Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Vierter Jahrgang (1864)
- Issue
- Heft 1-2. (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 26)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
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20 ruhen. Doch finden wir nirgends eine Spur oder auch nur eine leise Andeutung — was wohl ein sprechendes Zeugniß für de» erhabenen Geist des JudenthumS ist —, daß die Gräber der Patriarchen als Wallfahrtsörter, denen man gewisse Wundcrkräfte »11b eine abergläubische Heiligkeit und Weihe zugeschriebcn, verehrt und von Andächtigen selbst nur als zum Gebete vorzüglich geeignete Andachtsstättcn besucht wurden. BloS eine spätere, wahrscheinlich erst im 3.-4. Jahrhundert ciitstandene 1111b im Geiste jener Zeit ausgeschmückte Sage berichtet, daß Kaleb den Jefune beim Auskundschaften des heiligen Landes (4. B. M. 13, 22) allein bloS nach Chcbron gegangen sei und bei de» Patriarchengräbcrn gebetet habe: ״O theucre Väter! betet für mich, daß ich glücklich von den bösen Rathschlägc» und Plänen der Kundschafter gerettet werde." ויבא עד חברון. ויבואו מבעי? אם- רבא: מלמד שפירש כלב מעצת ממלים ונשתטח ערי קברי אבות ואמר: אבותי בקשו עלי רתמים שאנצל מעצת סמלים. Wir haben hier ursprünglich eine nüchterne, exegetische Sage, die ohne Zweifel einfach gelautet hat, daß Kaleb deshalb allein nach Chevron gegangen, um sich durch de» Besuch der thcuern Gräber und die Erinnerung an die vor Jahrhunderten den hier Ruhenden gemachte Berheißung, deren Nachkommen das Land Kanaan einzugeben, in seinem Gottvertrauen zu stärken, um desto kräftiger den gefährliche» Ränken seiner Reisegefährten widerstehen zu können. Allein durch den Einfluß des Christcnthums und zwar vor׳ nämlich als durch Konstantin und dessen Mutter Helena Chebran in Sancta Abraham verwandelt und über der Höhle Machpela eine Kirche erbaut wurde, wurde auch diese sagenhafte Auslegung nach und nach in einem der israelitischen Lehre und Anschaiiung widerstrebendcii Geiste immer weiter ausgeschmückt und abgcbildct *). Doch abgesehen von diesen erst später hiuzugckommenen Momenten spielte die Stadt, die zu den älteste» der Erde gehört, immer eine bedeutende Rolle in der Geschichte Israels, und sie war oft der Schauplatz großer und wichtiger *) Eine schöne Sage, Midrach Echa, läßt anch Jeremias im Schmerze zu den Palriarchengräbern waUsahren.