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Jeschurun · 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
Beilage zum Jeschurun (1865)
Date
1866-01-01
Page
Seite 70 (sequence 72)
Language
Hebrew
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70 Seute, einer ernsten Neigung Platz gemacht habe — und daß die-beiden sich geschworen , immer für einander zu leben — daß keine Macht der Welt sie trennen könne. Er wußte eS und verrieth das Geheimniß auch nicht mü einem Sterbenswörtchen und beschützte diese Liebe, wiewohl er gerechte Ursache hatte zu glauben, daß sein stolzer Bruder «S nicht gerne sehen wird, wenn Ernst Mathilden unter denTrauhimmelführen werde»—.daß seine Schwägerin, so gut sie auch von Natur sein mochte, doch eine reiche Parthie für ihren Sohn auSgedacht hatte. — Aber daran dachte er ja nie, er wähnte Ernst und Mathilde glücklich, ׳ und! das ging ihm über alles;׳ er war ja gewiß, daß ׳sein Bruder seinem Kinde nichts abschlagen könne, und Ernst liebte ja Mathilde so, daß er nur ihr und keiner andern di« Hand reichen׳ konnte. — So war er Beschützer der beiden Liebenden, und als solcher fürchtete er von Ernst's Reise׳ nach der Residenz, daß seiner 1 Neffen Herz doch Mathilden entfremdet werden könne, \ weil er den lebhaften Sinn des Jünglings kannte, den die Eindrücke der Residenz sicher nicht unberührt lassen konnten. Und deßhalb war er still wie alle andern, die um den Tisch saßen — und sprach auch kein Wort, als sein Bruder Ernst jetzt noch einige Ermahnungen mit auf den Weg gab, fromm und brav zu bleiben. — ״Vergiß nie, daß du Jude bistV schloß Aron Bergheim, indem er Ernst, der aufgestanden und zu ihm gegangen war, auf die Stirne küßte, und wie segnend seine Hände über sein Haupt bereitete. . / Ernst neigte sich über den Vater und küßte ihn, und Fra« Bergheim, die mühsam lange schon die Thränen über den Abschsed von ihrem einzigen Kinde zurückgehalten, weinte jetzt ditlerlich. —

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