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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-08-01 · 15 (1.8.1938) · p. Seite 229

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
15 (1.8.1938)
Date
1938-08-01
Page
Seite 229 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 15 * * Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 229 sebends an Stärke einbüßte. Merzt hat diese Sehnsucht nach Erez Israel in der Form des politischen Zionismus wieder erweckt, die modernen Juden für die alte Idee begeistert und zur praktischen Arbeit für die alte Heimat aufgerufen. Es ist das Ziel des Staatszionismus, den unverfälschten politischen Zionismus Theodor Herzl's wieder aufzunehmen und zum Ziele zu füliien. Die Jüdische Frau vor der Auswanderung und die Frauen ihrer beruflichen Vorbereitung Frau Dr. Anna Renner. Mitarbeiterin der Wohlfahrtsstelle und der .Jugendpflege de« Verbandes bayer. isr. Gemeinden hielt in der Frauenarheitsgemeinschaft für Palästina (W'izo) in diesen Tagen einen instruktiven Vortrag über die mit der fraulichen Aus- - Wanderung und Berafsumschichtung zusammenhängenden Lebensfragen. Die wichtigsten Gedanken der Vortragenden waren folgende: \ Die Vonbereitung für die Auswanderung ist eine der dringendsten Voraussetzungen für die Einordnung im Emwanderungsland. Sie muß dem Einwanderer die Kraft und UnisteUungsiähigkeit verschaffen, die er lür die ihm neuen Verhältnisse benötigt. Der Durchschnittseinwahderer steht meist zum erstenmal in seinem Leben ohne Rückhalt an Kapital und Beziehungen da und auch seine Empfehhinigsschreiben helfen ihm nicht, wenn er sich nicht durchzusetzen vermag. Die ineisten werden ärmer als bisher sein und zum erstenmal das ungesicherte Leben des Proletariers kennenlernen. Nur sprachliche und berufliche Vorbereitung können dem Einwanderer den Existenzkampf ermöglichen. Vorbereitung und Ausbildung sind für die einzelnen Länder, ferner''bei Gruppenauswanderung und Einzelauswanderung verschieden. In Palästina soll nicht darauf verzichtet werden, bei der Einordnung der Frauen gesellschaftlichen' Einfluß und Mitarbeit an den Gemeinschaftsaufgaben anzustreben. Die formale Gleichberechtigung von Frauen .und Männern hat sich als ungenügend erwiesen, den für die Gesellschafts- und Gemeinscliaftstoildung notwendigen Einfluß der Frauen herbeizuführen. Die palästinensische Arbeiterlnnenvertretung enkannte die Ursache davon in der Beschränkung der Frauen auf die hauswirtschaftliche Tätigkeit, die von den Männern und ihnen selbst minder geachtet wird. Sie propagiert daher die zusätzliche Ausbildung auf anderen Arbeitsgebieten, in der Landwirtschaft, im Pardess, im Handwerk und Industrie und bildet Frauen und Mädchen hierfür aus oder lernt sie an. Die Hachscharaih vor 'der Auswanderung bemüht sich ebenfalls um die Vorbereitung für eine möglichst vielfältige Ausbildung. Bei idter Einzelauswanderun« nach Ubersee fällt den Frauen eine besondere Aufgabe zu. da sie am leichtesten unterkommen und im Anfang oft die alleinigen Verdiener der Familie sind. Dies ist jedoch nur toed enteprechend guter Vorbereitung möglich. Selbst für den diausrwirtschaftlichen Beruf, der für die Frauen der wichtigste Rückhalt ist. genügen die Kenntnisse ihres eigenen Haushalts in der Regel nicht. Sie müssen wesentlich verbessert und ergänzt werden, um den Anforderungen einer beruflichen Tätigkeit au entsprechen. Auf gute Kocjikenintn'isse kann die fachliche Beherrschung von Großküche. Diätküche und vegetarischer Küche aufgebaut wenden. Auf häusliche Handfertigkeiten wie Nähen können angelernte Berufe wie Konfektion. Kurbelsticken, Zickzacknähen und spezialisiertere wie Pelz- und Leder-Nähen und .dergleichen aufgebaut werden. Für jüngere kommen pflegerische Ausbildungen, Säuglings-, Kinder-. Krankenpflege in Frage, für Ältere Massage und Schönheitspflege. Die wichtigste Vorbereitung ist immer und überall die sprachliche, ohne welche kaufmännische und soziale Berufe nicht ergriffen werden könnten.. Die amerikanischen Juden, die durch ihre große Hilfsbereitschaft die zahlenmäßig größte Auswanderung ermöglichen, dürfen mit Recht an die Einwanderer einige Anforderungen an Anpassung und Sprach'kenntnis stellen. Sie erwarten, daß wir unsererseits »L MAGISTER KIRSCH dar sute Likör, Magister Münch™ VII Stadtfiliale HochbrUckenstr. 14, Ecke Herrnatr. Levinger Zigarren haben ihre Stammkunden! S.LEVINOER,Ba7e73r^n im Hotel Rh.iniioSer Hol Oogr. 1886 Fernspredier 54897 *JP Maß-Anfertigung - Umarbeitungen - Reparaturen - fachm. Ausführung - Klrsckmrii S. Pi-ur, lliekn ünguatenatrafle 102 (Haltesteil» Schellingstr.) Telefon 54226 alles für eine unauffällige, reibungslose Einordnung tun und sie richten an die Einwanderer immer wieder die Bitte, nicht in die großen Städte zu gehen, sondern sich auf die Mittelstädte zu verteilen. Sie erwarten ferner von uns, daß wir nach allen Kräften uns selber helfen, uns und unseren Miteinwanderern, so daß aus der Einzelwanderung von Tausenden jüdischen Menschen eine neue jüdische Gemeinschaft wird. Aus dem Verband bayerischer israelitischer Gemeinden Jüdischer Lehrerverein in Bayern e. V. Wir sehen uns veranlaßt, in Abänderung unserer Einladung in Nr. 7 der Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins in Bayern bekanntzugeben, daß unsere diesjährige Mitgliederversammlung lediglich am Sonntag, den 28. August ds. Js., stattfindet und um 11 Uhr vormittags beginnt. Am Montag findet keine Sitzung statt. M. Adler. Aus bayerischen Gemeinden Arnberg) Herr Oberlehrer Leop. Godlewsky konnte dieser Tage auf seine 40jährige Dienstzeit (in Bayern) und zugleich auf seine 30jährige Amtstätigkeit in der Gemeinde Arnberg mit Schwandorf zurückblicken. Aus diesem Anlaß ließ es sich die Gemeinde nicht nehmen, ihrem beliebten und ungesehenen Beamten eine Feier in der Synagoge zu veranstalten, wobei Herr Landgerichtsrat i. R. Bacharach im Namen der Gemeinde die vielfachen Verdienste des Jubilars und Freundes würdigte. Herr Godlewsky dankte in bewegten Worten. Hoffentlich ist diesem vergönnt, noch weiterhin in Rüstigkeit unserer Gemeinschaft dienen zu können. Aus dem Reiche Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. Das neue Verzeichnis ritueller Speisehäuser (Geschäftsstelle: Hamburg 13, Beneckestraße 2) ist in diesen Tagen auf den neuesten Stand gebracht wieder erschienen. Es ist die 208. Ausgabe; die nützliche und wichtige Liste erscheint seit 38 Jahren. Verzeichnet sind unter Beifügung der rabbinischen' Aufsicht und Referenz die rituellen Verpflegungsmöglichkeiten in Deutschland. Belgien, Erez-Fsrael, Frankreich, Großbritannien, Italien. Jugoslawien, Niederlande, Nordamerika, Polen. Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn, Estland, Finnland, Memellaud, Südafrika, Dänemark, Schweden, Norwegen, ferner die Schiffahrtslinien der verschiedensten Gesellschaften. Ein Kalehdarium 5698/99 und der Text der "^efillath-haderech vervollständigen das wohlbekannte unentbehrliche Büchlein, das jetzt auf 64 Druckseiten angewachsen ist. Preisausschreiben Jüdische Winterhilfe 1938/39 Die Reiclrsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zcntralwohlfahrtsstelle, wendet sich auch in diesem Jahr au die jüdischen Künstler mit der Aufforderung zur Teilnahme an einem Preisausschreiben für die Jüdische Winterhilie. — Verlangt werden graphische, zeichnerische, photographische oder in sonstiger Techluik ausgeführte Bildentwürfe, die In Ausführung und Ideengehalt Elegante Anzüge, Mäntel, Kostüme für den verwöhntesten Geschmack N. TUCHMANN Schneiderei, Bayer stra ße 13/11 EINGANG ZWEIGSTRASSE Anfertigung auch aus mitgebrachten Stoffen. Verlangen Sie unverbindliches Angebot.

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