Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 72)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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der Mode huldigen, und es ergeht dem jüdischen Schrift« thum ebenso, wie der Literatur im Allgemeinen. I« mehr industrielles Unternehmen, desto schneller und größer der Absatz. Bald ist es, ein neuer, pikanter Titel , der ziehen soll; bald ist es ein neues Gewand, welches das Unternehmen fördern soll. Man liebäugelt mit Diesem und Jenem, man schmeichelt der Eitelkeit Dieses und Jenes, man streut da und dort Weihranch aus; man streitet, hadert und zankt unaufhörlich, man schimpft und schmäht gar arg; man verlänmdet, verdächtigt und erzählt allerlei Anekdötchen, man untergräbt den Frieden und die Eintracht; man schlägt der Wahrheit in's Gesicht, man poltert und zettert, oder theilt meuchlings Nadelstiche aus; und dies Alles, um sich beliebt zu machen, um die Leere auszusüllen, die der Stoffmangel herbeiführen könnte, um sich die GesinnungSgenoffen zu erhallen und neue Parteigänger sich zu verschaffen, um von mancher Seite her auf materielle Unterstützung rechne» zu können. Schämt sich sogar manches jüdische Blatt, seinem Titel den jüdischen Charakter aufzudrücken ift doch so manches jüdische Blatt nichts AUdereS, als d'aS osficiös« Organ einer Persoft, deren-Ansichten und Anschauungen daselbst geltend gemacht werden! — Bei ditsem traürigeft Zustande der meisten jüdischen Zeitschriften ist es Herrn Hilberg nicht zu verargen, ') So ist der Titel der ״Neuzeit": ״Wochenschrift für politische, religiöse und Cultur-Jnteresien". Und wir fragen mit Recht, weffen Jntereffen vtrtritt denn die ״Neuzeit"? Etwa die der Chinesen? Oder die aller Welt? Beides ist nicht wahr? Szantö vertritt einzig und allein hie Jntereffen deS Judenthnms, und bringt sogar viele gute Aufsätze, di« dem Judeuthum zur Ehre gereichen. Warum nun die fatsche Scham?