Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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30 Peter erblaßte. Wathis bemerkte ei nicht: denn er war über das, was er zu sagen hatte selbst etwas befangen, und sprach mit niedergeschlagenen Augen: ״Der Schlom« ist zwar nicht mehr mein Freund-das ist wahr — aber — verhungern will ich ihn denn doch nicht lasten, und seine Tdchter soll auch nicht hilflos verschmachten.^ — Gewiß nicht, Vater, rief Peter. — Weißt du wa- , Peter? — Wa» denn, Vater? — Laß doch gleich einen Sack Mehl und einen Sack Erdäpfel zu Schlom« hinführen, dieses Fläschchen Tokayer aber und dieses Pfund Zwieback mußt du selbst für di« Krank» hintragen, und, — steh,dich dort ein Wenig um, Peter, was denn sonst noch Rotz thut." Peter that nicht nur pünktlich, wie ihm besohlen wurdet sondern fügte der Sendung aus eigener Macht- Vollkommenheit ein Paar Hühner, Butter,׳ Käse, -Eier nnd noch so manches bei, und nach einer kleine» Stund« saß er schon an Sitl'S Bette, und machte ihr undihre» Vater bittere Vorwürfe, daß fie ihm nicht längst vrr« traut, nnd ihre häusliche Lage ihm nicht entdeckt haben. Er schickte sogleich einen Wagen nach B . . um de» Doktor, und ging nicht fort bt« dieser kam, ihm in Bezug auf die Kranke beruhigend« Verficherungen gab, nnd ihm versprach, täglich seine Besuche zu ,viederholen. — Bon diesem Tage an kam Peter täglich nach Alma und verweilte stundenlang an dem Lager der Kranken, und ließ nicht ab, bis er zwischen seinem Vater und Schlom» eine vollständige Aussöhnung zu Stande brachte. Jetzt besuchle auch Mathis sehr oft die Kranke, die unter der bessern Pflege sehr bald ans dem Wege der Wiedergen«- sung sich befand, und so hatte er jetzt Gelegenheit, die immer schöner aufblühende Gitl mit allen ihre» einnehmenden Eigenschastrn kennen und schätzen zu lerne».