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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-04-01 · 7 (1.4.1938) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
7 (1.4.1938)
Date
1938-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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: '^^BHrr'™' ' V I; v •Hill. Kulturbund in Kayern (angeschlossen dem Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland) Ortsgruppe Atfinchen Anschrift: München 13, Adelheidstraße 33 Mitteilung an die Mitglieder Die Aprilrate des Jahresbeitrags (RM. 1.50) ist fällte und wird bei denjenigen Mitgliedern, welche sie bis 14". April nicht an der Ktttturbundkasse entrichtet haben, durch den Kassier mit einem Aufschlag von 30 Rpf. m der Wohnung eirtgehoben. Für nachfolgende Veranstaltungen liegen die Eintrittskarten an der Kiüturbundkasse auf und1 sind gegen Entrichtung der einschlägigen Monatsrate des Jahresbeitrags erhältlich: Lieder- und Arienabend der Altistin PaulaSalomon (früher « bekannt unter dem Namen Paula Lindbarg; am Flügel Erich Eisner) am 6/Aprjl; 11. Symphoniekonzert des_ Kulturbundorchesters München am 18. Mai. Unter Mitwirkung der Bläser des Berliner Kulturbundorchestors; Solistin: Annie Steiger-Betzak (Violine); Dirigent: Erich Eisaer. Eine jüdische Gemeinde wandert aus > - . Im Namen Gottes nach Erez-Israel In nächster Nähe der palästinensischen Mittehneerkilste. 2^ km sudlich von Naharia. an der StraBe Haifa-Beirut, liegt ein großer, unerschlossener Bodenkomplex des Keren Kajemeth Leiisrael — gutes, aber noch unkultiviertes Land. In den nächsten Monaten werden dort 74 Menschen, zumeist aus der Israel. Gemeinde Rexingen in Württemberg, sich ihre neue Heimat erbauA der sie, in einer gWoklichen Hebraisierung des Wortes „Rexingen" den Namen Kolonie „Malchutia" gegeben haben. Aber in diesem schönen Wort liegt noch ein anderer, über diese Zeitlichkeit hinausreichender Aspekt: „Malchutia" heißt auch „Go 11es re 1 ch". Nach Überwindung außerordentlicher Schwierigkeiten, von denen sich, der Außenstehende kaum eine Vorstellung machen kann, ist es gelungen, mit Unterstützung der Reichsvertretimg, des Palästina-Amts und anderer Organisationen einen Gedanken zu verwirklichen, der einst im Jüdischen Jugendbund Rexingen geboren wurde: die Idee der dorfweisen Auswanderung. Und nun endlich ist es soweit! Der Gesamtplan sieht vor, insgesamt 74 Personen ('davon eine aus Horb und einige aus Würzburg) nach Erez Israel zu überführen und diese in der palästinensischen Scholle als Bauern zu verwurzeln. Es handelt sich im ganzen um 18 Familien mit Kindern und 11 Ledige, von denen die PAULA SALOMON singt am 6. April erste Gruppe am 16. Februar dieses Jahres nach dem Heiligen Lande ausgewandert ist. Der Keren Kajemeth Lejisrael stellte den Rexinger Siedlern ein Areal von 670 Dunam (das sind ungefähr 225 württmbergische Morgen) zur Verfügung, eine Fläche, die bei intensiver Bewirtschaftung — Gemüse- und Obstkultur — ausreichend ist. Die Bodenkapazität läßt sogar, wie wir erfahren, eine Besiedlung mit 30 Familien zu. Das Siedlungsabkommen wurde mit der „Rasco",.einer palästinensischen Gesellschaft, abgeschlossen. Mit der Planung und Vollendung dieser Gruppenauswanderung ist ein für die Juden in Deutschland beispielhafter Vorgang geschaffen worden; der Beweis wurde erbracht, daß vereinte Kräfte Unendliches vermögen. Sind in diesem Plan schon - Grundgedanken Theodor Herzl's verwirklicht, so wurde auch das nicht vergessen, was der Begründer des politischen Zionismus in seinem „Judenstaat" prophetisch erschaute: Die Rexinger Siedler, Menschen, die von Natui* aus mit dem Boden verbunden und zur Landarbeit geeignet sind, werden eine Fahne mit In das gelobte Land nehmen, in deren Inschrift ihr Wollen beschlossan ist. Auf der Vorderseite der Flagge stehen in hebräischer Sprache die Worte „ Dein Reich ist das Reich der Ewigkeit"... Dann folgt in großen Lettern der Name Kolonie — „Mal diu-— tia". Den Abschluß bildet das Emblem des Israel. Oberrats, die Wwte-»^JaLWahjheit1 Recht und Frieden". Die Rückseite enthält das Bekenntnis „Mi el komauöho boeHm"-den Mögen Dovid mit dem Gottesnamen und die abschließenden Worte „Zum Andenken , an unsere Aliiah im Jahre 5698". Diese Fahne ist das Symbol für den heiligen Willen der Rexinger Siedler, in Erez. Israel ihre reli-, giösen und physischen Kräfte für die Heiligung des göttlichen Namens einzusetzen und das alte neue Land im Namen des Ewigen aufzubauen.

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