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Der jüdische Student · 1902-06-01 · Heft 3 (Juni 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 3 (Juni 1902)
Date
1902-06-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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34 No. 3. sie aus dem Kreise der arischen Studenten nicht nur, sondern auch der arischen Bruderfinken erfahren hatten, nach dem öffentlichen Bruch bei der Lesehailenwahl, nach den hässlichen Angriffen auf dem Studententag selbst, wäre das das Natürliche gewesen. Da tritt ein Student auf — mit Bedauern sei es gesagt, ein jüdischer Student — der die Verleugnung des Judentums bis zur Grenze des Möglichen bringt, und keiner, auch nicht einer der zahlreichen anwesenden Juden widerspricht ihm. Ist es schon beschämend, dass wir ein solches Individuum zu unseren Stammesbrüdern zählen müssen, so ist es empörend, dass kein jüdischer Finke Worte der Entrüstung gefunden hat, um die Gemeinschaft mit diesen Aeusserungen und der Gesinnung schmählichster Selbsterniedrigung, die in ihnen liegt, von sich zu weisen. Damit hat sich die jüdische Finkenschaft unwiderruflich auf den Aussterbeetat gesetzt. Kein jüdischer Student — dafür werden wir sorgen — kein jüdischer Student, der auch nur das geringste Gefühl für die Ehre des Judentums und für Selbstachtung hat, darf ferner der „DeutschenFreien Studentenschaff'sein eMitarbeit schenken. Und sollten sich jüdische Studenten finden, die trotz allem, was vorgefallen ist, dieser Organisation sich anschliessen, so sei eine reinliche Scheidung zwischen ihnen und uns Juden. Wir haben sie gezeichnet, und wir werden weiter unsere Schuldigkeit thun* Und nun noch eins: Wer gab dem Herrn — den Namen erspare man uns füglich — das Recht, im Auftrage jüdischer Kommilitonen zu sprechen? Er mag als „freie Persönlichkeit44, als „Individualität", wie die Finkenschaftsordnung es ausdrückt, thun und sprechen, was er will. Aber eine jüdische Gemeinschaff kennt er nicht und kann für sie nicht sprechen. Wir aber, die wir jüdischer Organisation das Wort reden, die wir alle jüdisch denkenden Studenten hinter uns haben, wir erklären hiermit: „Alle Hochachtung vor dem Deutschtum und deutscher Kultur! Aber von unserm Judentum werden wir zu gunsten des deutschnationalen Gedankens und in Erwartung des Ent-

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