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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-06-01 · 11 (1.6.1938) · p. Seite 167

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
11 (1.6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 11 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 167 lslamstudien (Vom Werden und Wesen der islamischen Welt); 1. öand. Leipzig- 1924. — C 1. H u a r t, Geschichte de Araber (aus dem Französischen über«, von Beck und Färber); 2 Bände, Leipzig 1914. — Tor Andrae. Mohammed; Göttingen 1932. — FratttsBuhl, Das Leben Muhammeds (deutsch von Hans Heinrich Schaeder); Leipzig 1930. — Hans Kohn, Nationalismus und Imperialismus im vorderen Orient; Frankfurt a. M. 1931. — Hans Kohn. Die Europäisierung des Orients; Berlin 1934. — T. E. Lawrence, Aufstand in der Wüste; Leipzig o. J. — Rupert Donkan, Die Auferstehung Arabiens; Leipzig o. J. K1935). — T. E. Lawrence. Die sieben Säulen der Weisheit; Leipzig o. J. — Paul Schmitz. Kairo, Neubau der arabischen Welt; Leipzig o. J. (1937). — S oc i n-Brock e 1 mann, Analbische Grammatik; Berlin 1935. — Brünnow-Fischer, Arabische Chrestomathie aus Prosaschriftstellern, 3. Aufl.. Berlin 1924. Wenn ein Volk ohne Land nach Bewältigung eines fast zweitausendjährigen Weges durch die Galuth sich endlich aufrafft, den staubigen Wanderstab gegen den Spaten einzutauschen, so ist es klar, daß eine solche in ihren Folgen einzigartige Umwälzung von Tatsachen bestimmter Voraussetzungen bedarf. Vor allem gilt es durch ein umfangreiches Massenerziehungswerk unser Volk reif zu machen für die historisch entscheidende Stunde, in der die Umformung der mannigfachen Existenzformen der Diaspora zum ge* meinsamen Leben im eigenen Staate Wirklichkeit werden muß. Diese ideologische Erziehung ist besonders schwierig, weil jeder Versuch, den inneren Umbruchvom jüdischen Ghettozum Staatsvolk zu vollziehen, zwangsläufig gegen eine Einstellung anzulauten hat. die durch jahrhundertelange Andersrichtung der Seelen ausgeprägt ist. Menschen mit Staats- und geschichtsloser Betrachtungsweise, auf einen gnadenlosen Menschheitsbeglückungswahn eingeschworen, sollen als einheitliche Staats- und geschichtsschaiiende Masse in ihrer Gesamtheit völlig umlernen. Wenn unter selchen Gegebenheiten eine nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes überhaupt denkbar ist, dann kann sie nur vonstatten gehen, wenn der jüdischen Jugend in einem umfassenden Prozeß geistiger Umerziehung der Sinn für ghettobefreites Denken wiedergegeben wird, das auf die staatlichen Zukuniftsaufgaben des Volkes streng ausgerichtet ist. Ein zionistischer Führer hat einmal die Aufgabe der Jugend unfreier Völker mit einem Schwungrad verglichen, das dem Volksmechani&mus im Falle der Ausschaltung oder" Unbrauclibarkeit fuiiiiktionswichtiger Hebel den sogenannten „toten Punkt" überwinden hilft. Eine solche Jugend, die Idfer Volksmaschinerie über den Stillstand hiniweghillt,' muß auch dem jüdischen Volke erstehen, soll dem Werk völkischer Wiederbelebung der Erfolg be- •schieüen sein. Die jüdisohnationale Jugend soll als Wegbereiter ihres Volkes ohne Rücksicht auf Abkunft, Stand, Klasse und Lebensbedingungen die Fundamente des neuen Staatsgebildes errichten. Die Hingabe an das Ideal setzt demnach die Fälligkeit voraus, den persönlichen Neigungstrieb aus dem Zentralbewußtsein ganz auszuschalten und nur dem höheren Befehl eiserner Staatsnotwendigkeit folgen zu können. Die unablässige erzieherische Stärkung dieses Einsatzwillens ist um so unumgänglicher, als in Erez Jisrael derzeit eine,jüdisohe Staatsautarität noch nicht vorhanden ist, idie der Forderung nach nationalem Pioniertum der Jugend mit staatlichen Machtmitteln Nachdruck verleihen kann. Deshalb bleibt es einer planmäßigen staatsbetonenden Erziehung vorbehalten, der zionistischen Jugend als Grundlage allen Denkens und Empfindens die Bejahung der moralischen Autorität des jüdischen "Staatsgedanikens zu vermitteln. Eine zionistische Jugenderziehung' kann nur >dann'eTrien Sinn haben, wenn sie es versfehl,' im Herzen der jüdischen Jugend dieses Moment des nationalen Opfermutes einzupflanzen und den Willen und die Hingabe an das Große, den. ganzen Menschen fordernde und erfassende Staatsideal.; :i Die Staatsfälligkeit einer jungen Generation pflegt gewöhnlich noch dem Grad der Bediingungslosigkeiit beurteilt zu werden, mit dem sie für die Saohe ihres Volkes einzustehen entschlossen ist. Ganz besonders im Zeitpunkt der nationalen Entscheidungen wird diese Generation einstehen .müssen, damit der Schiedsspruch der Geschichte auch zugunsten eines Volkes ausfallen kann, das reif ist, sein Schicksal selbst zu meistern. - Wichtiger Termin im Monat Juni 1938 IO. Juni 1939: * Einzahlung der Beiträge aus der gleichzeitig fälligen Einkommensteuer rate (15" o des an das Finanzamt zu entrichtenden Betrages) an die Beitragstelle der Israelitischen Kultusgemeinde, Herzog-Max- Straße 3/0 Postscheckkonto der Beitragstelle München Nr. 60990 Bankkonto der Beitragstelle beim Bankhaus H. Aufhäuser, München Nr. 17299. s In diesem, einem kompromißlos nat'ionaljüdischeui Sinn wird die Jugend des Betar erzogen. Außer dem Wohl und Interesse des jüdischen Volkes gibt es kein Ideal politischer oder weltaucliaulicher Natur, dem der Betari sein Leben verschrieben hat. Ihm geht nach seiner Einstellung jeder Sinn für „Klasseninteressen" ab. ebenso wie 1hm eine religiös indifferente Haltung vollkommen fremd ist. Die Tora und ihr Lehrinhalt, die jüdische (iesehtichte und das jüdische Volk, die jüdische Sprache und dtis jüdische Land sind die Elemente seines Lebens. Inmitten seines politischen Wolfens und Strebens bleibt tür ihn das Religiöse der Grundpfeiler und die Basis des zukünftigen Staates. In diesem politischen Kainpi pflegt er gleichzeitig die religiöse Seite als einen unlösbaren Teil jüdischen Gutes und jüdischen Wesens. Der Betari wird zur Pflege, Achtung und Wahrung national-religöser Grundsätze erzogen. Aut diesem Wege erstellt dann der Übergang vom so stark bekämpften „profanen" König Saul zum König David, der Staatliches und Religiöses, das Heldentum des Kiegers und religiöses Denken verbindet. Der Betar sucht bei dieser Erziehung den Weg zur Bibel. Dadurch wird er Träger nationaler Kultur und nationalen Wesens werden. Innerhalb dieser Grenzen wird im Betar ein neues (ieschlecht entstehen, das gleichfalls von der Bibel heraus Träger jüdischen Heldentums sein windi Dieses Gesehleeht wird endlich die GaluthpsVchose zu überwinden verstehen, und wird sprechen wie jenes Gesohlecht Neliemias. das bei der W'iederaufrichtung der Mauern Jerusalems den Feinden entgegenhielt: „Wir fürchten uns nicht!" , Jüdisches Heldentum wird unlösbar vom Betar sein. Den Träger und Former des alt-neuen jüdischen Lebens charakterisiert in erster Reihe sein unerschütterlicher Mut. die große jüdische Linie, die sich durch unsere Geschichte zieht, weiter zu führen. Fr Iwt stets das Bewußtsein, daß nicht sein Leben das Teuerste ist, was er besitzt, sondern die jüdische Überlieferung und ,die Freiheit und die Ehre, die er seinem Volke wieder geben will. Dabei bleibt nicht der Sieg entscheidend, sondern sein> Wollen und sein Kampf. Den Betari begeistert daher der moderne Freiheitsheld des jüdischen Volkes: Josef Trumpeldor.-der sein Leben der-Befreiung der jüdischen Nation geopfert Iwt. Seine Autgabe sieht der Betar daher nach Trumpeldors Warten und Taten, die ihm ein Beispiel Nationaljüdische Jugend Von Karl R a w i c z

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