Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 10 (Januar 1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172. Nr. 10. Delegiert waren aus Berlin: Bbr. Eschelbacher mit 2 Stimmen, Zucker und Rosenkranz, aus Breslau Steinitz mit 2 Stimmen, aus München Hertz und Sichel, aus Charlottenburg M. Berlowitz und Majerczik. Die Verhandlungen waren ausser ordentlich belebt, wie nach der interessanten Tagesordnung zu erwarten war. Den Bericht über das abgelaufene Kartelljahr erstattete Berlowitz, worauf dem Präsidialverein Breslau Decharge erteilt wurde. Darauf fand die offizielle Aufnahme des VJ.St. Veda (Würzburg) in den B.J.C. statt. Als Vertreter des neuen Brudervereins war Bbr. Kalter erschienen. Dem V.J.St. Veda, unserer jüngsten Kartellverbindung, seien auch hier nochmals die besten Wünsche für ihre Arbeit im Sinne unserer Ziele ausgesprochen! Die weiteren Verhandlungen betrafen die innere Organisation, die Stellungnahme zu verschiedenen aktuellen Fragen, zu einzelnen Vereinen usw. Zum Vorort des nächsten Kartelltages wurde Charlottenburg bestimmt. — Die Tagung wurde beschlossen durch einen glänzend verlaufenen Festkommers mit Ball. Auch dieser Kartelltag hat, wie seine Vorgänger, bewiesen, ein wie reges Leben unser Kartell beseelt, wie es sich schrittweise den Boden erkämpft für seine Arbeit, wie fest seine Ziele in der jüdischen Jugend Wurzel fassen. Diejenigen, die diesen Zielen einen frühen Tod prophezeit haben, sind enttäuscht worden. Wir gehen trotz aller Hindernisse und Anfeindungen, unseren selbstgewählten neuen Weg vorwärts. E. M. Von Hochschulen und Universitäten. Stuttgart. Am 16. November vorigen Jahres haben sich die Unter- - zeichneten vereinigt, um den Grund zu einem „Jüdischen Studentenverein'4 zu legen, dessen Ziele als ein unmittelbarer Ausfluss unserer Bestrebungen und unserer Gefühle sein sollen. In dieser Richtung wollen wir unsere Tätigkeit in praktischem und ideellem Sinne entfalten, und wollen das anstreben, was das Hochziel jüdischer Studentenschaft sein sollte. Allein wir bleiben uns bewusst, dass unsere Mittel noch gering sind und wir haben keine Absicht, das Unmögliche zu wagen und uns über unsere Kräfte zu versuchen. Unsere Parole sei: in allen unsern Kollegen und Kommilitonen, in denen das Nationalgefühl erloschen oder niemals erglommen ist, es anzufachen und zu stärken. Hand in Hand wollen wir dabei mit unsern organisierten Gesinnungsgenossen gehen, die sich unter dem Banner Ihrer Zeitung zusammenschliessen, eines Organs, dessen Aufgabe darin bestehe: unseren gemeinsamen Gefühlen und Interessen offenen Ausdruck zu verleihen. Indem wir Sie höflichst bitten, dieses Schreiben in Ihrem gesch. Blatte zu veröffentlichen, verbleiben wir Hochachtungsvoll L. B i e 1 s k y , stud. arch. J. Jaslawsky, stud. ing. H. B i e 1 s k y . A. Joffe, stud. ing. H. S t e n c e 1, stud. arch. M a r g u 1 i e s, stud. elect., Schriftführer des „Jüdischen Studentenvereins". Adresse: Kgl. Technische Hochschule zu Stuttgart.