Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 20)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
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16 weise hat man — so oberflächlich wurde die ganze De» batte gesührt — sogar die ästhetischen und musikalischen Gesichtspunkte und Anschauugen gänzlich außer Acht ge- 1 \ wird bald eines Betzern belehrt. Wir überlassen es der erfindungsreichen Phantasie dieser Herren, sich eine Orgel zu coustruiren, die bloß eine Elle lang ist — und der-Talmud selbst sagt, daß der Bericht über die hundert Töne des Magkefa nur eine Hyperbel (גוזמא) sei. — Allein noch schlagender beweist folgende Stelle die Nichtigkeit der ganzen Hypothese. Bekanntlich wird die Erfindung der Wasserorgel (Organum hidraulicum) dem Ktesibius, einem Mechaniker in Alexandrien unter Ptolomäus VII, zugeschrieben, und der Talmud sagt (I. 6.) ausdrücklich, daß im Tempel keine Watzerorgel war und gar nicht gespielt werden durfte ('w, rnpv2 הררולים לא היה). Val. Aruch s. v. — Würde das Instrument Maar es a mit der Watzerorgel nur eine entfernte Aehnlichkeit gehabt haben, so würde der Talmud dies gewiß hervorgehoben haben. Daß unsere Orgel (organum pueumaticum) später erfunden wurde , ist eine bekannte Thatsache, obschon die Zeit der Erfindung sich nicht genau feststellen läßt. Die christliche Sage schreibt diese Erfindung der heil. Cäcilre zu. Die Sage von einer Orgel, welche eine Prager Synagoge besetzen haben soll, kann in das Reich der Phantasie verwiesen werden. Wenn man die Stelle bei Echudt (Th- 4. eontw. 3. S. 117 und 165, worauf sich Zunz — GotteSd. Vortr. 476 — beruft) vergleicht, so muß man von der Orgel, die bei dem Aufzug und der Aufwartung (1715) vor dem befer Tora unter der Ehuppa getragen wurde, ein curioseS Bild bekommen. Das ganze ist also. eine Uebertreibuna. Uebrigens wurde nur das Gedicht ״Oeoka doai" mit Musik begleitet, um die Prinzessin Sabbat (כלה) mit Musik einzuführen. —