Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 84 (24.10.1904)
- Date
- 1904-10-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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«ta ******** m# Um t*u m*«*U Grg» b» Nachlaß h* vor Kurzem crtfor&tnm tpfaiml tx» hauptstädtisch» fwUtn Bezirk», in Ludapest, vela Lothfalvffy. wurde da» gerichtlich« V«r fahren einfteWUt Dieser .fromme" Herr hatte die Manie. Juden der Laufe zuzusiihr». 9t befriedigte bi« ft ftlnr Leidenschaft zumeist an unmündigen jüdtschen Kindern, wofür er wohl oft mit den Gerichten in EoSiston geriet-, aber ebenso oft verstand er e», den Folgen de» Strafverfahren» zu entschlüpfen. Ja ko. iholischen Kreisen war man fest davon überzeugt, daß er „ad nsjortm dei gion am" so vorgehe. Die ent« täuscht find aber «nmehr die Gönner diese» Pfarrer», da sich noch feinem plötzlich erfolgten Lode hernuLstellt. daß er von den ihm anoertraut» Geldern viele, viele taufend Gulden oervntentt hat. Die genau« Höhe der defraudtrien Summ« wtrd gerichtlich ftstgestrvt'Mr«n. **# Kitttilk Kchtzar «wNlb» *• «ew. - Do» Leichen begängn iß legte Aepgniß von der Achtung und Beliebtheit ob, deren sich der Verstorbene zu erfreuen hatte. Sehr viel« Leidtragende, die Spitz» der Beerben u. s. w. ohne Zahl. In der Synagoge hielt der Stadtrabbin» Lurje die Gedachtnißrede. Hierauf sprach der Bürgermeister von Kiew, Prozent o. mit einer Därme und Innigkeit. al» ob noch nie ein Jude au» dieser Stadt vertrieb» worden wäre. Ebenso sprachen am Grobe Professor Tscheraow, Direktor de» batteriologtsch» Institut», der Präsident de» Vörsentomiteei Mohilewzer und der au» dem Kutaiser-Prozeß rühmlichst bekannte Rechtsanwalt K u p t tn i!, der seine Sied« mit den Worten schloß: „Don dem Verstorben» kann man sagen, daß mit ihm nicht nur ein großer Jude, sondern ein großer russischer Jude do^ngegangen sei." Dann folgten noch mehrere andere ntchtjüdische Redner, die all« der tiefen Trauer um diesen Verlust bewegten Ausdruck gaben. La^nr Brodsky hat drei Millionen Rubel für wohllhakige Zwecke und ein große» Gut in tzüdrußland für eine neue Kolonie in feinem Testament bestimmt. — Wieviele Juden an demselben Tag« ouk Kiew ausgewiesen wurden, hot der Bericht leider nicht gemildK. Dipi.matische &CuatM*:&Xr »ic $nUnft*v AKtttete, In der ^Gemhernummer der in Rewyork er. scheinenden ^lenoroh" wird ein« Serie von Aktenstücken, betreffend die rumamfchen Juden, veröffmt. lickt. Dieselben find dem amerikanifchen Vlaubuch oder wie e» in Amerika heißt. Rothbuch entnommen und bestehen au» Hack Briefwechsel zwischen Nr. Hay und dem Vertreter dch vereinigten Staat» in de» Balkan ländern, Nr. Jackson. Erst Letzterer tnforOkt« 1TO d»-Sekretär bei Aniwärttg» Amtes über eine Unter, redmig mit dem Vertreter tztumänftn» am Hofe zu 8th». worin dieser im Rom» de» König Sara! dem Repräsentanten der Vereinigt» Staat» gegenüber sein Bedauern darüber au<sprach. daß die Washingtoner Regierung e» nicht für nitthig hält, tn Bukarest «t«n eigen» Pertrrt«i>zu halt». In einem Schreiben vom 5. NLrz 1903 informtrte nun Nr. Hay feinen Gesandt» Über die zwischen den Vereinigt» Staaten und Rumänien weg» der Jnd»frage entstand»» Difftmiz» und bezieht sich dabei auf die bekannte amerikanische Zipkularnote m die europäisch» Nichte. ,<H ist der Wunsch de» Prästdentm* schreibt dann Nr. Hay. .daß Sie bei Ihrem nächst» Besuch in Rumänien sich vorsichtig darüber zu tnfarmtr» versuchen, ob und welche Wirkung jene Rote an dte Vrrtrdg»- mLchq gehabt, respektive ob irgend eiüe der rumänisch» Regierung weg» ihrer schlecht» Behänd, lang der Juden eine BorsteÜuug gemocht hat. Der Präsiden! nimmt ein sehe lebhaft» Interest» an dieser Angelegenheit." V In ftiaem Lntwvrtfchreib» vom B^März 19G3 berichtet Nr. Jacks», daß .laut Ntttyrikung de» amerikanisch» Botfchaftre» zu Berlin Herr v. Nicht. Hosen erklärt bade, di« Angelegenheit werde vgn deutscher Seite mit der Brachttmg behandelt werd», dl«!br nach ihrer großen Bedeutung gebührt. Daß fern« die englisch« Regierung gleich nach Smpfang der Rote dieselbe, ohne eine eigen« Meinung über dieselbe zu äußern, den anderen Macht» mttgetheilt und sich erkundigt hak, wa» sie in dieser Sache zu th»m gedenken." .So viel ich jedoch erfahren konnte." schreibt wetier Mr. Jackson, „hat keim von den Stgnatarwächten bi» jetzt etwa» darin gethan und selbst die Thatsache der versendmig der Airkularnote ist der rumänisch» Regierung offiziell von ihn» nicht bekannt gegeben worden." De» Äeiter» sucht Nr. Jackson da» Verhalten der rumänischen Regierung den Juden gegenüber durch folgende, van d» Antisemit» akler Lander und zu 'allen Ze'ttrr bir hinaus zu« erst» Antisemit» Haman vorgedrochte Gründe zu erklär», resp. zu »«schuldig». Umgeben von mächtig», eroberua^sAchttgen Staat», muh die Regierung von Rumänien stets daraus bedacht sein, da» rumänische Voll homogen und raffenrein zu erhalten. Daher Hab» sich die fttunän» von jeher gesträubt, dte Juden, welche zwar in Rumäni» geboren find, viemal» aber b» Wunsch gezeigt hatten. durch Sitten, Gewvhecheftm and Sprache Ruman» zu sein, al» rumänische Bürger «pciten». Selbst die den Jud» wohlgkstnnt» RtzäHtz hg-» «» stet» vermied», auf die rumänische R»ter»g einen besonder» Druck im judenfrenndttch» Slr» nnszu' iiben. Sr ist auch für dir Zukntzft kaum zu «wart», daß die RÄtr in dieser Veziehnng mehr Gifte al» in d» lepen K Jahren »twickew «erd».