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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-04-15 · 8 (15.4.1938) · p. Seite 117

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
8 (15.4.1938)
Date
1938-04-15
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 117 Münchener Zionistische Vereinigung Scfaloiientr. 2 I Tel. S3 0 52 Am 10. März veranstaltete die MZV einen Diskussions- Abend Ober die Palästina-Politik, der in seiner Art ein Experiment darstellte. Jeder der drei Partner, Engländer, Araber und Juden, war durch je einen Sprecher vertreten, die in Form eines Dreigesprächs die Forderungen und Argumente ihres „Mandanten" vortrugen. Den drei Sprechern Dr. Elisabeth Kohn, Dr. Richard Eisen und Alfred Lieber, gelang es dank guter Sachkenntnis und sorgfältiger Vorbereitung den Anwesenden die Grundfragen der Palästina-Politik außerordentlich interessant vorzutragen. Nachdem sich dieses Experiment bewährt hat. werden wir in Zukunft außer dieser auch andere lebendige Formen für unsere Veranstaltungen verwenden. ' Aus der Arbelt des KKL: Nachdem in den Märzwochen die zweite Buchsenleerung durchgeführt wurde, bereitet der KKI. jetzt die alljährliche Pessach-Aktion . . vor. Die Eingänge auch dieser Aktion werden ausschließlich der Erlösung des Bodens In Galiläa zugeführt werden. Angesichts der politischen und siedlungsstrategischen Bedeutung dieses Planes erwarten wir den vollen Arbeitseinsatz unserer Helfer und Opferbereitschaft der Mitglieder unserer Gemeinde. . _ '__> Angeregt durch das Beispiel R e x i n g e n ist von verschiedenen Seiten der Wunsch geäußert worden, eine Mlttelstands-Gruppensiedlung von Juden aus Bayern In Palästina zu organisieren. Nachdem die zuständigen Stellen des Palästina-Amtes Interesse für den Plan zeigten, fordern wir hiermit alle ernsthaften Interessenten auf. sich bei den unten genannten' Stellen zu melden. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Anmeldungen t ohne- Verbindlichkeit hinsichtlich der Aufnahme er gengenommen werden, und daß wir uns die endgültige Auswahl vorbehalten .müssen. Da zur Durchführung der Siedlung ein Stamm von landwirtschaftlich ausgebildeten Siedlern vorhanden sein, muß, legen wir auf deren Anmeldung besonderes Gewicht. Anmeldungen sind zu richten an: Sekretariat des zionistischen Gruppenverbandes für Bayern, München 2 SW, Schlosserstr. 2. — Zionistische Vereinigung Nürnberg. Zufuhrstraße 20. — Zionistische Vereinigung Bamberg, p. A. Fritz Stein, Luitpoldstr. 50. — Zionistische Vereinigung Regensburg, p. A. Heiner Kahn, Ludwigstr. 5. — Zionistische Vereinigung Würzburg, p. A. Seminarlehrer Stollberg, Bibrastr. 6. Hebräische Sprachkurse München Am Sams".g. 30. April, abends 8.45 Uhr findet der nächste Chug-I wri statt. Freie Themen. — Ab Monat Mai findet der Chug-Iwri wieder Htägig (Samstag nachmittags) statt. Näheres Im nächsten Gemeindeblatt. Staatszionistische Organisation München Reichenbachstraße 27/1 r. w „Erez Israel, die Zukunft des lüdlschen Volkes" Der Vorsitzende der Staatszionistischen Organisation Münchens, Dr. Julius Baer, wird afn Sonntag, den 24. April 1938 abends 20.15 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog-Max-tSraße 7/o. einen Vortrag über dieses Thema halten. "Alle GemeindemltRlieder sind zu dem Vortrag herzlichst eingeladen. .Änderung der Vorstandschaft _ Auf Wunsch und Anregung der bisher in, der' Vorstandschaft tätigen Herren wurden die Geschäftsbereiche neu verteilt. Die- Gesamtleitung liegt in den Händen des Herrn Dr. Julius Baer. Herr Karl Rawicz setzt seine Tätigkeit als geschäftsführender Vorsitzender fort. Herr Ernst Mendle übernimmt das Amt des t.:Vorsitzenden. Herr Leo Felsen dasjenige des Kassiers, während Herr Dr. Michael Guggenheim die publizistischen Angelegenheiten der Organisation besorgt. Di« vielseitig v «rwendbaren FIX-ADRESSENZETTEL 300 Stück gummiert und perforiert mit echter Lederhttll* nur RM. 180 In größerem Format (ca. 7x43 cm 500 Stück gummiert und perforiert mit Klapp -Lederhalle RM. 3.25 Maiersohe Papierhandlung Rudolf Stern, Karlstr.8 T 57624 Pbotographlsche Impressionen von einer Palästinareise Der für Samstag, den 9. April 1938 um 8.30 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde vorgesehene Lichtbildervortrag von Herrn Dr. Alfred'Heller, München, über „Photographische Impressionen von einer Palästinareise" müßte ausfallen und wird voraussichtlich Im' Monat Mai stattfinden.. Genaue Ankündigung wird erfolgen. * Zum Heimgang von Martha Reutllnger Sie ist sehr geliebt worden! Das war das Schmerz-, aber auch das Trostreichste, was die sich zu sagen hatten, die am Härtesten durch Martha Reutlingers Tod betroffen wurden. Schmerzreich, weil sie uns so früh verlassen mußte, die noch soviel Liebe hätte geben und nehmen können, trostreich, weil es diese Liebe war, die sie glücklich gemacht hatte und in der sie uns weiterlebt. Und Martha .Reutlinger war liebenswert, zu jeder Zeit und an jedem Platz, an den sie das Leben stellte. Sie war es, da sie als achtzehnjährige Blondine in den Kindergarten kam, um ihre noch kindhafte Beschwingtheit und ihre glückliche pädagogische Begabung den Kleinen der Baaderstraße zugute kommen zu lassen. Sie war es, als sie. nach den Londoner Jahren an ihre erste Wirkungsstätte zurückkehrend, die Züge schon geprägt durch den Ernst ihres Lebens und ihrer Leistung, es auf sich nahm Kindergarten und Hort durch die Kriegszeit hindurchzusteuern. Sie war liebenswert als liebende und hingebende Tochter, die aus dieser Hingabe Freude und Kraft schöpfte, sie war es als Freundin, wo sie im Gedankenaustausch, im Miterleben und Verstehen, in ihrer Feinheit und Reinheit so unendlich viel gab. Sie war es vielleicht am packendsten und stärksten als Lehrerin, als welcher ihr eine große, fast schöpferische Begabung verliehen war. Und sie war es am Erschütterndsten und Rührendsten, als sie von Krankheit und -schon gezeichnet, an das Krankenlager gebannt war und nur ihre Augen und'ihre Stimme und ihr warmes Herz noch die alten geblieben waren. In den Londoner Jahren hat sie gelernt, die englische Sprache zu beherrschen und zu erfassen, wie es wenig Menschen mit ihrer Muttersprache gelungen ist. Und aus den kleinen Mädchen, die sie dort betreut hat. sind ihr Freundinnen fürs Leben erwachsen, die dafür sorgten, daß sie immer wieder in England ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen konnte. In ihrer Kriegstätigkeit fand sie das seltene Glück einer großen Freundschaft, die ihr Leben bis in die dunkle Leidenszeit hinein verklärte. Über Martha Reutlingers aufreibendem Arbeitstag, über ihre Feierstunden und an Ihrem Schmerzenslager hat diese Freundin mit zarter, nie versagender Sorge gewacht. Mag auch die schwere jüdische Schicksalsstunde nicht spurlos an Martha Reutlinger vorübergegangen sein, ihrer Lehrtätigkeit hat sie doch stärksten Auftrieb, reichste Befriedigung gegeben. Der Mehrzahl ihrer Schüler ist sie nicht nur die beste Lehrerin.^ondern auch Beraterin und Vertraute in der Not dieser Zeit gewesen. Und während ihrer langen Krankheit war , sie von. Liebe und Verehrung umgeben wie wenige Menschen. Von den einfachen Frauen, die ihr Krankenzimmer in der Klinik teilten bis zur Mutter und Freundin, vom Pflegepersonal bis zu ihren Ärzten, wetteiferte ein jeder in rührender Opferbereitschaft, ihr schweres Los zu lindem. Wir haben sie alle sehr geliebt und werden sie lieben, bis auch wir den Weg ziehen, den wir sie viel zu früh haben gehen lassen müssen. ' . J.B. von Für den Anw und Verkauf Immobilien und Geschälten ferner mr Hausverwaltungen empfiehlt sich die Firma S. Ackermann, Ritter von Epp-Platz 9 Telefon Nr. 12 502, 12 587, 13394 —- Erste Referenzen! Jegliche Bank-GarantieI

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