Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 14 (Ausgabe A) (1938)
- Issue
- 7 (1.4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nr. 7 KLAUBER München, Theatlnerstraße SS bHn«, Neue aparte Kleiderstoff* in Kunstseide, reiner Seide, Pique und Organdy Neu« Blusen, Westen, Schals, Wische, Strümpfe Komplette Wäscheausstattungen von RM. 430.— an, auch für'Übersee. BAMBERGER&HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE , III. Jüdische Ai)sländer und Staatenlose In Deutschland Jüdische Ausländer und Staatenlose in Deutschland. Ihre Rechte und Pflichten. Von Justizrat Jacob Lissner. Rechtsanwalt in Berlin. Joseph Jastrow. Jüd. Buchverlag Berlin W 15, Kaiserallee 21. 48 Seiten. (1938.) Bin sehr nützliches populär-wissenschaftliches Buch über das Ausländerrecht! Daran hat es bisher, insbesondere an einer kurzen systematischen Darstellung mit besonderer Rücksicht auf die Juden, gefehlt! Die Rechtsunkenntnis ist aber, wie der Verfasser ausführt, in den beteiligen Kreis?» groß, die Möglichkeit sich zu unterrichten, g«ring. Das Ausländerrecht ist ein Konglomerat verschiedener, nicht miteinander zusammenhängender Rechtsgebiete. Lissner behandelt nur eine Auswahl von Rechtsverhältnissen, zuerst das Pallrecht (einschlielllich Ausweisung und ausweisungsähnlicher Maßnahmen), dann das Arbeitsrecht (Ausländer als Arbeitnehmer, besonders Arbeitserlaubiiis. Befreiungsscheiii'. unbefugte Arbeit etc.). Gewerberecht (Legitimationskarte — Wandergewerbeschein — Stadthausierschein), Prozeßrecht - und endlich das intei nationale Eherecht. Das Familienrecht gehört an und für sich nicht zum Fremdenreeht; aber es ist für Ausländer und Staatenlose von großer praktischer Bedeutung, da (wie der Verfasser bemerkt) seine mangelnde Kenntnis schon häufig zu Famihen-Traspruchung durch Praxis und schulärztliche Tätigkeit hemmte seinen Schaffensgeist in keiner Weise. Er war eines der pflichttreuesten und gewissenhaftesten Mitglieder der Sanitätskoloh.ie, versäumte keinen Absud und seine Bereitschaft zur Hilfeleistung - war unbegrenzt. In einer Reihe von charitativen Vereinen und Anstalten war er unermüdlich tätig. Dabei fand er auch noch für zahlreiche Vorträge und Beiträge zu den Fachzeitschriften Zeit. Wuchs so sein allgemeines Ansehen, er blieb bei aller Freude darüber der bescheidene Adept der Wissenschaft, der Helfer der Kranken und Armen. Als er die ihm so ans Herz gewachsene Tätigkeit als Schularzt und in der Sanitätskolonne aufgehen mußte. ward er schmerzlich dadurch getroffen, trug aber den Schlag mit männlicher Würde. Mit seinen Angehörigen beklagen seine zahlreichen Freunde und nicht zuletzt die jüdische Gemeinde den Verlust. Durch sein Leben und Wirken hat sich Pr. Eugen Doernberger ein Denkirtal. errichtet, dauernder als Erz. Bl. Lehrbaus Der. Kurs von Herrn Dr. Perlmutter fällt am- Mittwoc-h. den 6. April, wegen des Kulturbünden zerts aus. Der abschließende Vortrag „Zur Geschichte der emg'li sehen Kolonialpolitik" i i n d e t Mittwoch, den 13. A p r i L. im gemeindlichen Sitzungssaal abends Uli'r statt. Vortrag Dr. Gundersheimer Der Lehrhaus-Vortrag von Dr. Hermann Gundersheim nie f.-Fr a nk f u rt a. M. „Des Michelangelo Schöphmgsge-, schichte" ist auf Mai verschoben. Nähere Ankündigung folgt! Gemeinde-Sitzung am 21. März Der Bericht über die Gemeindesitzuivg vom 21. der nächsten Nummer. März folgt in Gemeinde-Veranstaltungen im Februar und März Die Veröffentlichung eines ausführlichen Berichtes über die gemeindlichen Vorträge der letzten Monate muß auf eine der 'nächsten Nummern verschoben werden. m. Geburtstag KjMtell geführt bat Aus ähnlichen •.■runden sind in dem Buch auch die Nürnberger Gesetze teilweise einbezogen. Der Verfasser ist sich klar darüber, daß die von ihm beliandelten Materien in Fluß sind: so sollen das Paß- und Ausländer-Polizeirecht sowie das Ausweisungswesen vor einer Veränderung stehen. Ein Rahmengesetz vom 11. Mui 1937 ist erlassen, die .Ausführungsbestimmungen stehen noch aus. Die Schrift, dient der Verbreitung besserer Rechtskenntnisse auf diesen wichtigen Gebieten nach dem heutigen Stand, dessen jeilerzeitige Yeränderuirgsmögliclikeit sich jeder, den es angeht, bewußt bleiben muß. F. Aus der Gemeinde München Herr M ein d e I Klausenberg, München, Ickstattstraße 22, leierte am 30. März 1938 seinen 80. Geburtstag. Er hat seinen Wohnsitz seit 1900 in München. Dr. Eugen Doernberger s. A. Es ist noch nicht lange her. daß Geheimrat Dr. Doernberger in diesen Blättern in der schlichten Weise, die ihm eigen war, Erinnerungen aus" seinem Leben zum Kesten gab. die allgemeines Interesse wachgerufen haben. Am Abend des 21. März hat sein edles schwerkrankes Herz zu schlagen aufgehört. Wer mit Dr.Doern-' berger jemals zusammengekommen war. wußte das lautere und bescheidene Wesen des erfolgreichen Kinderarzt es, "deffl' so viele Tauseirde'von-.'Eltern für sein segensreiches Wirken nicht genug danken können, zu schützen.'-Aus seiner reichen Erfahrung in der Praxis heraus drängte sich ihm die Schularztidee auf. verfolgte er sie mit größtem Eifer -und rastete nicht, bis sie zur Tat wurde. München stellte Schulärzte auf und ihn an erster Stelle. Land und Reich folgten für eine-tlnzahl von Städten. Aber auch die große Bean- Purimfeier im Jüdischen Turn- und Sportverein Für Samstag, den 19., und Sonntag, den 2t/. Marz hatte der Jüdische T-urniiud Sportverein 'zu einer Purimfeier eingeladen, am Samstag für die Erwachsenen, am Sonntag für die Kinder. Die Vorführungen am Samstag erhielten ihr Gepräge durch die Conference von Heini Berliner, die das Publikum wiederholt zu Lachsalven hinrill. Die musikalische Umrahmung besorgte die Kapelle Ceza Velisch, am Klavier hegleitete Frl. Fanneri Weil. Man sah einen reizenden Kinderreigen, Keckturnen der Mädchen und Fahnenschwingen der Damen unter der bewahrten Leitung von Rosa Berliner, während die Herren unter der Leitung von Oskar Steiner ihre Künste am Hochreck zeigten. Turnerisch und humoristisch besonders gelungen war das lustige Barrenturnen der Herren im Charakter einer Purim- Veranstaltung. Das gleiche gilt von einem maskierten Bärenreigen, den Erika Katzenstein anführte. Die virtuose kleine Ruth Welnschel ließ sich mit Orchesterhegleitung am Marimbaphon hören, Heini Berliner hielt eine fröhliche Schulstunde ab und die Überraschung des Abends war das Sonderkonzert der Harmonikaabteilung unter der Leitung von Kurt Berwin. die seit ihrem letzten Auftreten sich auf eine stattliche Zahl aktiver Mitglieder vermehrt hat. Nach Beendigung des Programms blieben die Besucher noch zu Tanz und Unterhaltung beisammen. -y'Die Sonntagsveranstaltung hatte den Chasajcter einer Zirkusvorstellung. Nach ' dem Einzug des gesamten Zirkuspersonals wurden in bunter Folge tänzerische, akrobatische und turnerische Leistungen der Knaben-rund Mädchenabteilung des Itus vorgeführt, die den lebhaften Beifall der kleinen Zuhörerschaft fanden. Auch die HarmooikjL^_4hUilung war wieder zu hören. Man hatte, wie am Vortag, den Eindruck. daO alle Beteiligten sich die erdenklichste Mühe gegeben hatten, um den Verein würdig zu repräsentieren und dem Publikum einige vergnügte Stunden zu bereiten; Es ist zu wünschen, dal) Insbesondere die Jugend, die noch auBen steht, dadurch veranlaßt wird, sich an den künftigen Veranstaltungen des Turn- und Sportvereins tätig zu beteiligen, Ca Stets HeiikeUik wWWw W im * ■ ■ *■ — Tafelgerat und Schmuck Vornehme Geschenke M. T. Wetzlar, IWÜHO Ii «k H ____.....___Maximilianstraße 2 Kachgeschäft für Damenbekleidung MAGISTER KIRSCH LEO OPPENHEIMERf .^be^'c.rt rVc'"^9) d«r gut« Likör, Magister MQnctien VII Stadtfllial« Hochbrücken«tr. 14, Eck« Herrnstr.