Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 117)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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113 tern sondern zu wollen. Die häßlichen und niedrigen Charaktere selbst, die dem Leser in ״Kozsicer Magid" vorgesührt werden, fesseln durch den Reiz der Darstellung und bringen demselben unwillkührlich die Ueberzeugunq bei, daß auch das Häßliche ein Gegenstand ästhetischer Darstellung ist, wenn nur das e» Darstellende die fein gezogene Grenze zwischen Poesie und concreter Wirklichkeit einzuhalten versteht. So ist eS u. A. ein fein psychologischer Zug des Verfassers, daß er den drei Haupt׳ Vertretern des Gemeinen und Niedrigen. ungewöhnliche llörperschönheit beilegt, die ihnen auch so oft zur AuSsührung ihrer abscheulichen Handlungen den Weg bahnt. Die Eharaktere sind aber nicht bloß poetische, sondern auch wahrhaft dramatische Figuren. Die Ueberschrift der Eapitel im ganzen ersten Theile hindurch, erinnert immer von Neuem an einen intereffanten Scenenwechsel auf der Bühne, und würde eine befähigte Hand in der That im ״Kozsicer Magid“ hinlänglichen Stoff zu einen! wirksamen Drama finden. י Wie schon oben bemerkt, ist die Form gleich dem Inhalte schön und anziehend. Eines ohne das Andere würde selbstverständlich den Werth des Buchebedeutend Herabdrücken. Horowitz zeigt in demselben eine große Ikraft der Darstellung, wie auch ein großes Geschick im Ordnen und Gruppiren der zu erzählenden Facta, was bei den vielen im ersten Theile geschilderten Personen wirklich kein Leichtes war. Man sieht es augenscheinlich, ber Verfaffer hat mit Liebe und Sorgfalt an dem Buche gearbeitet, und die nöthige Zeit zum Schaffen eines nach allen Seiten hin befriedigenden Werkes nicht gespart. In einem ewig heitern Klima, im fruchtbarsten Erdstriche selbst, bedarf die volle Reife der daselbst gedeihenden Produkte einer mehr oder weniger langen, von! Schöpfer des -Alls festgesetzten Zeit,vor deren Ablauf man ver-.