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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1938-06-15 · 6 (15.6.1938) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1938
Issue
6 (15.6.1938)
Date
1938-06-15
Page
Seite 11 (sequence 1)
Language
German
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mmeilungen Des lüWen febreroerein* für kapern 1938 Schriftleitung: Max Adler, München MQnchen, 15. Juni 1938 Nr. 6 Gibt es eine Urgemeinschaft der Sprache? (Fortsetzt««) Der kritische Leser wird zunächst geneigt sein, solche Übereinstimmungen für zufällig zu halten; denn es ist auch gar nicht recht ersichtlich, warum 'gerade zwischen dem alten biblischen Hebräisch und dem modernen Idiom der deutschen Sprache besondere Ubereinstimmungen bestehen sollten. Denn wenn überhaupt die verschiedenen Idiome von Ursprung an verwandt waren, dann müssen sich solche Parallelen in allen Sprachen nachweise» tessenr Jares~ muß ohne weiteres zugestanden werden, daß die Übereinstimmungen zwischen dem alten Hebräisch und demimodernen Hochdeutsch nicht so zahlreich sind, daß ■man aus diesem ParaUelismus allein berechtigt wäre, eine Verwandtschaft der semitischen und indogermanischen Sprachen zu behaupten. Viel häufijrer sind die Übereinstimmungen zwischee Semitisch und Griechisch oder zwischen Semitisch und dem Latein. Zur Veranschaulichung des vorhandenen Parallelismus wollen Wir aus den vielen Hunderten von Gleichungen, die die vergleichende Sprachwissenschaft in den letzten Jahrzehnten als Beweismaterial zusammengestellt hat, nur eine kleine Auswahl gelben, um den Leser für das Problem zu interessieren. Wir bringen zunächst eine Tabelle, dne nur einen kleinen Bruchteil der griechisch-hebräischen Wortgleichungen veranschaulicht: eine Gegenüberstellung hebräischer und lateinischer Parallelen, die aus den vielen Hunderten von gleichen Worten nur eine ganz beschränkte Auswahl zur Veranschaulichung bietet. Hebräisch: Ethun (Leinwand) Bomoh (Altar) Eden (Lust) Jajin (Wein) ogar (sammeln) Ohel (Zelt) Chereb (Schwert) Geber (Gouverneur) schochan (wohnen) Öai (Tal, Gau) mesek (mischen) Mazzo muz, miz (saugen) Pelek (Spindel) Chalif (Messer) Sebach (Sclilachtopfer) Hör (Berg) Sak (Sack) Kluf (Käfig) liz (Baum) Beeroh (Brand) kawo (brennen) kolo (rösten) kal (leicht, schnell) kololi (beschimpfen) Kela (Schleuder) Kalachas (Becher) Konoh (Rohr) Palgah (Aibteilung) Peleg (Bach) Doroin (Süden) Akraw (Skorpion).-i Erew (Abend) Scliewet (Stab, Zepter) Scharbit (Stock. Zweig) schokaf (schauen) Lapid (Fackel) ' Cham (Schwiegervater) ■. Ajit (Raubvogel) " Schor — Tor (Stier) sochal (belehren) Erobon (Unterpfand) Boizir (Traubenlese) Pilegesch (Kebsweib) Griechisch: Othone (Leinwand) ßomos (Altar) Hedone (Lust) Oinos (Wein) Ageiro (versammeln) Aule (Wohnung, Zelt) Harpe (Schwert) Kybernao (regieren) Skene (Wohnung) Gaia (Erdboden) Misco (mische) Maza (Gerstenbrot) Myzo (saugen) Peleko (flechten, drehen) Chalyps (Stahl) V Sphagion (Schlachtopfer) üros (Berg) Sakkos (Sack) Klobqs (Käfig) Ozos (Zweig) Pyr (Feuer) Kaio (brennen) Keleos (lodernd) 1"" Kel-os (Renner) Kel-is (Schandfleck) Kel-on (Geschoß) Kylix (Becher) . Kan-on (Rohr, Stab) Phalanx (Abteilung) Pelagos (See) y Thermos (warm) Skorp-os (Skorpion) Skorp-iio's (Skorpion) Skept-ron"(Stab, Zepter) Skeript-o (sich stützen) Skop-eo (ausschauen) (Teleskop) Lateinisch: Vulg-us (Volk) Fiuc-tus CStrotn)- £ulg-4H^BrtfzT' Glab-er (kahl geschoren) Salt-us (Sprung) Calix (Becher) Crux (Pfahl, Kreuz) Carb-o (Kohle) Copula (Strick) Labi (gleiten) üliv-a (Ölbaum) Pars. Part (Teil) Cuber-nator (Regieror) Gibb-er (buckelig) Vir-es (Kräfte) Car-us (teuer) Av-eo (begehre) Alb-us (weiß) Lac-us (See) Mol-es (Last, Mühe) On-us (Last) Clam (heimlich) Cal-or (Hitze) Amär-us (bitter) Acerb-us (scharf) Port-us (Hafen) Met-ior (messen) _ Lampad (Fackel) Gameo (heiraten) deutsch: Bräutigam Aietos (Adller) Taur-os (Stier) Schole (Schule, Lehre) Arrabon (Unterpfand) Botrys (Traube) altgriechisch: Pallaks (Kebsweib) In «leicher Weise möge folgende Tabelle die Verwandtschaft der semitisch-indogermanischen Sprachen veranschaulichen durch Hebräisch: Phelag-a (Stammesabteilung) Peleg (Bach) Balag (blitzen, glänzen) Galab (scheren)---• "Saläd Tspringen) Kalach-at (Schale, Becher) Keresch (Brett, Balken) Charab-on (Hitze, Glut) Chebel (Strick) , Halap (vorübergleiten) Helebh (Fett) Parad (teilen) Gibor (Machthaber) Gibb-en (buckelig) Awir (stark) ja-Kar (teuer) Aw-a (wollen Lab-an (weiß) Lach (feucht) Amal (Mühe) An-i (Mühe) Alam (verborgen) Kal-a (verbrennen) Mar (bitter) Chereb (Messer) Peretz (Bresche) Madad (messen) Ad (bis, zu) Als Delitzsch vor etwa 7tT Jahren hundert semitisch-indogermanische Wortgleichungen aufgestellt hatte, war erüberzeugt, daß gegen die Verwandtschaft der semitisch-indogermanischen Sprachen ein Einwand überhaupt nicht mehr erhoben werden könne. Inzwischen sind diese Wortgleichungen so zahlreich festgestellt, daß mehr als die Hälfte des semitischen Wortschatzes als mit indogermanischen lidiomen verwandt nachgewiesen ist. Eine Urverwandtschaft der sämtlichen Sprechen darf sich aber nicht auf die zwei bisher behandelten Hauptstännne beschränken; Zum Beleg, wie weitgehend die Verwandtschaft sämtlicher Sprachen der Welt heute erscheint, bringen wir zunächst aus der Fülle des vorliegenden Materials einige wenige Beispiele: Der Frühling heißt im Griechischen Bokaros. im Persischen Bahar. bei den Tartaren Bahar. in Japan Baikar. in Alt-Peru (vorkolumbisch) bedeutet Pacar-die Frühe„bet den Basken (das Baskische gehört zu den kaukasischen Sprachstännnen) heißt dasselbe Wort Bigar. im Hebräischen Boker. Die Bezeichnung für Hütte lautet im französischen und italienischen Alpengebiet "Baita. bei den Basken ebenfalls BaUa.Jn den Indianersprachen des vorkoluinbischeit Mexiko Pet-i. im Äthiopisclien Bet, im Aramäischen Baita. im Hebräischen Bajith: möglicherweise ist auch das deutsche Wort Bude und Baude damit verwandt. Die Bezeiclmumg für Hornisse ist in Altindisch Saragha. bei (den Sihgalesen Saras-a, bei den Kurden Zerkek. in Litauen Szirszfa^s. im Altslawischen Sris-eni, in der Mandschurei Sorokia, im Heoräischen Z'ira. Den Wein nennen die Griechen Oiu-os. die Laterner Vin-um. im Irischen heißt er Fin, im Slawischen Win-o, in Albanien Ven-p. im Assyrischen In-u, im Phönizischen Jin, Im Arabischen und Äthiopischen Wain, und die hebräische Parallele ist Jajin. (Forts, folgt!) über Statistische Mitteilungen lie Volksschulen im Deutschen Reich und In Preußen (Stand am 25. Mai 1937) Das Amtsblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums für Wissenschaft,-Erziehung und Volksbildung „Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung", Heft 10, Mai 1938. veröffentlicht eine umfangreiche Statistik über das Schulwesen im Reich

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