Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 9 (Dezember 1902)
- Date
- 1902-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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%9. 141 Unter Mamilkars Söhnen finden wir einen, der die übrigen an Geist und historischer Bedeutung weit überragt, den grossen Hanniba]. Und auch unter den Makkabäern stellt einer, Juda, den Ruhm seiner Brüder tief in den Schatten. In Hannibal sah das spanische Heer der Karthager das Ebenbild seines Vaters, und rief ihn, als Hasdrubal, sein Schwager, von Mörderhand gefallen war, zum Oberfeldherrn aus. Es war derselbe Hannibal, den sein Vater als neunjährigen Knaben ewigen Hass gegen die Römer hatte schwören lassen, dessen einstige Grösse er prophetisch erkannt und den er im Geiste bereits an der Spitze des siegreichen Heeres gesehen hatte. Mattathias aber bestimmte, als er seine letzte Rede an seine Söhne hielt, seinen dritten Sohn Juda selbst zu seinem Nachfolger: „Juda der Makkabäer ist stark an Kraft von Jugend auf, der sei euch der Oberste des Heeres und führe die Kriege mit den Völkern." Und wenn die Römer während ihrer ganzen Geschichte vor niemandem so wie vor Hannibal gezittert haben und noch die späten Nachkommen der Besiegten von Cannä ihre Kinder mit seinem Namen schreckten, so ist doch auch Judas Name ein Schrecken für seine Feinde geworden. „Da verzagten die Abtrünnigen aus Furcht vor ihm, und alle Uebeltäter erbebten; Gelingen und Sieg war in seiner Hand." Nur von Judas Herannahen hörend ergriffen schon die Leute des Timotheos die Flucht: „Da nun das Heer des Timotheos merkte, dass der Makkabäer da sei, da flohen sie vor ihm, und er brachte ihnen eine grosse Niederlage bei und es fielen vor ihm an jenem Tage gegen achttausend Mann." Einzig an dieser Stelle, wo von der Furcht vor Judas Namen die Rede ist, braucht das erste Makkabäerbuch von ihm kurzweg den Ausdruck der Makkabäer, d. h. der Hämmerer, den es sonst nur bei seiner ersten Nennung als seinen Beinamen anführt. Und mit Judas Ehrennamen, nach seinem dröhnenden Hammer, der die Feinde niederschmetterte, hat man dann auch seine Brüder und selbst noch deren ganzes Geschlecht benannt. Der Vater Mattathias hatte den Kampf zu kurze Zeit geführt, als dass sich ein ehrender Beinarne für ihn hätte bilden und auf seine Söhne vererben können. Wohl aber haben schon die karthagischen Offiziere des sicilischen Heeres ihren Feldherrn Hamilkar mit dem Namen Barkas, „der Blitz", geschmückt. Ueberhaupt liebten die Kananiter poetische Vergleiche für ihre Helden, und wenn Hamilkar selbst seine jungen Söhne „die Löwenbrut" nannte, so erinnert das an die Worte des ersten Makkabäerbuches bei Judas erstem Auftreten: „Er glich dem Löwen in seinen Taten und war wie ein junger Leu, der dem Raube entgegenbrüllt." Der Taten des jungen Löwen aber gedenken wir noch heute, wenn sich die Tage jähren, an denen er den Tempel zurückgewann. Wir gedenken dann aber auch seines ganzen Geschlechts, vor allem aber seines hehren Vaters, der den hohen Gedanken in seine Seele gepflanzt hat. Aber zumaLin diesen Tagen haben wir auch Ansprach darauf, die gewaltigen Helden des vernichteten Brudervolkes