück war berühmt, aber er selbst war der Meinung, daß der beste Teil davon Fleiß und Zähigkeit gewesen ist. Und er hat recht gehabt. Rasches Erfassen, des Augenblicks hat den 23jährigen zum Bankier, den 40jährigen zum Brauer, den 67jährigen zum Gutsbesitzer gemacht, unermüdliche Arbeitsamkeit und unverwüstliche Kraft hat hat ihm geholfen, das Errungene festzuhalten nud auszubauen. So ist er einer der erfolgreichsten Industriellen und einer der großzügigsten Wohltäter dieser Stadt geworden; insbesondere seine Hilfstätigkeit während der Kriegszeit ist noch weithin bekannt. Wir Jüngeren haben ihn nur als alten Mann gekannt und seine Vitalität bewundert. Wenn wir mit ihm über die Felder von Kaltenberg gingen oder wenn wir ihn in seinem schönen fminchener Heim in der RichardAVagner-Straße besuchten, immer waren wir neu erstaunt über die eindringliche Sachlichkeit seiner Kenntnisse, über die illusionslose Klarheit seines Urteils und über die überlegene Klugheit, mit der er menschliche Schwächen bis auf den Grund durchschaute. Es bleibt uns die Erinnerung an einen Mann, der gezeigt hat, wie man das Leben meistert. — Ähnlichen Gedanken gab an der Bahre des im 85. Lebensjahr Verstorbenen Rabbiner Dr. Baerwald formvollendeten Ausdruck. Vor der zahlreich erschienenen Trauerversammlung und vor den Angehörigen der Familie entstand'noch einmal das Bild eines Mannes, der in Beruf und Familie Mittelpunkt und Vorbild gewesen ist. Werner Cahnmann. Mitteilung an die Inhaber von Gewerbelegitimationskarten! Nach dem Gesetz zur Änderung der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich vom 6. Juli 1938 (TCGB1. I. S. 823) sind Gewerbelegitimationskarten usw.' bis zum 30. September dieses Jahres an die ausstellende Behörde zurückzugeben. Um Mißverständnissen vorzubeugen, die sich aus einem Rundschreiben des städt. Gewerbeamtes ergeben könnten^ wird darauf hingewiesen, daß bei Rückgabe der Legitimationskarten nur diejeTTTtreri Gewerbe abzumelden sind, die seit jeher ohne Gewerbelegitimation nicht betrieben werden konnten. Andere Gewerbe werden davon nicht betroffen. In Zweifelsfällen gibt die Wohlfahrtsstelle der Isr. Kultusgemeinde München Auskunft. Kalender des ]üd. Frauenbundes Der Kalender wird unseren hiesigen langjährigen Interessenten In gewohnter Weise rechtzeitig vor den Feiertagen zugestellt (vgl. die Beschreibung des Kalenders unter „Büclierschau"). $ . Zionistischer Ortsverband München . BAMBERGER& HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE Industrie- und Finanzwesen — Max W e i n e r über die Zitrussaison 1937/38, über Land- und Milchwirtschaft und über den Arbeitsmarkt und der damit im Zusammenhang stehenden Einwanderungspolitik. Die Referate ergaben ein lebendiges Gegenwartsbild Palästinas. Man sah wieder, was in Erez Israel aus eigenen Kräften entstehe, und wie sich der Jischuw trotz den Unruhen wirtschaftlich fortentwickelt. Hebräische Sprachkurse München Der neue Anfängerkurs findet jeden Mittwoch 5-6 Uhr nachmittags statt. Die Teilnehmer des IntensivKurses treffen sich am Montag, 19. September, 20.30 Uhr zur Kursbesprechung. Der nächste Chug-Iwri findet Samstag. 17. September, nachmittags 5 Uhr statt. Anmeldungen zu allen Kursen beim: Büro, Schlosserstraße 2L\. Telefon 5 30 52. Aus bayerischen Gemeinden Uffenheim. Hier verschied die bis in ihre letzten Tage noch geistig und körperlich rüstige Frau ZiIii Liebreich im Alter von 96 Jahren. An der Bahre wurden die Bescheidenheit, Schlichtheit, Biederkeit und'wahre Frömmigkeit der allseits beliebten Patriarchin gebührend gewürdigt. Die Beisetzung fand in Anwesenheit einer großen Trauerversammlung auf dem Bezirksfriedhofe Ermetzhofen statt. Aus der Gemeinde Bamberg In der am .28. August stattgehabten Sitzung der Gemeindeverwaltung richtete der Vorsitzende. Rechtsanwalt Dr. Morgenroth, an den infolge seiner Alijah aus der Verwaltung scheidenden Fritz Stein herzliche Worte des Abschieds. Fritz Stein wußte in seltener Weise mit fanatischem Hinsatz für die zionistische Weltanschauung größtes Verständnis für die praktischen Bedürfnisse der Gemeinde, insbesondere für die Aufrcchterhaltting des gemeindlichen Friedens zu verbinden. Dafür wird ihm die Gemeinde dankbare Erinnerung bewahren. Fritz Stein versprach, seiner Gemeinde Bamberg und ihren Mitgliedern auch weiterhin, so weit es überhaupt möglich ist, ein treuer Helfer sein zu wollen. Die zionistische Ortsverelnigung veranstaltete am; 22. August eine Feier, zur Erinnerung an Herzls Todestag. Dr. Schloßhcrg- Berlin hielt in fesselnder Form die Gedenkrede. Im Anschluß an seine Dankesworte feierte der Vorsitzende Julius Strauss den nach Erez Israel auswandernden bisherigen geschäftsführenden Vorsitzenden der Ortsvereinigung, Fritz Stein, indem er seine vorbildliche Tätigkeit in den verschiedensten zionistischen Organisationen und in der Gemeinde würdigte und ihm den Dank und die besten Wünsche seiner Freunde .mit auf den Weg gab. Fritz Stein verabschiedete sich in bewegtenx Worten. Ablösung von Dankkarten Familie Schloss-Löbl für Beileidsbezeugungen anläßlich des Ablebens des Herrn Louis Schloss. M Gefchftftiitelle Schlotierttrafte 1 In die<eh Tagen sprach Rudolf Ab r ah aln - Berlin vor einem Kreis von Mitarbeitern des Keren Hajessod über die Lage in Erez Israel und die erweiterten Aufgaben. Die am 7. September 1938 im Sitzungssal der Kultusgemeinde vom Münchener Zionistischen Ortsverband veranstaltete „Gesprochene Zeitung" stand unter dem besonders aktuellen Thema: „Wirtschaft und Einwanderung In Palästina". In zwei Referaten wurde der schwierige Fragenkomplex ausführlich behandelt: Harry Philipps sprach über die Probleme der Handelspolitik, über $ Jüdischer Turnu. Sportverein München e. V., Jtu$' Geschlftutelle: PHnganaerstraBe 7t. Telelon 72199. Tennisplätze: 7.16 66. Sekretariat: PIlnganserstraBe 7«. Geschältszclt: 10—13, l$'/«-20 Uhr. . '/ t'linnanscrstraßc 76: Turnhalle. Box-, Judo-, Tischtennis-Sale und Kegelbahn. Sport-Rückblick Das Jugendleichtathletik-Sportfest am 28. August in Augsburg stand im Zeichen vorzüglicher Leistungen. Auch unsere zahlen-

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