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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-03-01 · 5 (1.3.1938) · p. Seite 65

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
5 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 65 (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Au**aheA €remeindeMatt für den Verband der Kultnsgemeinden in Bayern und die Koltosgemelnden München, Angab arg, Bamberg, Wttrgbnry Ausgabe A : Allgemeine Ausgabe, Bezugspreis RM. -.60 im Vierteljahr, RM. a.40 für du Jahr Ansjsjab^B: Mit dem Beiblatt für Wünburg und Umgebung. Bezugspreis RM. 1.50 im Vierteljahr, RM. 6.— für dai Jahr. Erscheint am 1. und 15. jeden Monats. Herausgeber: Verband Bayer. Israel. Gemeinden / Verlag B. Heller, München, -_Plinganserstr. 64, Tel. 73665, Postscheck München 5987 / Anzeigen nach Tarif. Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsministers fUr Volksaufklärung und Propaganda betr. Oberwachung der geistig und kulturell titigen Juden im deutschen Reichsgebiet. XIV. Jahrgang üttnchen, 1. Marz 1938 Nr. 5 \ Inhalt: Der Keren Hajessod Ist BQrge des Palastina-Aufbaus — Verband bayer. isr. Gemeinden — Aus der Gemeinde Manchen — Aulrut zur Keren Haiessod-Aktion in Manchen — Aus bayerischen Gemeinden — Jadischer Turn- und Soort-Vere»— Bekanntmachunsen der Kultusgemeinde Manchen betr. Errichtung einer jüdischen Oberschule: betr. Verteilung von Prlbenden aus der Jakob und Klara Frommschen Familienstiftung;: betr. Partei- und Kassenverkehr bei der Geschiftsslelle der Kultusgemeinde — BOcherscbau — lud. Kulturbund in Bayern Ortsgruope Manchen — Personalia — Kalendarium und Gebetszeiten. — Der Keren Hajessod ist Bürge des Palastina-Aufbaus Mehr als zu irgendeiner anderen Zeit unserer modernen Geschichte war unser Augenmerk während der letzten zwei Jahre auf unsere Politik in Palästina gerichtet. Mit banger Sorge verfolgten wir, die Unruhen, unter Anspannung all unserer seelischen Kräfte sahen wir dem Berichte der Königlichen Kommission entgegen. Und als dieser Bericht erschien und das Judemproblem in seiner ganzen Breite aufrollte, wußten wir, gleichviel in welchem politischem Lager wir standen, daß von uns allen die Rede war, daß die Thesen und Vorschläge dieses Berichtes auch unser Schicksal bestimmend gestalten können. So wäreiriractnlle Tagtmxifl In Zürich ebenso wie die darauffolgenden politischen Ereignisse Etappen gemeinsamen nationalen Schicksals. Mit der Judenheit anderer Länder teilten wir die Sorge um die Zukunft unserer nationalen Heimstätte, um Lebensrecht und Lebensraium.,. Bei aller Airfmerk<;amki»it ahpr, die wir rW-.m RalaitiraTirnsSlpim Gepräge gegeben haben. Die jüdisch Arbeit ist trotz aller Schwierigkeiten nicht lahm gelegt. Keine einzige Position wurde aufgegeben, keine einzige Stellung verlassen. Ja. unter dem Drucke politischen Zwanges ging der Jischuw zu einer na t i o n a 1 e n Offensive auf verschiedensten wirtschaftlichen Gebieten über und eroberte Positionen, um die er jahrelang vergebens gerungen hatte Diese konstruktive Leistung war nur möglich dank den Mitteln, die das nationale Kapital dem Jischuw in diesen schweren Jahren zur Verfügung gestellt hat. In einer Zeit, in der private Initiative naturgemäß versagte, hat der Keren Hajessod das wirtschaftliche und im Endeffekt auch das politische Durchhalten ermöglicht. zuwandten, dachten wir während zwei Jahre in erster Reihe an Pa 1 ästinapoII11k—und nicht an die P aläs tin a - Wirtschaft. Hineingestellt in eine unruhige politische Welt, vergaßen wir, daß es keine gesunde Politik ehrte eine gesunde Wirtschaft gibt. Noch wissen wir nicht, welche Wendung die politische Entwicklung der nächsten Monate nehmen wird, ob das Palästina-Mandat erhalten oder ein jüdischer Staat in der einen oder anderen Form gegründet werden wird. Gleichviel aber wie die politische Formel lautet, wird sie noch viel mehr als tru der Vergangenheit ausgefüllt werden müssen mit konstruktiver wirtschaftlicher Arbeit. 1 Entscheidend für die weitere, Zukunft bleibt die Erkenntnis, daß unsere politische Kraft von unserer kolonisatorischen Leistung abhängt von den'wirtschaftspolitischen Machtpositionen, die wir im Lande durch nationales Kapital und nationale Arbeit schaffen. \— Wie schwer die letzten zwei Jahre auch waren, — gerade in dieser unruhigen iund sergenvollen Zeit haben wir dank unseres Aufbauwillens Leistungen voltbracht, die Etez Jisrael ein neues In welchem Maße der Keren Haiessod berufen ist, als staatlicher Aufbaufonds Schrittmacher und Gestalter unserer politischen Zukunft in Palästina zu' wejden. sehen wir am eindruckvollsten an den Nekudoth Chadaschot, den Neuen Punkten, die in diesem Jahre im Osten Palästinas entstanden sind. Um die Böden des Keren Kajemeth zwischen Beth Schan und dem Süden des Tiberias-Sees zu sichern, zogen junge Juden in ein von Arabern bedrohtes Neuland und schufen neunzehn Stützpunkte für jüdische Kolonisation. Unter schwersten Bedingungen setzten sie die Tradition jener Pioniere fort, die bereits vor Jahrzehnten Täler erobert und Böden erschlossen haben, die nunmehr das kolonisatorische Rückgrat des jüdischen Palästina bilden. t Die Juden ans Deutschland und aus anderen Ländern, die in <ler Ebene von Beth Schan neuen Boden für die kommende Indische Einwanderung erobern, leisten Pionierdienste nicht nur für die. die folgen werden', sondern auch für all die Juden in der Welt, denen Erez Jisrael geistige und nationale Heimat werden wird. Unsere Pflicht und Aufgabe ist es. dieser A v a n t g a r d e des jüdischen Volkes schnelle und wirksame Hilfe zu leisten. In entscheidender Stunde wird das Werk dieser Menschen das stärkste Argument jüdischer Politik in Palästina sein. * Michael Traub. Samstag, den 12. März Im Itus-Saal 20.30 Uhr _i Lichtbilder-Vorführung Dr. ülfred Heller „Photo-Impressionen von Palästina"

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