Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
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14 unverdorben und keiner Berftellmlg fähig. Er sehnte sich auch wirklich nach einer Gelegenheit, seinem jüdische» Fremd« thatsächlich beweisen zu könneu, wie sehr er sich gegen ihn verpflichtet fühle. MathiS nahm daalte Talith und die Tefilin mit sich, um sie als Andenken aufzubewahren.. Die Gelegenheit, dein Schlome einen Gegendienst z« erweisen, ließ nicht lange auf sich.warten. Ein raizischer Insasse von Llvia schickte eines Abend; sein ungefähr zehn Jahre alte» Mädchen in das Wirths- Han», um Brandwein -u holen und — dieses kam nicht zurück. Der nach Arak lechzende Serbe wartete ungeduldig eine volle Stunde vergebens. Das Mädchen kam nicht. Ergrimmt über die unerklärliche Saumseligkeit de; Kindes, bewaffnete er seine Rechte mit einem Stock, ging selbst hin es aufzusuchen, mit dem festen Entschlüsse, ihm handgreiflich zu beweisen, daß man einen durstigen Vater nicht so lange schmachten lasse»» dürfe. Er kam zu Schlome nnd erfuhr von diesem, sein Töchterlein sei vor fast einer Stunde dagewese» und habe auch das verlangte geistige Getränk in Empfang genommen. Der Serbe ging mü gesteigerter Wuth nach Hause, da» Mädchen war noch nicht da, wiewohl schon die zehnt« Abendstunde sich ihrem End« zuneigte. Die Sache war bedenklich. Die Nachbarn wurde» au» dem Schlafe geiveckt, in den Gaffen Rachsuchungen gemacht, bei den muthmaßlichen Freundinnen des Mädchens nachgefragt, und da noch immer nicht», zu erfahre» war, wurden verschiedene Vermuthunger» gewechselt. Da warf unglücklicher Weise ein alter Serbe die de« Pöbel leider noch immer >ücht weit liegende Phrase hin: Die Jude»! brauchen ja das Blut der Christenkinder, gewiß hat Schlome da» Mädchen geschlachtet.