Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 6)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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3 1 Prüfung dieser Frage, sowohl in geschichtlicher und archäologischer, wie nicht minder in ästhetischer und'must-- kalischer Hinsicht und zwar ohne Vorurtheile und Engherzigkeit, ohne Leichtsinn und Reformgelüste, ist eine unabweiSliche, dringende Forderung unserer Zeit, indem ohnehin in vielen Gemeinden die praktische Lösung derselben der theoretischen und kritische» Untersuchung bereits vorauSgeeilt ist, und wie es scheint ist man hie und da nicht abgeneigt, der Logik der Thatsachen selbst auf religiösem Gebiete einen ausgedehnten Einfluß zu gestatten. Wir haben eS uns daher zur Ausgabe gemacht, den in der Ueberschrift bezrichneten Gegenstand zumeist vom geschichtlichen und antiquarischen-Gesichtspunkte zu beleuchten, da wir die ästhetische und musikalische Seite desselben, die wir nur kurz am Schlüsse berühren wollen, recht gern maßgebenden und kompetenten Stimmen überlassen. Allein vor Allem ist es nothwendig, die von den Gegnern der Orgel häufig angeführte Ursache des Nichtgebrauches der Instrumentalmusik in der- Synagoge, nämlich: „daß man deshalb die Musik in der Synagoge nicht gestattete, um durch die Ausschließung derselben die allgemeine Trauer um die verlornen nationalen Güter und Heiligthümer, um das Land der Väter und den Tempel, zu constatiren und zu bezeugen", als durchaus grundlos und falsch abzuweisen. Die Synagoge stand lange vor der Zerstörung deS Tempels und JerusaleniS in voller Blüthe; ihre Entstehung und Entwickelung datirt von einer der glänzendsten und glücklichsten Epoche der jüdischen Geschichte, wo daS unterdrückte Nationalgesühl zum neuen Leben und zur vollen Thätigkeit sich wieder mächtig aufraffte — und - wobei also die erwähnten, düsteren Anschauungen nicht vorwaltrn konnten. Inner - und außerhalb Palästina'»