Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1938-06-15 · 6 (15.6.1938) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1938
Issue
6 (15.6.1938)
Date
1938-06-15
Page
Seite 12 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9934493-9934244-9934209--492-3770866
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

10 Mitteilungen des Jüdischen LehrervereJns fflr Bayern Nr. 6 und in Preußen, aus der wir in bezug auf jüdische. Schule folgendes herausgreifen: Deutsches Reich Darunter Preußen 1937 1936 1937 1936 Zahl der öffentlichen jüdischen Volksschulen: 69 65 42 . An diesen Schulen wirkten: 134 34 70 22 miinnl. weiht, monnl. »i-ihl. 43 80 männl. 25 weibl. 132 35 mannt, weiht. Lehrkräfte. Nach der RcliKionszugehörigkeit waren israelitisch: CT—MaJi.hi.ll— Knuhen Miidchen—Knabw- Mäd«h«n— Knaben Madchen '6882 7106 . 8644 8735 4699 4826 6034 6062 Nach der rassischen Zugehörigkeit waren: a) jüdisch b) jüdisch-mischblütig Knaben Mädchen Knaben Mädchen Knaben Mädchen Knaben Mädchen a) 6742 6939 8535 8599 4600 4689 5969 5946 b) 5307 3488 3764 3625 2248 2289 2495 2428 Zahl der privaten jüdischen Volksschulen: 76 60 43 35 Nach dem Bekenntnisse waren israelitisch: Knaben Mädchen Knaben Mädchen Knaben Mädchen Knaben Mädchen 5624 5192 5419 4979 4470 4086 4318 3943 Der Rasse nach waren: a) jüdisch b) jüdisch-mischblütig Knaben Mädchen Knaben Mädchen K-nahen Mädchen Knaben Mädchen a) 5597 5186 5396 4969' 4455 4087 4313 3936 b) 74 ' 88 122 151 38 34 78 94 Das jüdische Schulwerk Die jüdischen Zeitungen aller Richtungen veröffentlichen in den letzten Wochen eingehende Artikel über die Arbeit der Reichs- Vön den 33 670 jüdischem Schülern auf jüdischen Schulen besachten, wie die vorstehende Übersicht zeigt, etwa 18000 jüdische Volk schufen, etwa 5000 jüdische höhere Schulen bzw. Schulen mit gehobenem Lehrplan. Im Jahre 1937 sind zahlreiche jüdische Schulen neu geschaffen worden, darunter die Oberschule der Jüdischen Gemeinde Berlin, die Jüdische Bezirksschule m Bad Nauheim für vorzugsweise hessische Schüler, die jüdische Bezirksschule in Oldenburg, Schulen in Hanau und anderwärts. Im wesentlichen ist der äußere Rahmen unverändert geblieben. Viele jüdische Schulen!, deren Existenz gefährdet war, konnten nur durch die ungebrochene Initiative* der ReSchsvertretuiig erhalten werden; ifhr ist auch /die Errichtung neuer Schulen zu verdanken. Leider wird es nicht möglich sein, weitere jüdische Schulen zu errichten, da die "Mittel hierzu lebten.___ Ebenso wichtig wie der Ausbau des Schulwesens ist die Aus- und For tbildlung der j üdischett Lehre r. Die jüdischen Lehrerbildungsanstalten in Berlin und Würzburg haben den Nachwuchs für die jüdischen Volksschulen gestellt Durch die Ermügfichung der Ablegung des pädagogischen Examens werden die Lücken in den Kollegien der höheren Schulen gefüllt Die Ausbildungsstätte für Turn- und Sportlehrer m Stuttgart erfreute sich guten Besuches, und ermöglichte jungen, sportlich und pädagogisch begabten Menschen, an jüdischen Schulen und in jüdischen Sportvereinen Arbeit zu Imden. Lehrgänge zur Ausbildung von hebräischen Sprachlehrern für den Unterricht Erwachsener runden das Bild ab. Die Lehrerfortbildungskurse und -tagungen haben das große Interesse der gesamten Lehrerschaft hervorgerufen und weisen eine ständig wachsende Beteiligung auf. Eine Reihe gutorganisierter Fortbildungslehrgänge, die in Zusammenarbeit mit der M i 11 e 1 s t e 11 e für Erwachsenenbildung in zahlreichen Orten, z. B. in Bad Nauheim, Karlsruhe, Würzburg, Leipzig, Düsseldorf, Hannover, Berlin und Herrlingen durchgeführt wurden, gaben dem jüdischen Lehrer wertvolle pädagogischeste methodische Anregungen für seine tägliche Arbeit in der Schule. Die Fragen der Judentumskunde und der Auswanderungspädagogik standen im Mittelpunkt des Interesses. Zahlreiche Rundbriefe jüdischen und allgemeinen Inhalts förderten die tägliche Kleinarbeit, Gleiches gilt von den Lehr rna t e r i al i e n, darunter I esehpftpn für riip jiiMitph»n Srhiilar Hain t'nrnhnrh für Vertretung in den fünf Jahren ihres Bestehens auf dem Gebiete der Wirtscltaftshilfe. der Wanderung usw. In der C.-V.-Zeitung vom 26. Mai 1938 findet sich nun eine Arbeit über „Das jüdische Schulwerk" von Dr. Hermann Weil. Frankfurt a. M. Wir entnehmen ihm die nachfolgende Tabelle, die einen Uberblick gewährt über die Zahl der jüdischen Schüler auf den jüdischen Schulen im letzten Jahr. Sie ist der umfangreichen Schulstatistik der Reichsvertretung entnommen. Die iüdlschen Schüler auf den Jüdischen Schulen 1937 Schüler zahl Schulgattungen Schul- Klassen- Knato. Mädch. zus. zahl zahl öffentlicheVolksschulen , 76 198 3345 32ü*8 6643 Private Volksschulen 72 376 5837 5354 11191 Volksschulen zusammen 148 574 9182 8652 17834 Höhere Schulen 14 159 2236 1891 4127 Sch. m. gehob Lehrplan 4 38 405 377 782 Öffentliche Mittelschulen 1 25 437 490 927 ■ Höhere u. mit«. Schulen 19 212 3078 2758 5836 Insgesamt zusammen 167 796 12260 11410 28670 Die desa m t z a h I aller jüdischen Schüler im Deutschen Reich erreclinet sich auf rund 39000 (rund 42000 im Jahre 1936). Von diesen besuchten 23 670 (= 61.27 Prozent) jüdische Schulen. Daß zwischen den'Zahlen der amtlichen Scliulstatistik für das Deutsche Reich und ider Statistik der Schulabteilung der Reichsvertretung eine kleine zahlenmäßige Differenz besteht, ist daraus zu erklären, daß die Erhebungen zu verschiedenen Zeiten waren. Außerdem weist die Schulabteilung in einer methodischen Vorbemerkung zu ih?er Erhebung selbst darauf hin, daß die Ergebnisse lückenhaft sind1. Nachdem nur die preußischen Ziffern genau bekannt waren und die amtlichen Unterlagen für das Reich noch nicht zur Verfügung standen, mußte in vielen Fällen eine Schätzung vorgenommen werden. Herr Dr. Weil würdigt in seine* Arbeit die Verdienste der Reidisvertretung um die Ausgestaltung des jüdischen Schulwesens hi Deutschland und führt dabei aus: _ M| Juwelenarbeiten, mod. ur antik. Schmuck. ■ %ßWW9HCI Gravieren (hebr.) Umarbeiten, Reparatur KohlstraBs Sa li I. b. billigster Berechnung In dg. Werkstatie das fünfte und sechste Schuljahr und den von der Schulabteilung der Reichsvertretung geschaffenen und amtlich anerkannten „Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen". Viele Wünsche konnten noch nicht erfüllt werden. Manches bedarf noch der Verbesserung und Veränderung. Aber darauf kommt es hier nicht an. Die große pädagogische Linie steht unverrückbar fest: jüdische Jugend wird in jüdischem Sinne erzogen, jüdische Lehrer und Lehrerinnen geben ihr Bestes für diese Jugend. Rund 428 000 Reichsmark betrugen die Aufwendungen in Form einmaliger und laufender Subventionen an Schufen sowie Schülerstipendien. Und rechnet man die in den letzten fünf Jahren für Schul- und Erziehungszwecke zur Verfügung gestellten Mittel zusammen, so ergibt sich eine Summe von rund 2 750 000 Reichsmark. Weit größer jedoch ist die idelle Förderung, die die Reichsvertretung den jüdischen Lehrern und der jüdischen Jugend und damit der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland hat angedeihen lassen. Hierfür sind wir der Reichsvertretung dankbar. * « B- Rabbiner Dr. Stein *?T Soeben erreichte uns die Trauerbotschaft vom Hinscheiden des von uns allen hochgeehrten und geschätzten Rabbiners Dr. S. Stein s. A., früher in Schweinfurt. Nie wird die jüdische Lehrerschaft in Bayern vergessen, welches tätige Interesse dieser so verdiente Mann stets der Schule und dem Lehrerstande entgegengebracht hat Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Einzahlungen im März/April 1938 Dr. Bamberger, Nürnberg 2.50; Dr. Gutmann, Würzburg 10.—; Lion, Grünstadt 10.—; Michel, Pirmasens 4.—; Gundersheimer, Brückenau 10.—; Brückheimer, Marktbreit. 10,—; Nußbaum, Burg- preppach 10.—; Oppenheimer, Ingolstadt 5.—; Reiter, Gerolzhofen 5.—; Strauß, Weiden 15.—; Gutmann, Schnaittach 6.—; Frankel, Erlangen 10.—; Heimann, Augsburg 5.—; Nußbaum. Frankfurt 5.—; S. Kissinger, Würzburg 10.^—; Gönninger, Zirndorf 15.—; Berg, Berlin 3.75; Schumi, Würzburg 4.—; Frl. Dr. Silberschmidt, München 10.—; Dr. Kessler, München 10.—; Hohenemser, München ■ 7.50; Adler, München 10.—. Würzburg, 1. Mai 1938. M. Hellmann.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.