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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1938-04-15 · 4 (15.4.1938) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1938
Issue
4 (15.4.1938)
Date
1938-04-15
Page
Seite 8 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 4 Mittellunten des Jüdischen Lefarerverelns für Biyern 8 in der Jüdischen Bezirksschule Bad Nauheim zu leistende Erziehungsarbeit. Das Intefnät zählt z. Zt. 90 Zöglinge vtfh 6 bis 20 Jahren und darüber. IL Didaktik und Methodik V_ Herr Josef Jakobsohn, Berlin, zeigte Methoden zur Erteilung des hebräischen Unterrichts in der Volksschule. Der Stoff müsse den Kindern in lebendiger •Form nahegebracht werden. Besonders wertvoll für die Teilnehmer war die Behandlung des ersten Kapitels des Buches Ruth. Es wurde allgemein bedauert, dal) den Lehrern nicht mehr Gelegenheit geboten wird, die hebräische Sprache in besonderen Fortbildungslehrgängen zu pflegen. Über Didaktik und Methodik des Deutschunterrichts sprach Dr. Siegfried Braun-Köln. Es kam allgemein der Mangel an geeignetem jüdischem Lesegut für Volksschulen zum Ausdruck und man hofft, daß in nächster Zeit das neue jüd. Lesebuch für die Oberstufe erscheinen wird. Besonderer Wert sei im Deutschen auf die Systematik in der Sprachlehre zu legen, als Grundlage für jede zu erlernende Fremdsprache. Herr Alfred Goss, Turn- und Sportlehrer, Berlin, leitete die tägliche Frühgymnastik und gab den Teilnehmern Anleitung zu Übungen unter einfachen Verhältnissen. Über die Didaktik und Methodik des Singens sprach Direktor Karl Adler-Stuttgart. An lebendigen Ünterrichtsbeispielen zeigte er u. a. die Behandlung eines Liedes in der Volksschule. Der Gesang sei in der Schule besonders zu pflegen, was auch während des ganzen Lehrganges praktisch durchgeführt wurde. III. Stoffliche Fortbildung Dr. Abraham Heschel, Frankfurt a. M., behandelte in seinem Uibelkurs Mos. II, 32. Es war für die Teilnehmer eine Anleitung zum Lernen eines bibl. Textes ohne Zuhilfenahme des D'rusch. Uber jüdische Kulturkunde sprach Rabbiner Dr. S. Levy-Mainz. Dr. Pomeranz-Frankfurt a. M. erörterte Palästinafragen. Dozent Dr. Arnold Berney-Berlin sprach über Vorbereitungsmaterial des Geschichtsunterrichts. ' Uber Grundfragen des gesellschaftlichen Lebens sowie über Fragen der Charaktererziehung referierte Prof. Dr. Ernst Kantorovicz- Fratikfurt a. M. IV. Grenziragen Frl. Hilde Meyerowitz sprach über Fragen dei^ Jugendfürsorge^ Berufsfürsorge und Auswandeieifiagen; Herr Rabbiner Dr. J. Merzbach-Darmstadt erteilte einen Mischitakurs und behandelte die Frage des Midrasch im Unterricht. Ein besonderer Tag der Schulpraxis, unter Leitung von Schulleiter Lichtenstein-Offenbach und Oberstudienrar Dr. Idarinheimer, Leiter der jüd. Bezirksschule, Mainz, diente dem Erfahrungsaustausch zwischen jüngeren und älteren Kollegen, über Fragen der praktischen, täglichen Unterrichtsarbeit. Der 4. Januar galt einem gemeinsamen Besuch eines Konzertes des Kulturbundorchesters (Dirigent Generalmusikdirektor Prof. Dr. Julius Prüwer) mit Erich Landerer (Klavier) als Solist. Der Lehrgang wurde am 8. Januar beendet. Der Versuch, einen FoTtbildungslehrgang für Lehrer in der Form eines Lagers abzuhalten, muß als gelungen betrachtet werden. Dank der vorzüglichen Verpflegung im Internat der Jüd. Bezirksschule Bad Nau: heim, waren auch die äußeren Umstände für ein Gelingen gegeben. Ks ist nur zu wünschen, daß durch die Träger der jüdischen Schulen den jüdischen Lehrern öfters Gelegenheit geboten wird, sich methodisch und wissenschaftlich weiter zu bilden. Verelnsmittellungen 1. Todesfälle. Vor kurzem verschied der Ehrenvorsitzende des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine Josef Feiner in Hamburg. |n der Jüdischen Schulzeitung widmet der Reichsverband dem Heimgegangenen folgenden Nachruf: Im 75. Lebensjahre verschied in Hamburg unser Vorstandsmitglied Herr Rektor i. R. Josef Feiner. Nahezu 40 Jahre gehörte er dem Verbandsvorstande an, zuerst als Schriftführer und Kassierer, von 1908—1923 als Vorsitzender und seitdem als Ehrenvorsitzender. Stets stand er in vorderster Reihe, wenn es galt, die Ehre de« Standes -zu wahren und seine Belange zu vertreten. In seinem rastlosen Bildungsstrebeniwar er der gesamten jüdischen Lehrerschaft ein leuchtendes Vorbild. Sie wird ihm in steter Dankbarkeit ein treues Gedenken bewahren. -__-:- Rosenfeld-München--___Steinhardt-Dresden Reschke-Berlin. ~—----. Unser Verein hat den Heimgang seines Mitgliedes Hermann Köstrich in Uehlfeld-zu beklagen, der im Alter von 63 Jahren von schwerem Leiden erlöst wurde. In den 10 Jahren seiner Zugehörigkeit zu unserem Verein hat er in Treue und mit Interesse seine Vereinspflichten erfüllt. Wir werden Ihm ein treues Gedenken bewahren. 2. Aus unserem Verein ist wegen Auswanderung ausgeschieden Lehrer Siegfried Glaser in München. Unsere besten Wünsche begleiten den treuen Kollegen auch in weite Ferne. 3. 70. Geburtstag. Das Ehrenmitglied unserer Verwaltung. Oberlehrer a. D. Aron Mandelbaum, feiert in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. An anderer Stelle dieser Nummer ist seiner in einer kurzen Würdigung gedacht Nochmals herzliches Masel tow! 4. Sonderung der jüdischen Kinder an den Volksschulen. Der jüdische Lehrerverein für Bayern erhielt unterm 14. März 1938 Abdruck der folgenden Entschließung des Staatsministers für Unterricht und Kultus. Unter Bezugnahme auf die M.E. vom 1. April 1936 (Nr.. IV 12347 Ziff. 1 letzter Absatz) ersuche ich die Regierungen in Zukunft an den jüdischen Klassen öffentlicher Volksschulen nur noch Juden im Sinne des § 5 Abs. 1 und Abs. 2 Buchst, a der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz (RGBl. 1935 I S. 1333) zu verwenden. Es besteht dann auch keine Erinnerung dagegen, daß diese für den allgemeinen Unterricht auf Dienstvertrag angestellten Lehrkräfte in Abweichung des 2. Absatzes der Bek. d. Staatsmin. für Unterricht und Kultus vom 31. 7. 1936 Nr. VIII 34725 über den jüdischen Religionsunterricht (KMBL. S. 94) einen jüdischen Religionsunterricht und Hebräisch nacit Maßgabe der mit der ME. »vom 22. November 1937 Nr. IV 60672 übermittelten Richtlinien erteilen. I.V. gez. Dr. Boepple. München, den 10. April 1938. M. Rosenfeld M. Adler. , Bekanntmachung des Staatsminister, für Unterricht und Kultus v. 22. 3. 38 Nr. III 16707 Uber die Dauer der Berufsschulpflicht 1. Der Schulpflicht in der vorgeschriebenen Dauer unterliegen auch die Schüler und Schülerinnen, die eine höhere Schule oder eine Berufsschule besucht haben. 2. Schüler und Schülerinnen, die mindestens 5 Klassen einer höheren Schule oder mindestens 2 Klassen einer Berufsfachschule mit Vollunterricht erfolgreich besucht haben, sind nach lOjährigem Schulbesuch auch an Orten mit verlängerter Schulpflicht vom weiteren Besuch einer Berufsschule befreit, es sei denn, daß sie in einem gewerblichen Lehr- oder Anlernverhältnis stehen. * 3. ^Schüler und Schülerinnen, die nach Ablauf der Verpflichtung zum Besuch der Volkshauptschule eine höhere Schule oder eine Berufsfachschule verlassen und nach den vorstehenden Ziff. 1 und 2 noch der Schulpflicht unterliegen, sind in die ihrem Alter und Bildungsstand entsprechenden Klassen der zuständigen Berufsschule aufzunehmen. 4. Die ME. vom 26. November 1917 (KMBI. S. 225) wird aufgehoben. Heinrich Eisfeld b"\ Soeben, kurz vor Redaktionsschluß, erreichte uns die Trauerbotschaft vom Heimgange unseres lieben Heinrich E i s f e 1 d s. A. Kurz vor Vollendung seines 70. Geburtstages wurde er seiner Familie und seinen Freunden entrissen und wir alle verlieren in ihm einen lieben Kollegen, dessen ganzer Lebensweg durch Pflichttreue, Unermüdlichkeit und Aufopferung umsäumt war. Sein Elternhaus stand in der unterfränkischen Kleihgemeinde Zeitlofs, das, einst eine stattliche jüdische Gemeinde, heute nur noch eine jüdische Familie beherbergt. Seine Lehrerlaufbahn brachte ihn nach Wittelshofen, Georgensgmünd, Ingolstadt. Gham und 1905 nach München, wo er bis zu seiner im Jahre 1933 erfolgten Pensionierung in Treue seines Amtes waltete. Er war uns ein lieber Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. n a x 3 * n 2. Huflage der Fibel „So geht's schnell!" Die Fibel „So geht's schnell!" von Cilli Marx "im Auftrage des Jüdischen LehrerveTbandes in Deutschland bearbeitet und im Verlag Rudolf Schick & Co., Leipzig, erschienen, wird demnächst in einer zweiten Auflage herauskommen. Wie die Bearbeiterin mitteilt, werden Wünsche bezüglich sachlicher und methodischer Änderungen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Für den Inhalt der „MMtettunKen" verantwortlich: Max Adler, München

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