Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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sich Echlome auch ein kleines׳Krämergeschäst ein.-Er verkaufte Kerzen, Seife, Tabak, Pfeifen, Zündhölzchen, Salz und noch manche andere im Dorfe gangbare Gegenstände. Diese Krämerei bot den eigentlichen NährungSzweig; denn das WirthShauS — von dem ich bereiteine kurze Schilderung gab — brachte so viel wie nicht- und die Feldstücke , die dazu gehörten, mußte er Andern überlasten. ES ist dies eine unbestreitbare Wahrheit, daß der Jude mit zwei Ruhetagen in jeder Woche, seinem eignen und dem ihm aufgedrungenen Festtage, kein sehr glücklicher Feldbauer sein kann. Mit dieser Behauptung vindicire ich jedoch keiner Landesregierung das Recht, dem Juden die Bodenkultur streitig zu machen; denn mit demselben Rechte könnte sie einem Schneider, der durch eine Gichtkrankheit verhindert ist, sein Geschäft selbst zu versorgen, die Schließung seiner Werkstätte anbefehlen. ׳ Echlome erfreute sich eines gewissen bäuerlichen Wohlstandes. Sein einziges Töchterchen führte mit Emfigkeit und Einsicht die HauSwirthschast, bestellte Küche und Garten, und war, wenn es nöthig erschien, dem Vater in doppelter Eigenschaft als Wirth und Krämer behilflich. ES war an einem Sommermorgen im Jahre 184g. Echlome stand wie gewöhnlich mit Tagesanbruch auf, bekleidete sich mit Talith (Betmantel) und Tefilin und verrichtete seine Morgenandacht. Er war eben damit zu Ende als ein Mann, Todtenbläffe auf dem Gesichte, hastig in das Zimmer stürzte und fast erschöpft auf eine Bank niedersinkend auSrief: ״Schlome, rette mich, ich kann nicht weiter l" Der Hereinstürzende und Hilfesuchende war M a thi-, der reichste Bauer aus Ratany. Tages vorher waren Insurgenten eingerückt — die ungarische Erhebung war