Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 22)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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18 1861 Nr. 25J, au£ dem wir nur einige. Stellen hervorheben wollen, ,Menu wir durch eine. Straße gehen"- sagt der rühmlichst bekannte Dichter, ״und Orgelklänge vernehmen, so steht vor unserer Phantasie der Messe lesende Priester, und wir empfinden Weihräuchdust, gewiß aber fällt uns nicht ein, daß wir uns in der Nähe tnttr Synagoge befinden.. Die Orgel! ist, wenn dir Bezeich» nung gewagt wird, das klingende Christenthum, die Gothik, das gegmuerte." — -Zur Bekräftigung dieser Anficht bemerken wir, daß ln der ReformationSperivde die sogenannten Väter der Reformation eben so dachten und Messe nebst Orgel, al» zwei verwandle, untrennbare Begriffe, heftig bekämpften. Die reformirte Kirche wehrte fich lauge gegen die Aufnahme der Orgel — und im 16. Jahrhundert hatte fich die Orgel durch ihren Mißbrauch so viele Gegner zugezogen, daß auf dem-C o neil von Trient ein stark unterstützter Antrag auf ihre Entfernung aus de« katholischen Kirchen Wellt wurde. - Ihre Erhaltung ist besonders der einflußreichen Verwendung Kaiser Ferdinand'» zuzuschreiben, und die päpstliche Kapelle und die Peterskirche in Rom habenselbe bi« auf den heutige»Tag nicht ,»gelassen. ״Als ich im Frühjahre 1856, ״erzählt Frankel-« auf den Wunsch des Wiener Vorstandes in Berlin Hrn. Meyerbeer um eine Psalmcompofition zur Einweihung unserer Synagoge anging, äußerte ergänz unerwartete Sie werden wohl nm Gesang und keine Orgel in der Synagoge haben? Im hiesigen Dome, in Berlin, in der Metropole des Protestantismus, habe ich'- durchgesetzt, daß keine Orgel hineinka», «eil die Voealchöre eine «eit gewaltigere Kraft Und Wirkung haben." ES wäre lächerlich, wenn'man' das Urtheil eines Meyerbeer auf musikalischem Gebiete ignoriren/' und die ästhetische und musikalische Seite dieser Frage al« für immer gelöst be-