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Der jüdische Student · 1933-05-01 · Heft 2 (Mai 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 2 (Mai 1933)
Date
1933-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Ueber die Fragen der Berufshilfe und Beruisumschichtung berichten die Bbr. Bbr. Löwenstein und Marcus, Im Zusammenhang mit diesen Fragen ging das Präsidium an die Vorbereitung von Liquidationssteilen; Bbr. Lipschitz hat den Altherrenbünden einen Vorschlag gemacht. Ferner bei: übt sich das Präsidium z, Zt. um die Aufbringung eines Hachscharahfonds. Der Beginn ist erfolg v erspr echend. Ein ernstes Problem ist die Reaktion vieler junger Bundesbrüder auf die neue Lage. Es zeigt sich bisher, daß ein großer Teil der Aktiven den klaren Richtlinien des Präsidiums nicht gefolgt ist. Das Präsidium ist der Ueberzeugung, daß ein Weiterstudium heute zionistisch nicht mehr zu verantworten ist, vielleicht mit Ausnahme derjenigen, die wirklich ganz kurz vor dem Abschluß stehen. Aber auch abgesehen von den zionistischen Gesichtspunkten müßte es ohne weiteres einleuchten, daß es auch materiell gesehen ein nahezu aussichtsloses Beginnen ist. Die Dinge liegen so klar, daß man eigentlich kein Wort darüber zu sagen hätte. Es ist eine tiefe Enttäuschung und es scheint allen denen, die zionistische Erfülltheit des Kartells schon immer bezweifelt haben, recht zu geben, wenn wir heute die Tatsache registrieren müssen, daß das Präsidium mehr Hachscharahstellen ausfindig gemacht hat, als vom Kartell verlangt werden! Das junge Kartell, in seiner überwiegenden Mehrzahl vor eine neue Berufsentscheidung gestellt, darf sich nicht anders als zionistisch entscheiden. Wir haben heute die zionistische Chance unseres Lebens. Jeder muß heute seine Entscheidung nochmals überprüfen und bedenken, daß in diesem Augenblick nichts schrecklicher wäre, als ein bisheriges Lebrn zu verleugnen, sich selbst Lügen zu strafen und sich der Stunde nicht gewachsen zu zeigen. Es gibt in der Geschichte unserer Bewegung ein Vorbild: Die Biluim. Wir dürfen uns nicht beschämen lassen. Man soll nicht sagen, daß diese Forderung nach einer Berufsentscheidung, die unserem zionistischen Gewissen entspricht, der Gedankenwelt weltfremder Ideologen entspringt. Ich will kein Wort mehr darüber verlieren, daß es für die Mehrzahl auch materiell dar einzig richtige Weg ist. Aber darüber hinaus ist es unsere Pflicht, immer wieder zu sagen, daß wir Zionismus und Bundesbrüderlichkeit nie anders verstanden haben, daß wir ja nie gegenüber der Welt der Nichtzionisten das Argument der Bequemlichkeit haben gelten lassen. Wir wußten, der Zionismus erfordert innere Umkehr. Heute kann das Kartell damit ernst machen. Keiner soll uns also vorwerfen, wir seien Ideologen. Wer das sagt, hat den Zionismus nie verstanden! Ueber die Zukunft des Kartells läßt sich heute noch nichts endgültiges sagen. Zunächst gilt es, die Arbeit unter allen Umständen fortzuführen. Die treue Erfüllung aller an uns herantretenden zionistischen Aufgaben wird zum zweiten Prüfstein des Kartells. Viele unserer Bundesbrüder haben zwar heute große berufliche Sorgen, dafür aber auch viel mehr Zeit als bisher. Ueber die große Chance der zionistischen Arbeit sind sich alle klar. Das Präsidium wird alles daran setzen, diese Arbeit zu organisieren. Wir hoffen, daß die Altherrenschaft die zionistische Arbeit voll übernehmen wird, damit das junge Kartell für die außerordentlich wichtige Jugendarbeit frei wird. Die Verbindungsarbeit muß mit den zur Verfügung stehenden Kräften aufrecht erhalten werden. Im Vordergrund wird die hebräische Arbeit stehen. Für die Erziehungsarbeit schlagen wir allen Verbindungen den Herzlkurs vor, über den an anderer Stelle berichtet wird. Die Keilarbeit soll nach den glei- 62

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