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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-02-01 · 3 (1.2.1938) · p. Seite 33

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
3 (1.2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 33 (sequence 1)
Language
German
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Jüdische s. Ausgahe A demeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultuggemeinden München, Augsburg;, Bamberg, WuryJburg ^■^^■^^^^BH^^HBB^^Bn^^MBMM^^^^^BHHHB^BiH^^^^^^^^MH^^HH^H^^HIH^^^^H A«sjgabe A: Allgemeine Autgabe, Bezugspreis HM. -.60 im Vierteljahr, BM. 2,40 für das Jahr A«»Jgabe B: Mit dem Beiblatt für Wunburg und Umgebung. Bezugspreis BM. 1.50 im Vierteljahr, BM. 6.— für das Jahr. Erscheint am 1. und 15. jeden Monats. --ü—Herausgeben Verband Bayer. Israel: Gemeinden / Verlag O. Melier, München, ■ _Plinganserstr. 64, Tel. 73665, Postscheck München 3987 / Anzeigen nach Tarif. Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda betr. Überwachung der geistig und kulturell tätigen Juden im deutschen Beichsgebiet. XIV. Jahrgang München, 1, Februar 1938 Nr. 3 Inhalt: Erklärung des Gemeindevorstandes — Grundsätzliches zur Berufswahl — Zu Ehren Martin Bubers — Aus der Gemeinde München — Aus bayerischen Gemeinden — Aus dem Reiche — Jud.. Turn- und Sportverein — Büclierscliau — Geschättriclies — JüJ. Kulturbund in Bayern, Ortsgruppe München — Personalien — Kalendarium und Gebetszeiten. Erklärung des Gemeindevorstandes Am 12. Februar wird der Sachverständige der Reichsverlrelung für die Fragen der Berufsausbildung, Dr. Georg L ubinski, in München einen Vortrag über diesen Gegenstand innerhalb des gemeindlichen Lehrhauses halten, Der Vorstand der Kultusgemeinde nimmt diese Veranstaltung zum Anlaß, um gerade jetzt, da ein neuer Lehrgang Schulentlassener vor der beruflichen Entscheidung steht, auf Folgendes hinzuweisen: Die zuständigen Stellen der Juden in Deutschland führen einen schweren Kampf um die Erhaltung und Erweiterung der Auswanderungsmöglichkeiten nach Palästina und den Überseeländern: ' Die Berufsentscheidung, vor welche Eltern Und Schulentlassene in diesen Wochen gestellt sind, wird in stärkstem Maße von der Notwendigkeit der Vorbereitung zur Auswanderung und Einordnung in die »<■'"'" I inutvr lu-xiinmü sciji. Deshalb sei hier auf die besondere Bedeutung hingewiesen, die der landwirtschaftlichen und handwerklichen Berufsumschichtung zukommt. Sie wird sowohl der beruflichen Normalisierung der jüdischen Gemeinschaft dienen, als auch die Einordnung und Exis^enzgründung für den einzelnen erleichtern. Verantwortung gegenüber der jüdischen Gesamtheit und der zukünftigen Lebensmöglichkeit der jüdischen Jugend wird die zu treffende Berufsentscheidung auf den schweren aber produktiven Weg der Ausbildung in Landwirtschaft und Handwerk lenken. c- M ü nchen, den 1. Februar 1938 Der Vorstand der Isr. Kultuseemeinde München r V- ' _ N e u m e v e r. Grundsätzliches zur Berufswa 1- Die. ßerufsentscheiduhg gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im menschlichen Leben, der Beruf bestimmt das wirtschaftliche und soziale Schicksal des einzelnen Menschen und weist ihm seinen Platz, im sozialen Aufbau des Landes an. -Pie BerufsentBoheidung übt abci auch ihieir Einfluß auf das politische Schicksal der Gemeinschaft aus, der er angehört. Diese Erkenntnis ist uns Juden durch das Geschehen der letzten Jahre, besonders deutlich geworden. Die Anomalie des jüdischen Lebens findet unter anderem auch darin ihren Ausdruck, daß die .Verwertbarkeit der Berufsausbildung bei uns in besonderem Grade unbestimmt und zweifelhaft ist. Die Ungewißheit über den Ort, das Land der Ausübung des künftigen BerufesITkennzeichnet die eigentümliche Schwierigkeit, in der sich die jüdische Jugend in ihrer Berufswahl befindet. Es ist zwar richtig, daß der Inhalt der einzelnen Berufstätigkeiten in den verschiedenen Teilen der Welt nicht wesentlich voneinander abweicht, daß ein Maurer in Palästina ähnlich arbeitet wie in Ary..; . ,--■[.\ , " " \ gentinien. ebenso richtig aber ist es, daß die Berufsvorbereitung sich nicht auf die eigentliche Fachausbildung beschränken kann und daß auch die sprachliche und kulturelle Einführung in den neuen Lebenskreis unentbehrlich ist. TTie hmwanüerungsländer errichten zusehends immer mehr dauernde Schranken; im übrigen wechseln dauernd! die Möglichkeiten und Bedingungen der Auswanderung Und der. Berufsergreifung im Ausland. Bei der Landwirtschaft z, 15. kommt wegen der sozialen Bedingungen ihrer Ausübung dieser lleruf zurzeit nur für diejenigen in Betracht, die sich für ein Leben In Palästina oder in einem anderen Cände vorkkreiten, in dem sie sich auf eine große leistungsfähige und leisttingswillige jüdische Siedlungs-Gesellschaft stützen können. Bei der Berufseiitsehcidung ist auch die Frage, .von Gewicht, ob der Beruf betätigt werden kann In einem Lande mit einer gut organisierten Wirtschaft,- mit staatlich geregelten Arbeitsbeziehungeu wie in Australien oder in einer Konkurrenz mit einer nicht ' * ■ . - ■ m .'*.** ' Hl J ' . ' . 1 . -

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