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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-04-01 · 7 (1.4.1938) · p. Seite 102

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102! Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nr. 7 Reisebüro Deutschland-Palästlna-Vertxehrsges. m.b.H. Vertretung für Boyern: Schiffskarten Bahll- Telefon 12236 und 13051 GEBR. A. & L MAIER, Bankgeschäft MÜNCHEN 2, Lenbadiplati 9 im Hotel Lelnfelder und Flugkarten für In- und Ausland Visa-Besorgung . Kreditbriefe . Bordgeld •lies Zu Original Preisen München Handball Damen : Itus Nürnberg Handball Damen; 14.45 Uhr München Handball Herren : Itus Nürnberg Handball Herren: 16 Uhr München FuBball : Nürnberg Fuühall. Wir hoffen. daS eine große Zahl von Schlachtenbummlern unseren Mannschaften den nötigen Rückhalt geben wird. In unserer Turnhalle wurden die Träinlngszelten der Damen neu angesetzt: - Montag: 19.45—20.30 Uhr 4. Gymnastik (Leitung Berliner) 20.30- 21.15 Uhr 2. Gymnastik .... 21.15-22.00 Uhr Geräteturnen Mittwoch: 19.45—20.30 Uhr Gymnastik (Leitung Berliner) r .20.30—22.00 Uhr Pfllcht-Trainlg der Handball- und Leichtathletik-Abteilung (Leitung Orliansky und Silbermann). Abschied von Herrn Amanyi Unser Vorsitzender. Herr Emil Amanyi. hat uns in diesen Tauen verlassen, um mit seiner Familie nach Palästina zu übersiedeln. Herr Amanyi hat in einer kritischen Zeit die Führung des Vereins übernommen und es durch größte Ufnsfcht und Tatkraft verstanden, den Verein auf eine gesunde Basis zu stellen. Wir Sportkameraden wenden unseren Hemm Amanyi nii vergessen und ihm stets für seine aufopfernde Tätigkeit dankbar sein. Wir wünschen ihm und seiner Familie für die Zukunft das denkbar Beste. Bücherschau Schalom Ben-Chorin, Kritik des Esther-Buches. Eine theologische Streitschrift. Jerusalem 1938. („Heatid" Salingre&Co., Jerusalem) Der Verfasser. Fritz Rosenthal aus München, beginnt seine „Theologische Streitschrift" mit diesen Sätzen: ..Ich schlage vor, das Purini-Fest vom jüdischen Kalender abzusetzen und das Buch Esther aus dcnHCanun der Heiligen Schriften auszuschließen.Test und Buch sind eines Volkes unwürdig, das gewillt ist, seine nationale und sittliche Regeneration unter ungeheuren Opfern herbeizuführen: stellen sie doch eine Verherrlichung der Assimilation, des Muckertums, der hemmungslosen Erfolgsanbeterei dar." — „Ich widerrufe alles, was ich in Vers und Prosa über das Estherbuch, sein Fest und seine Gestalten geschrieben habe und gestehe freimütig, einem traditionellen Irrtum erlegen zu sein." — „Das Buch Esther ist mir zum Ärgernis geworden. Es ist nicht diktiert vom Geiste der Heiligkeit, sondern es ist das Hohelied der Opportunität." Rosenthal kritisiert dann das moralische und ethische Verhalten der einzelnen Gestalten des Buches und bietet in einem Anhang, den er „Glossar" nennt, zwölf ziemlich wahllose Lesefrüchte über den „kraß unsittlichen Charakter" des Esther-Buches. Leider bescheinigt Hugo Bergmann dem Verfasser in einem Brief, Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig m Jj&UA Umfelder Cmbfr mümftni. im Stcnntal der als Vorwort abgedruckt ist, das „große Verdienst" der Schrift „um die jüdische Religiosität". Rosenthal beweist mit dieser Schrift nur, daß er weder von dem Wesen und der Funktion der sakrosankten und „knanonisierten" Urkunde noch von der Eigenwelt dieses biblischen Buches eine Ahnung hat. An die Esther-Rolle und an ihren Gebrauch in der jüdischen Pflichtenlehre darf man nicht mit Maßstäben und einem frägwürdigen Moralsystem von 1938 herangehen. Von allem Religiösen sehen wir absichtlich ab. Aber in der Rosenthal'schen Schrift macht sich in peinlicher Weise — auch die Taktfrage bleibe hier unerörtert — das Unvermögen breit, über ein bedeutendes antikes. Literatur-Denkmal, das im Judentum einen unantastbaren Platz einnimmt, textgerecht, sachgemäß, methodisch geordnet zn denken und zu schreiben. Der Ruf. das Purim-Fest abzuschaffen ist uralt und immer wieder von Unkundigen oder naiven Judenerziehern erhoben worden. Im der klassischen deutschen Literatur spielen dabei die bekannten Aufsätze aus dem von Wieland herausgegebenen „Teutschen Merkur" und aus der „Berlinischen Monatsschrift" von Gedike und Biester im Dienste einer falsch verstandenen Judenemanzipation eine Rolle. In der zuletzt genannten Berliner Zeitschrift erschien in der April-Nummer des Jahres 1790 ein Beitrag mit dem Titel „Vorschlag an die Juden das Purim-Fest abzuschaffen". Als Erwiderung darauf veröffentlichte in der Juni-Nummer des gleichen Blattes ein Jude „Freimütige Gedanken" gegen jenen Vorschlag. Die Aufsätze von 1790 unterscheiden sich in wohltuender Weise von der modernen_„Theologischen Streitschrift" aus Jerusalem des Jahres 193B, die uns ehrZelchen dafür ist. daß die Luit aer heiligen Stadt nicht in jedem Falle weise macht. Wir würden es nicht'wagen, die Abschaffung der europäischen Faschingsgebräuche arri Purim- Fest im heutigen Palästina vorzuschlagen. Der Judenheit der Welt dagegen die Abschaffung des, Purirn-Festes von Jerusalem aus nahezulegen gehört zu den tragikomischen Farcen, an denen unsere jüdische Welt so überreich ist. F. Saul Lilienthal, Jüdische Wanderungen in Frankfurt am Main, Hessen, Hessen-Nassau. 8°. VIII, 132 Seiten. Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1938. Preis: broschiert RM. 1.50, geb. RM. 2.80. Das erste jüdische Wariderbuch! Vom Zentrum Frankfurt aus durchwandert der Verfasser weite Landschaften von Fulda" bis Speyer, von der Lahn bis zum Neckar. Die jüdischen Sehenswürdigkeiten in berühmten, einst dicht von Juden bevölkerten Kleingemeinden, die jüdischen Schicksale und die jüdische Gegenwart, von vielen Bildern begleitet, sind Gegenstand dieses pädagogisch und in der Darstellung vorzüglichen Buches. Jede Seite ist gefüllt von den gedrängten Aufzeichnungen eines, der in der Landschaft, in der jüdischen Geschichte und im Gemeindeleben der Gegenwart zuhause ist. Im Vordergrund steht immer das Sichtbare. Die ersten 19 Seiten sind der_Gemeinde Frankfurt gewidmet. Dann folgt: „Von Frankfurt zur Lahn" (Höchst, Hofheim i. T., Wallau, Wiesbaden, Schlangenbad, Schwalbach, Biebrich, Eltville, Kloster Eberbach, Katzenelnbogen etc.). hierauf: „Von Frankfurt durch die Wetterau und das Lahnthal" (Rödelheim, Heddernheim, Friedberg in Hessen, Bad ^Nauheim, Münzenberg. Giessen, Wetzlar, Mail Hms etc.); in dem Abschnitt ..Rund um den Feldherg" werden R.id Soden a. Taunus. Königstein i. T.. Kronberj; i. T., Oberursel, Bad Homburg v. d. H., Eppstein, Hofheim i. T. und noch viele andere kleinere Orte behandelt; auf der Strecke Frankfurt—Fulda durchwandern wir u. a. Offenbach a. M., Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern! Fulda, auf der Strecke Frankfurt nach Mainz und Worms: Flörsheim a. M., Oppenheim, Alsheim etc. Dann geht es . nach Speyer .über Frankenthal. Ludwigshafen a. Rh., nach Alzey, nach Darmstadt und'/in den mittleren Odenwald, (auf dieser Strecke vor allem Michelstadt, Eberbach, Strümpefbrunn, Erbach, Dieburg (Schluß der Bücherschau auf Seite 107)

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