Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Band VIII (1871)
- Issue
- II. und III. Heft. (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 87)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 123 — 1 rntreissen, 80 liegt es dooh in der Natur der Sache, m die trotz der weisen Mahnungen des alten Priesterdden creirte Monarchie nicht mit einem Male in dem (iheitlich gesinnten ״zum Nichtertragen jedes menschliken Druckes wie jeder Tyrannei erzogenen Volke“ Wur- >1 fassen konnte. Das Volk an eine Selbst-oder richtiger!keine Regierung gewöhnt, hatte bis dahin nur von Mt selbst Gesetze empfangen und nicht allein fiel es n schwer, es mangelte ihm auch an jedem Begriff daf, eich den Launen eines einzelnen Menschen, den •0 ״König“ heisst, beugen zu müssen. Jeder that Ws Recht war in seinen Augen“, und solange er kht in den Besitz und in das Recht seines Nächsten ■piff, durfte er nach seinem eigenen Belieben und htdünken leben und handeln. Irdische Gewalten, de- * Wille für sein Thun und Lassen Norm wäre, kannte flicht. Daher sehen wir auch den königlichen Cha- ■kter Saul’s in vielen Rücksichten noch zurückgefingt. Erst David’s klugem und gewandtem Geist, ■Dem entschlossenen Sinn und thatkräftigen Charak- * war cs Vorbehalten, eine wirkliche Centralmacht 1 Händen des Königs zu vereinigen, sich allseitige Erkennung, Gehorsam und Ehrfurcht zu verschaffen, ^fio war auch sein Hauptstreben gerichtet. Dass aber dies auch nicht leicht war und das l(,lk sieh noch immer nicht in die Verhältnisse schi- *ם konnte, beweisen die vielen Empörungen; jeder!■«vergnügte fand Anhang, keinem Demagogen Hel ■«chwer, das Volk für seine Zwecke zu missbrau- ^®') denn es glaubte Grund zu haben zur Unzufric- ^°l>®it: der König forderte von ihm, was es zu leisten gewohnt, noch im Stande war. Zwar lässt sich 10*