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Der jüdische Student · 1903-02-01 · Heft 11 (Februar 1903) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 11 (Februar 1903)
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Nr. 11. erste litterarische Leistung, die Verteidigung des Vaters in einer wissenschaftlichen Fehde. Erst in Breslau, der nächsten Station auf dem Wege nach Polen, wohin der Vater als Rabbiner berufen worden, legt er ihm diesen ersten Versuch zur Prüfung vor. jM.it einem Kuss lohnt der Vielge prüfte dem Kinde die sinnige Ueberraschung. Voller Vaterstolz wendet er auf ihn das Schriftwort an: „Auf die Lippen küsst man den, der treffenden Bescheid gibt." Von Breslau aus begleitet Jacob dm Winter 1715 den Vater nach Hamburg, wo dieser in einer Streitsache als Schiedsrichter walten sollte. Unterwegs befällt ihn ein asthmatisches Leiden, dessen Ursache kein Arzt ei tdecken kann. Nach Breslau zurückgekehrt heiratet er. Zu dem Schmerz, den ihm der Abschied von dem zärtldch geliebten, angebeteten Vater bereitet, da er nach der Sitte der Zeit in das Haus seines Schwiegervaters, des Rabbiners in Ungarisch-Brod übersiedelt, gesellen sich bald neue Leiden. Die in Mähren damals herrschende Seuche zwingt ihn und die Seinen mitten im Winter wochenlang im Freien zu kampieren, bis sie bei mitleidigen Bauern Aufnahme finden. Noch schmerzlicher berühren ihn die Ränke seines Schwiegervaters, der Unfriede im Hause. Er findet Trost und Vergessen in hingebender, oft seine Körperkräfte übersteigender Lehrtätigkeit. Da trifft ihn drei Jahre sind ihm so dahingegangen ...... die Nachricht vom Ableben des Vaters. Unverzüglich macht er sich auf den Weg nach dem teuren Grabe. In einem Walde lauern ihm Räuber auf. Er erreicht einen Wagen mit bewaffnete!) Kaufleuten und ist gerettet. In Lemberg, dem letzten Aufenthalt des Vaters, nach vielen Mühen angelangt, ehrt er den Unvergesslichen durch einen Denkstein, vor allem aber durch eine treffliche Gedenkrede. Die Lemberger erweisen ihm jede mögliche Auszeichnung und wollen ihn durchaus durch ein geistliches Amt an ihre Gemeinde fesseln. Jacob lockt auch die Billigkeit der Lebensmittel in Polen und die Leichtigkeit, die Kinder einst zu verheiraten, da hier selbst die Reichsten eine Ehre darein setzten, mit einem Gelehrten sich zu verschwägern. Allein seine Frau kann sich nicht, entschliessen, so jung die Eltern zu verlassen. So tritt denn Jacob im nächsten Frühjahr in Begleitung eines treuen polnischen Dieners den Heimweg an. Aus dem Nachlass des Vaters nimmt er die vorhandenen Exemplare von dessei; Rechtsgutachten mit, deren zweiter Teil damals noch nicht erschienen war, sowie einen Schuldschein, welcher auf die beiden Söhne und den Schwiegersohn des verstorbenen Mose Libes Cohen, einst die Säule d^r Altonaer Gemeinde, lautete. Der Erlös sollte der Mutter und den jüngeren Geschwistern zugute kommen. Auf die Mutter überträgt Jacob nun auch den Anteil seiner Verehrung, welcher bisher auf den Vater entfallen war. Als sie stirbt, wird sie von ihm und den Geschwistern derart betrauert tlass sie ihnen im Traum erscheint und sie alle erkranken. Das Unternehmen, jenen Schuldschein an Ort und Stelle einzulösen und das Werk des Vaters zu verkaufen, verstricken Jacob in eine schier endlose Kette von Missgeschicken. In Hamburg kehrt ei aus einer Rück-

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