Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Jahrgang II. (1857/58)
- Issue
- Heft 3 und 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 65)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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In der dritten Predigt sagt der Vcrf. gleich beim Eingänge, was er beweisen will; aber die Beweise sind schwach gebaut, ja wir fürchten, dass sie eben nichts heweisen. — ״Die Verkettung der Umstande ist es, die scheinbar den Menschen zwingt aber doch ist die Freiheit des Willens ihm nicht genommen, da er an der Schwelle des Verbrechens sich hätte losreissen können.“ Wie aber, wenn man entgegnet, dass oben da, wo der Verbrecher in, letrteil Augenblick umgekehrt, es seine Best! mmung war, da« er nicht Verbrecher werden sollte, wenn er aber fällt, mit oder ohne inneren Kampf er in Folge seiner Bestimmung im letzten Augenblicke fallen musste, verbleibt da die Wil- Jensfreiheit als bestimmende Kraft im letzten Augenblick? Im zweiten methaphysischen Beweis heisst es: Unsere Erkenntniss ist nicht massgebend für die höhere Verbindung und Bestimmung der Willensfreiheit; vielleicht in tausend Jahren wird man diese Verbindung finden, oder selbst nicht gefunden ist sie darum nicht unmöglich. — Sehr wahr! Dieser Salz, dass was selbst in tausend Jahren noch nicht gefunden darum noch nicht unmöglich sei. wie liehtig er an sich ist, kann darum für die Zuhörer der Gegenwart nicht angethan erscheinen, einen Beweis zu liefern. Endlich scheint als dritter Beweis die moralische Vollendüng, der Zweck unseres Daseins — Selbstveredlung. — Aber ist dies nicht eine petilio principii? Was das Formelle der Predigt betrifft, so dürfte « wohl besser sein wenn die theoretische Behandlung vorangiage und die praktische nachfulge. Der Verf. scheint sieh aber darin besonders zu gefallen, den praktischen Ein wurf vorausschicken, den tlieoretischen und seine Entgegnung ,?) folgen zu lassen, und endlich mit der Aufhebung v?) des praktischen Eoiwurfs zu schlicssen. — Wenn wir anerkennen, dass der Redner aus dein pulsircndon Leben mit vollen Händen geschöpft hat, und gut und wann gesprochen, so müssen wir doch sagen, dass im Ganzen die Aufgabe nicht gelöst, wie überhaupt der klaffende Widerspruch dieser zwei Ruligionsthe-