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Der jüdische Student · 1903-01-01 · Heft 10 (Januar 1903) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 10 (Januar 1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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I7ü. Nr. 10. Merkstein. Denn dadurch erst kam der Münchener V.J.St. in einen näheren Konnex mit der Bürgerschaft, der noch recht lange fortbestehen möge und der dem V.J.St.-München allein nur die Möglichkeit gibt, den B.J.C.-Statuten gemäss eine Rückwirkung auf weiteste, jüdische Kreise in seinem Sinne auszuüben. Charlottenburg. Die Reihe der Vorträge in diesem Semester er-' öffnete am Montag, dem 17. November 1902, Bbr. M-ajerczik, Indern er über das Thema „Was ist national-jüdisch?4' sprach. Er führte aus/ dass das Schlagwort „Nationaljudentum'4 einen Protest enthalte gegenüber all den Bestrebungen, die den völkischen Charakter der jüdischen Gemeinschaft zu leugnen oder zu beseitigen versuchen. Dieser' Protest sei begründet, weil die Juden seit mindestens dreizehn Jahrhunderten eine geschlossene, von keinem fremden Einschlag berührte Blutsgemeinschaft bilden, eine Blutsgemeinschaft,' die vermöge der eigenartigen natürlichen Anlagen und der mannigfachen, tiefwirkenden Schicksale ihrer Mitglieder einen menschlichen Typus herausgebildet habe, der mit so ungeheurer kultureller Kraft begabt sei, dass seine Weiterentwickelung, selbst unter dem höchsten Gesichtspunkt des allgemeinen menschlichen Fortschritts betrachtet, eine Notwendigkeit sei. — Am Montag, dem 24. November 1902, wurde die grosse Rede von Dr. Nathan Birnbaum auf dem I. Zionistenkongresse in Basel vorgelesen, als eins der vorzüglichsten Dokumente über das Verhältnis der jüdischen Kultur zur europäischen Zivilisation. — Am Montag, dem 1. Dezember 1902 hielt Bbr. Berlowitz I einen Vortrag über „Jüdische Familienpapiere von Herzberg44. Er behandelte an der Hand dieses vortrefflichen Buches die Wandlungen, die das jüdische Leben im Laufe des letzten Jahrhunderts erfahren habe, und verbreitete sich insbesondere über das Problem, inwieweit die sogenannten Zeremonialgesetze für ein modernes Judentum von Bedeutung wären. — Am Montag, dem 8. Dezember 1902, verlas Bbr. M a j e r c z i k einen von ihm verfassten Artikel, der im Anschluss an politische Vorkommnisse der jüngsten Vergangenheit die Frage erörterte, ob eine lediglich politische Betätigung der Juden in Deutschland geeignet sei, ihre gegenwärtige - Lage zu bessern. An alle diese Vorträge schlössen sich Fragestellungen und umfangreiche Diskussionen an, die um so erspriesslicher waren, als die entgegengesetztesten Meinungen zum Austrag gelangten. — Am Montag, dem 15. Dezember 1902, veranstalteten wir eine Makkabäerkneipe, zu der neben vielen anderen Gästen auch unsere Berliner Bundesbrüder in liebenswürdigster Weise erschienen waren. Bbr. Berlowitz II hielt eine beifällig aufgenommene Tendenzrede, in der er darauf hinwies, dass das gegenwärtig lebende Geschlecht der Juden in seinem Kampfe für die Ehre und die Freiheit ihres Volkes ein glänzendes Beispiel an den Makkabäern besässen, an ihrem Mut, an ihrer Kraft und ihrer Treue. -- Redaktionsschluss für No 11 (Februarnummer) 10. Februar. Abonnementspreis jährlich 3,60 Mk.; die einzelne Nummer kostet 40 Pfennig. Geldsendungen sind zu richten an Dr. Ii e i n r i c h L o e w e^ Lehrterstrasse 14—15, Die V. J. St-er senden ihre Beiträge an stud. med. J. Lachmann» Berlin, Krausnickstr. 8 III. Verantwortl. Redakteur u. Verleger: Dr. Heinrich Loewe, Lehrterstr. 14/15. Druck: F. Lenz & Comp., G. m. b. H., Berlin O, 27, Holzmarktstr, 4,

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