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Jeschurun · 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
Beilage zum Jeschurun (1865)
Date
1866-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
Hebrew
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DaS Wort «wt besprachen und die SatanSsaat fand in den Herzen aller Anwesenden einen empfänglichen Boden. Das ganze Dorf nmrde allarmirt: Alle» schrie, Alles tobte, man Härte nichtal-: Cchlome hat «in Christenkind geschlachtotl Wir wollen ihn auch schlachten! Wir wollen alle Bluttrinker schlachtend das geschlachtete Kind muß er herau-gebe» I Er muß zerriffen werden I Diese und ähnliche Ausrufungen verkündeten genugsam, was dem unglücklichen Schlome bevorstand. Alle Bauern dewassneten sich mit Knitteln und Mordwerkzeugen, und als wenn an der Richtigkeit ihre Voraussetzung gar nicht mehr zu zweifeln möglich wäre, stürzten sie mit Wuthgeschrei gegen da» WirthSha»»S. Inzwischen war Schlome doch von freundlicher Hand gewarnt worden. Ein israelitischer Einwohner von Alma war vorausgeeilt und setzte ihn von dem,Sturm in Kennt« niß, der sich gegen ihn vorbereitete. Als daher der Troß in das WirthshauS kam, fand er nichts, als Gitl, die vierzehnjährige.Tochter Schlome's, die eines hestigens Fieberansalles wegen nicht im Staude war, dem Vater auf der Flucht zu folgen. Die Zeit drängte, Gitl beschwor ihn sortzueilen, und da er sich überzeugt glaubte, ihr drohe keine Gefahr, ließ er sie zurück und entfloh allein. Diese Flucht, von der die Bauern bei genauer Durchs suchung der Hauses sich überzeugten, galt ihnen als ein «mimstößlicher Beweis von der Schuld Schlome's; die Wuth wuchs und mau fing an, fich an Gläsern und Maschen zu vergreifen, Fenster einzuschlagen und Kasten tu erbrechen: schon ließen bttmmen sich vernehmen, man «üffe dem Juden vergelten und ihm ebenfalls seine Tochter abschlachten; als der Richter des Dorfes vordrang und das Judenmädchen zu binden befahl. Thut ihr nichts zu leide, sprach er; denn, wenn sie auch nicht

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