Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- VI. Jahrg. (1868)
- Issue
- I. Heft. (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 20 — ״Solaven“ — aus der alten Reichsstadt zu vertreiben, — liess der Kaiser schon am 26. Juli 1498 an den Schultheissen von Nürnberg: ״Wolfgang von Parssberg“ — von Freyburg aus — Urkunde gelangen, mittelst weloher Seine Majestät sämmtliche Häuser der Juden dem Rathe zu überantworten befahl, nebst Synagoge, Leichenhof und anderen liegenden Gründen gegen bereits stattgefundene Empfangnahme an 8,000 Gulden (Goldgulden). f)ie bezügliche Urkunde, welche ich hier der Kürze wegen nicht beisetze, anderen Ortes aber beibringen werde, datirt, wie gesagt, vom 26. Juli 1498; schon vorher aber: am 5. Juli des gleichen Jahres war dem Schultheiss der kaiserliche Befehl zugegangen, sämmtliches unbewegliche Eigenthum der Juden von Nürnberg als ״kaiserliches Kammergut“ in Beschlag zu nehmen, während ein weiteres Schreiben des Kaisers vom 7. Juli 1498 den Rath der Stadt auifordert, dem Schultheiss bei vorzunehjnender Be- Bitzergreifung thatkräftig beizustehen. Die beiden betreffenden Urkunden, welche zur Erkennung des damaligen Zeitgeistes interessant genug sind, sehe. ich mich ebenfalls genöthigt hier wegzulassen, um dem Schlüsse dieser Abhandlung entgegen-״ zueilen. Rath und Bürgerschaft Nürnberg's erreichten nun endlich ihren Zweck: — um die geringe Summe von 8,000 Goldgulden wurden sie der lästigen Mitbürger los, welche ihnen nur allzulange schon ein Dom im Auge gewesen waren; denn, abgesehen von den obenerwähnten Verleumdungen, hatte man den Juden noch gar manche Missethat zur Last zu legen: 1